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ASTROLOGIE
wie sie unser Leben positiv verändern kann

Balance sprach mit Brigitte Seeger
 

Wie kam es, dass Sie sich zu einer Ausbildung zur Berufsastrologin entschlossen haben?

Seit mehr als 15 Jahren hatte ich den Wunsch, ein Psychologiestudium zu absolvieren, was aber aus familiären Gründen in der erforderlichen Intensität nicht möglich war. Was ich damals noch nicht wusste ist, wie eng die Psychologie mit der Astrologie verknüpft ist.  Mit meiner Ausbildung zur Astrologin kann ich mir nun meinen lang gehegten Wunsch erfüllen und es auch zeitlich einrichten, da sie an den Wochenenden stattfindet.

Astrologie wird oft als Wahrsagerei und Humbug bezeichnet. Wie stehen Sie dazu?

Bevor ich auf die Astrologie aufmerksam gemacht wurde, hatte ich auch nur ein oberflächliches und verfälschtes Bild von ihr, so wie es die Boulevardpresse darstellt. - Die dort veröffentlichen Horoskope sind einfach unseriös, denn die Persönlichkeit eines Menschen macht doch weit mehr aus, als nur sein Sternzeichen. Zu behaupten, ein z.B. am 24. August geborener Mensch sei dieselbe „Jungfrau“, wie ein am 20. September geborener, ist genauso unsinnig wie anzunehmen, dass ein am 22. September geborener nun plötzlich ganz andere Wesensmerkmale aufweist. Geburtsjahr und Geburtsminute müssen ebenso berücksichtigt werden wie der Geburtsort, denn die Planetenkonstellation zum Zeitpunkt X ist doch z.B. über Düsseldorf eine ganz andere als über New York.

Die Sternbilder haben sich verschoben. Wie können die Aussagen der Astrologie denn da überhaupt noch gültig sein?

Weil Sternbilder und Tierkreiszeichen nichts miteinander zu tun haben, genaugenommen könnte man Astrologie sogar ohne Sternbilder betreiben. Den astrologischen Messungen liegt die Erdumlaufbahn um die Sonne in zwölf gleiche Teile unterteilt, also 360° : 12 = 30°, zugrunde (die Sternbilder sind unterschiedlich groß). - Da früher das bildhafte Denken überwog, suchte man nach Namen und „borgte“ sie sich von den seinerzeit in der Nähe befindlichen Fixsterngruppen. Sieben der zwölf Sterngruppen waren nach Tieren benannt, und so wurde aus dem soliden astrologischen Messkreis der Tierkreis. Dadurch wurden bedauerlicherweise späteren Verwechslungen und auch Banalisierungen Tor und Tür geöffnet.

Welche Aussagen macht denn nun ein seriöses Horoskop?

Jedes Horoskop setzt sich aus den gleichen Bestandteilen zusammen. Den Tierkreiszeichen, den Planeten, Sonne und Mond. Hinzu kommen die Häuser und die verschiedenen Aspekte und Aspektfiguren. Ich war so erstaunt über die Entdeckung, dass man Minuten nach der Geburt eines Menschen die wesentlichen emotionalen und geistigen Konflikte seines Lebens erkennen kann. Obwohl jeder von uns einen freien Willen und auch die Wahl hat, wie wir unsere Energien einsetzen wollen, zeigt das Geburtshoroskop unsere natürlichen Grenzen. So kann z.B. ein Widder kein Zwilling werden, aber ein Widder kann wählen, ob er ein glücklicher oder unglücklicher Widder sein will. Seine Widder-Eigenschaften sind aus seinem Geburtshoroskop ersichtlich, nicht aber seine Reaktionen auf die Umweltbedingungen. Die Astrologie bietet uns die Möglichkeit, unsere individuellen Reaktions- und Verhaltensmuster zu erkennen, die sich trotz wechselnder Umstände wie ein roter Faden durch unser Leben ziehen und unseren Charakter sowie das daraus resultierende Lebensschicksal formen. Als Folge daraus wird uns nicht erspart bleiben, die Verantwortung für unser Tun und Lassen zu übernehmen und uns einzugestehen, dass wir, wie alle anderen Menschen auch, an gewissen Wiederholungszwängen und Ängsten leiden, durch die wir uns in unseren Möglichkeiten selbst beschränken und Teile unseres Potentials ungenutzt lassen. Viele Menschen werden mit denselben oder ähnlichen Planetenstellungen in den Zeichen sowie Häusern geboren - d.h., sie sind am selben Tag, Monat oder Jahr, zur selben Zeit und am selben Ort wie jemand anders geboren. Da die Häuser und die Aspekte beinahe gleich sind, kann es dann der Einfluss der Umgebung während der Kindheit sein, welcher die Entwicklung der Persönlichkeit fördern oder hemmt. Ein Gewahrwerden seines Potentials kann dem einzelnen helfen, sich sozusagen umzuprogrammieren, damit sein „Lebenssamen“ auf fruchtbaren Boden fällt.

Gibt es regionale Unterschiede in der Akzeptanz der Astrologie?

Oh ja, besonders in einer Stadt wie Düsseldorf, wo viele Menschen noch eine ungeheure materielle Orientierung haben, ist die Akzeptanz noch gering.  Berlin, Hamburg, Köln und München sind bereits wesentlich aufgeschlossener und besser informiert.

Ist das auch ein Grund dafür, dass Ihre Vortragsreihe hier in Düsseldorf, im Sinne von Aufklärungsarbeit stattfindet?

Ja, so ist es! Unser erster Vortrag „Was ist Astrologie wirklich oder Astrologie als Lebenshilfe“ am 10.6.99 war besser besucht als wir erwarteten, was deutlich macht, dass Interesse nach mehr Aufklärung besteht. - Auch die Tendenz zu einer allgemein größeren Akzeptanz der Astrologie ist nicht zu übersehen. So hat z.B. der DAV (Deutscher Astrologen-Verband) eine Projektgruppe „Diplom Astrologie“ gebildet. Diese soll darauf hinarbeiten, dass die Astrologie eines Tages wieder als staatlich anerkanntes Fach an einer deutschen Hochschule bzw. Fachhochschule unterrichtet wird.

Es gab einen Lehrstuhl für Astrologie?

Ja, der letzte Lehrstuhl für Astrologie verschwand von der Universität ungefähr um die Jahrhundertwende. Sie hat dennoch als Basis der modernen Medizin und der modernen Psychologie die Akademie über den Anfang dieses Jahrhunderts hinaus begleitet. Man kann das erkennen, wenn man z.B. in der Düsseldorfer-Universitäts-Bibliothek stöbert. In Riga gibt es einen Lehrstuhl, in Holland sind diesbezügliche Bestrebungen im Gange. Sie sehen, dass die Astrologie immer mehr Beachtung findet, was diese sicherlich verdient.

Haben Sie noch weitere Ziele?

Zur Zeit wird der Informations- und Bildungskreis für alternative Therapiemöglichkeiten e.V. gegründet, woran ich aktiv mitarbeite. Schon jetzt bieten wir eine umfassende Vortragsreihe an mit astrologischen Themen wie z.B. Partnerschaftsastrologie, Kinderastrologie, Börsen- und Wirtschaftsastrologie, aber auch alternative Therapieverfahren wie z.B. Homöopathie werden vorgestellt. Zudem ist die Planung eines Zentrums für alternative Therapiemöglichkeiten geplant, wo Behandlungen, astrologische Beratungen, Seminare und Vorträge mit den unterschiedlichsten Inhalten durchgeführt werden können.

Wir wünschen Ihnen viel Glück und Erfolg für die Durchsetzung Ihrer Ziele und bedanken uns für das Gespräch.
 
 

Quelle: BALANCE ®  4/1999

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