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Der Jod-Krimi
Warnung vor jodiertem Salz
ein Beitrag von Dr. M.O. Bruker und Ilse Gutjahr
Der Ablauf der Jodsalzkampagne erinnert an die
Fluoridierungsmaßnahmen der 80er Jahre. Diesmal ging man jedoch massiver vor und stellte
den Bundesbürger quasi vor vollendete Tatsachen. Die Verwendung von Jodsalz wir durch
Verordnungen geregelt. Seit 22.12.1993 entfällt die Kenntlichmachungsvorschrift für
Nahrungsmittel, die lose, also unverpackt verkauft werden (z.B. Back- oder Fleischwaren).
Dies trifft ebenfalls zu für Gemeinschaftsverpflegungen und die gesamte Gastronomie.
Widersprüchliche Aussagen zum Jodbedarf
Die Angaben der neuzeitlichen Fachliteratur zum Jodbedarf sind
außerordentlich verschieden und zum Teil widersprüchlich. Da berichtet die DGE
(Deutsche Gesellschaft für Ernährung) z.B. in den Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr
1991: "Die Ermittlung des Jodbedarfs für den Menschen ist schwierig, da der Körper
sich innerhalb gewisser Grenzen an ein unterschiedliches Jodangebot mit der Nahrung
anzupassen vermag. Eine Orientierung erfolgt über die Neusynthese der
Schilddrüsenhormone bei Beachtung der Reutilisation anhand von Bilanzen, vor allem aber
durch die Ermittlung der Menge, die Mangelerscheinungen (Kropf) verhütet." Im
Jan./Feb. 94 empfiehlt die DGE eine Jodmenge von 200 Mikrogramm für Erwachsene und teilt
mit, die WHO (Weltgesundheitsorganisation) würde eine lebenslange, tägliche Einnahme von
bis zu 1000 Mikrogramm (1 mg) für akzeptabel halten.
Dagegen teilte das Bundesministerium für Gesundheit, Bonn am
23.6.1994 mit: "Die wünschenswerte täglich zugeführte Menge wird von
internationalen Gremien, u.a. der Weltgesundheitsorganisation, übereinstimmend mit 200
Mikrogramm angegeben."
Was empfiehlt die WHO?
Was sagt denn die WHO wirklich? Sie geht davon aus, dass eine
Störung der Schilddrüse (Jodmangelkropf) nur dann auftreten kann, wenn auf Dauer weniger
als 50 Mikrogramm Jod aufgenommen werden. Die WHO kritisiert die von der DGE als
"akzeptabel" dargestellte Höchstmenge von 1 mg Jod pro Tag. Sie beanstandet,
"dass die Erfinder dieser Zahl keine einzige Untersuchung benennen, die die
Unschädlichkeit dieser Dosis beweist" (Pollmer).
Der Bürger wird entmündigt
Es existiert keine einzige Statistik oder Tabelle, aus der man
entnehmen kann, wieviel Jod mit der Nahrung wirklich aufgenommen wird. Trotzdem legt man
fest, wieviel sich jeder täglich zuführen sollte. Die persönliche Entscheidung über
die Zufuhr des jodierten Speisesalzes ist seit Dezember 1993 nicht mehr möglich, da
zahlreiche gewerbliche Betriebe von den Jod-Befürwortern aufgefordert wurden, sich an der
Jodsalzkampagne zu beteiligen. Nicht nur Bäcker, Metzger und Gastronomen machen mit,
sondern auch die Nahrungsmittelindustrie einschließlich der Reformbranche, die
Naturkostszene, Kantinen und andere offizielle Einrichtungen.
AOK empfiehlt AOK-Schinkenwurst
Die AOK empfiehlt sogar ihr AOK-Brot, weil mit Jodsalz gebacken,
und ihre AOK-Schinkenwurst (!), weil mit Jodsalz zubereitet. Dies kommt einer
Zwangsmedikation gleich. Ein Nahrungsmittel wird zum Medikamententräger gemacht, der
Bürger quasi entmündigt.
Es ist unverantwortlich, wie sorglos man mit den Jodempfehlungen-
und verordnungen umgeht. Betrachtet man die Angaben der Experten genauer, bemerkt man sehr
schnell Unexaktheiten und Abweichungen in den Aussagen. Riet man vor wenigen Jahren noch,
bei der Einnahme von Jodsalz den Arzt zu befragen, erwecken dieselben Experten jetzt den
Eindruck, als habe man alle Quellen überprüft und exakt geforscht. In Wirklichkeit
werden Vermutungen zu Tatsachen erhoben und Wiederholungen von Behauptungen zu Fakten
ernannt.
Embryonen gefährdet
Es mutet kriminell an, wenn gerade Schwangeren zu täglicher
Einnahme von (zusätzlich) 200 Mikrogramm Jodid geraten wird. Man will damit sowohl bei
der Mutter als auch beim Kind ein Kropfwachstum verhindern. Aus jedem einigermaßen
gescheiten Lehrbuch können die Jod-Befürworter entnehmen, dass Jodid sehr leicht die
Plazentaschranke passiert und beim Fötus thyreostatisch wirken kann, das heißt einen
Kropf, ja sogar eine Hypothyreose erzeugt! Es ist daher falsch, in der Schwangerschaft
hohe Joddosen zu verabreichen. Ein unverantwortlicher Leichtsinn, mit der Gesundheit des
(werdenden) Menschen zu pokern. Ein Vabanquespiel.
Der Skandal der Jodbedarfsermittlung
Um den Jodbedarf zu ermitteln, wurde die Jodausscheidung im Harn
gemessen. "Der Tagesmittelwert macht bei normaler Nierenfunktion und Harnmenge 66
Mikrogramm aus, wo es doch wenigstens 150 Mikrogramm sein sollten. So beträgt das
deutsche Joddefizit für einen Tag großzügig gerechnet 100-150
Mikrogramm", so der Nuklearmediziner Pfannenstiel, der eine gutgehende
"Schilddrüsen-Sprechstunde" unterhält.
Diese "großzügige" Berechnung wurde 1992 bundesweit an
2094 Probanden durchgeführt. Am ausgeschiedenen Harn kann man zwar die Jodmenge in
Mikrogramm/g Kreatinin (Zwischenprodukt des intermediären Stoffwechsels) messen. Es
lässt sich daraus jedoch nicht der tatsächliche Jodbedarf errechnen. Die daraus gezogene
Schlussfolgerung, aus einem willkürlich erhobenen Tagesmittelwert einiger Probanden einen
Bedarf für rund 80 Millionen Bundesbürger abzuleiten, ist unverantwortlich und reine
Schreibtischtheorie. Jod wird nicht nur in der Schilddrüse angereichert, sondern auch in
anderen Organen, z.B. in Speicheldrüsen, Magen, Laktierenden Brustdrüsen, Placenta,
Plexus chorioideus, Haut. Eine kontrollierte Jodversorgung auf gleichem Jodpegel ist bei
dieser Komplexität unmöglich.
Einem Diabetiker wird auch nicht zur Einnahme von Zucker
geraten
Jod wird nicht nur mit dem Urin ausgeschieden, wie die
Jod-Befürworter zugrunde legen, sondern auch mit dem Kot und über die Haut (Schweiß).
Dies wurde bei den Messungen nicht berücksichtigt. Die zwingende Logik wäre,
einem Zuckerkranken, bei dem Zucker im Urin nachgewiesen wird, den Verzehr von Zucker
anzuraten, weil der Bedarf ja durch die Ausscheidung angezeigt ist. Bei den Empfehlungen
über die tägliche Jodeinnahme geht man stillschweigend davon aus, dass alle
Bundesbürger eine salzarme Diät (5 g pro Tag) zu sich nehmen. 5 Gramm Kochsalz ist
jedoch weniger als ein schwach gestrichener Teelöffel voll. Das ist eine Menge, die von
"Normalessern" bei einer einzigen Mahlzeit verzehrt wird.
Essen Sie salzarm?
Bis vor kurzem wurde in der ärztlichen Aus- und Fortbildung, auf
ärztlichen Fachtagungen und in Fachzeitschriften immer wieder dazu aufgefordert, auf den
überhöhten Kochsalzverbrauch hinzuweisen. Auf Kardiologen-Kongressen wird ein
durchschnittlicher Tagesverbrauch/pro Person von 30 (dreißig!) Gramm genannt. Bei einer
Anreicherung von 25 mg Jod/kg ergäbe sich damit eine Jodaufnahme von 750 Mikrogramm pro
Tag. Sie meinen, 30 Gramm seien zu hoch gegriffen? Weit gefehlt. Sie können die
Menge mühelos über Brot, Käse, Wurst, Salzstangen, Snacks, gekochte Mahlzeiten und
versteckte Salze (Senf, Ketchup u.a.) erreichen. Fünf Gramm täglich als Norm beim
Salzverbrauch anzusetzen, ist utopisch und entspricht nicht der Realität.
Auffallend ist, dass alle Jod-Befürworter auf die Gefahr durch
Jodmangel hinweisen. Das Zitatenkartell betreibt das Geschäft mit der Angst.

Dagmar
Braunschweig-Pauli Die Jod Lüge.
- Taschenbuch: 256 Seiten
- Verlag: Herbig (März 2003)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3776623233
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Quelle: BALANCE ® 1/2000
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