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Die Sehnsucht unserer Seele
Die Lust, den eigenen Weg zu finden

Auf einem Workshop, der Ende
vergangenen Jahres vom Frankfurter Ring veranstaltet wurde, traf BALANCE die bekannte
Autorin und TV-Moderatorin, Sabrina Fox. Sie ist eine Frau, die nicht lehrt, nicht
doziert, nicht predigt ... sie lebt einfach, was sie ist. Sabrina erzählte uns von ihrem
Leben und über ihren spirituellen Werdegang.
Ein wenig mulmig war mir schon zumute, als ich für das
Interview mit Sabrina Fox bereit machte. Zwar waren vorangegangene email-Kontakte mit ihr
sehr herzlich gewesen, aber einer so populären Frau musste doch irgendetwas Guru-Artiges
anhaften, so dachte ich.
Weit gefehlt. In Frankfurt angekommen, fand ich mich in
den Armen einer unglaublich warmherzigen, offenen und liebevollen Frau wieder.
Selten habe ich einen Menschen kennengelernt, der so authentisch ist wie Sabrina Fox. Sie
ist eine Frau zum "Anfassen". In keiner Weise "abgehoben", sondern in
jeder Hinsicht völlig "normal", so wie Sie und ich auch. Und so vermittelt sie
auch ihre Erfahrungen mit einer Leichtigkeit und einem Humor, der einfach mitreißend ist.
Ich war, was man von mir hielt
Aufgewachsen ist Sabrina in kleinbürgerlichen und
schwierigen familiären Verhältnissen. Endlich erwachsen, war sie davon überzeugt, dass,
wer etwas im Leben erreichen will, stark und hart sein muss. Und konsequenterweise hatte
sie ihre Intuition und ihre Gefühle tief in die letzte Schublade geschoben . Doch sie
stellte fest, dass sie anstatt glücklicher nur liebloser, kritischer, zynischer und
einsamer wurde. Sie bewertete sich lediglich danach, wie ihre Umwelt sie
betrachtete, was in emotionalen Achterbahnfahrten resultierte. Mal war sie oben, mal
unten, je nachdem, wie sie ihrem Umfeld gefiel oder aber nicht. Und sie passte sich
permanent an nach dem Motto: Welche Sabrina darfs denn heute sein? In
Fußballkreisen konnte die die Abseitsregeln runterbeten, in "erlauchteren"
Kreisen trat sie als "Grand Dame" auf. Wo sie für sich persönlich aber stand,
davon hatte sie keine Ahnung.
1994 fiel sie in ein tiefes Karrieretal, nachdem sie die
Samstagabend-Sendung "Traumjob" im ZDF sprichwörtlich in den Sand gesetzt
hatte. So viel hatte sie sich davon versprochen: Das würde ihr jetzt endlich die
Anerkennung und Aufmerksamkeit geben, die sie so dringend benötigte, das würde ihr in
den Augen der anderen endlich den längst fälligen Respekt verschaffen, der Erfolg dieser
Sendung wäre der Schlüssel zum Glücklichsein.
Mittlerweile ist Sabrina glücklich über das, was sich
vor nunmehr fast sechs Jahren ereignet hat, denn dadurch wurde sie auf sich selbst
aufmerksam, auf ihre Gefühle und ihre wirklichen Bedürfnisse
auf die Sehnsucht
ihrer Seele.
Die Sehnsucht unserer Seele will uns nach Hause bringen
Die Menschen, die mit ihrem Leben, so wie sie es leben,
unzufrieden sind, werden immer mehr. Und wie Sabrina seinerzeit, versuchen sie, dem
Abhilfe zu verschaffen, indem sie noch mehr an ihrer Karriere arbeiten, nach noch mehr
Anerkennung streben, andere treiben noch mehr Sport, werden noch dünner. Sie verändern
Äußerlichkeiten im Glauben, damit dieser ewigen Unzufriedenheit zuleibe rücken zu
können. Doch das kann nicht funktionieren, denn es ist ja die Sehnsucht unserer Seele,
die wahr- und ernstgenommen werden will.
Die Sehnsucht unserer Seele will uns nicht quälen oder
es uns unnötig schwer machen, sie will uns gleich einem Alarmsignal jedoch immer wieder
darauf hinweisen, wann wir von unserem wirklichen Weg abkommen und uns stattdessen in
Äußerlichkeiten verstricken. Sabrinas Karrieretal war ein solches Alarmsignal. Sie
verstand, dass ihre Marschrichtung bislang wohl falsch gewesen sein musste und begab sich
auf ihren Weg "nach Hause".
Den lieben Gott hatte sie "verlegt"
Der Weg dorthin führte sie in völlig fremdes Terrain.
Von Gott war da plötzlich Rede, womit Sabrina aber eigentlich gar nichts anfangen konnte.
Denn in der Welt, in der sie, bevor sie ins Karrieretal fiel, lebte, war logischerweise
für einen Gott keinen Platz. Zwar streng katholisch erzogen, hatte sie ihn zwischen ihrem
24. und 25. Lebensjahr der Einfachheit halber verlegt. Dieser Gott, den sie verlegt hatte,
war aber der des des Alten Testamentes, drohend und bei Fehlverhalten jederzeit zur Strafe
bereit. Der Gott, zu dem sie heute betet dagegen, ist ein Gott unendlicher Liebe. Und Ihn
hat Sabrina durch ihre damalige scheinbare "Krise" wiederentdeckt.
Der Club der heimlich Gläubigen
Durch intensive Meditationen lernte sie zunächst, ihre
innere Stimme, die göttliche Stimme in ihr, wieder zu hören. Sie lernte wundervolle
Menschen und Lehrer kennen, doch lange Zeit lebte sie ihren wiedergefundenen Glauben nur
in einer Art "Geheimclub". Und so wagte sie damals nur Leute anzusprechen, die
entweder "Die Prophezeihungen der Celestine" unterm Arm oder zumindest einen als
Heilstein ersichtlichen Edelstein um den Hals trugen. Wie unsinnig, sagt sie heute, denn
auf der Suche nach einem Kegelpartner würde sich doch niemand mit dem Strickzeug in die
Straßenbahn setzen, in der Hoffnung, dass die anderen erkennen, dass man in Wirklichkeit
lieber kegelt.
Mutig sind wir immer, wir trauen uns nur manchmal
nicht
Und so fragte sie sich, was sie denn davon abhielt, nur
im Geheimen zu operieren, und sie stellte fest, dass es im Wesentlichen die Angst vor dem
war, was die anderen von ihr dachten. Sabrina machte Bestandsaufnahme und entschied sich
für ihren Weg, egal, was die anderen darüber dachten. Das war nicht immer
leicht für sie, denn in der Anfangszeit wurde sie von ihrem Umfeld oft nur mitleidig
belächelt ... "Wie ist DIE denn plötzlich drauf, meditiert und spricht von Gott
und Engeln?"
Und doch waren es u.a. gerade diese Äußerungen, die ihr
das Leben leichter machten, denn einmal mit der Narrenkappe auf dem Kopf versehen, da
konnte sie ihren Weg unbeirrt fortsetzen.
Natürlich blieb auch Sabrinas Ehe von ihrer Entwicklung
nicht unberührt. Heute sieht Sabrina sich, ihren Mann und ihre Tochter, als drei
miteinander vertäute Boote, die gemeinsam durchs Meer schwimmen, jeder kann den anderen
besuchen, doch danach geht jeder wieder auf sein eigenes Boot zurück. Damals aber hatte
Sabrina ihr Boot verlassen und war auf das ihres Mannes gezogen. Da es seines und nach
seinen Bedürfnissen eingerichtet war, passte ihr natürlich vieles nicht, hier haute sie
sich den Kopf an, da verbrannte sie sich die Finger. Also ging sie, als sie beschloss, nur
noch sie selbst zu sein, auf ihr eigenes Boot zurück, wo sie nach so langer Zeit der
Abwesenheit erst einmal gründlich sauber machen musste. Und das plötzliche
"Getrenntsein" fiel anfangs sowohl ihr als auch ihrem Mann schwer, denn es war
ihnen beiden ja völlig fremd.
Ein neuer Weg bedeutet immer Unbekanntes und Fremdes, was
einen dann oft verunsichert oder sogar ängstigt. Das ging Sabrina nicht anders, doch sie
schaffte es, im Vertrauen zu bleiben, indem sie, wenn die alten Verhaltensmuster oder
Ängste sie wieder einzuholen drohten, immer wieder um die Kraft betete, der Sehnsucht
ihrer Seele weiter folgen zu können.
Sabrina hat diese Entscheidung nie bereut, denn der Weg,
den sie eingeschlagen hat, ist spannender, befreiender und befriedigender als alles, was
sie je durch Karriere erreicht hätte und bedeutet ihr weit weit mehr, als Erfolg in allen
Fernsehshows der Welt.
Anke Schmitz
Bücher von Sabrina Fox:
Endlich aufgewacht (Peter Erd Verlag),
Wie Engel uns lieben (Droemer Knaur Verlag),
Die Sehnsucht unserer Seele (Goldmann Verlag)
Mehr Informationen unter:
http://www.MyAngelandI.com
Buchbesprechung "Die Sehnsucht
unserer Seele"
Sabrina Fox, gebürtige Münchnerin, lebt heute zusammen
mit ihrem Mann Richard und ihrer 10-jährigen Tochter Julia in Los Angeles, wo sie ihre
Firma My Angel and I leitet.

Quelle: BALANCE ® 2/2000
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