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Angewandte Umweltmedizin
wie krank macht uns unsere Umwelt
wirklich?
Die Lebensumstände in der Industriegesellschaft
haben sich in den letzten 100 Jahren rapide geändert. Die Anpassungsfähigkeit
des menschlichen Organismus stößt an seine Grenzen: es entstehen
zunehmend völlig neue Zivilisationskrankheiten wie die Multiple-Chemikalien-Sensibilität
(MCS), das Anspannungs-Erschöpfungs-Syndrom (CFS), Hyperaktivität
und Elektrosensibilität. Beispielhaft seien auch hier die massiven
Darmbelastungen mit Hefepilzen bei gleichzeitiger bakterieller Fehlbesiedlung,
sowie die allergischen Hautkrankheiten erwähnt. Viel zu oft werden
Patienten mit Umweltkrankheiten als Hypochonder in die Psychosomatik oder
gar Psychiatrie fehleingewiesen. In den letzten Jahren ist deshalb endlich
eine neue medizinische Disziplin entstanden: die Umweltmedizin.
Unsere Umwelt ist krank
Dass umweltbedingte Erkrankungen
überhaupt entstehen können, hängt von der Sensibilität
eines jeden einzelnen ab, die darüber entscheidet, wieviel umweltzerstörende
Einflüsse ausgeübt oder hingenommen werden. Wir alle werden seit
Jahren täglich damit konfrontiert: Die gesamte Natur auf unserem Planeten
befindet sich in einem dramatischen Zustand. Wir wissen, dass ein hoher
Anteil unserer Lebensmittel toxisch belastet ist. - Doch selbst wenn die
Menschen bereits massiv unter Allergien leiden, wird das einfach ausgeblendet
und gekauft, was im Supermarkt angeboten wird.
Unklare Beschwerden werden häufiger
Die ersten dokumentierten umweltbedingten
Krankheiten waren Bleivergiftungen im alten Rom. Jedoch mit Beginn des
Industriezeitalters hat der Mensch seine Umwelt in noch nie dagewesener
Form verändert. Diese Umweltveränderung hat eine immense Einwirkung
auf die menschliche Gesundheit. In der letzten Zeit kommen immer mehr Menschen
mit unklaren Beschwerden, für die keine organischen Ursachen gefunden
werden können, in die Arztpraxis.
Dabei wird „Natürliches Heilen“
immer schwerer, da die herkömmlichen sanften Verfahren der Naturheilkunde,
wie etwa Homöopathie, Kneippkuren, Pflanzenheilkunde bei den heute
anstehenden Problemen nicht mehr so greifen wie früher, da sich die
Situation insgesamt doch stark verändert hat. Früher litten die
Menschen vorwiegend unter einer begrenzten Zahl von Infektionskrankheiten,
die sich zum Teil mit den Naturheilmittel behandeln ließen. Heute
aber stehen in der ärztlichen Praxis ganz andere Probleme im Vordergrund:
Allergien, Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma, chronische Darmkrankheiten
und schwer zu beeinflussende Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Rheuma,
Arthritis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Umweltgifte wirken schleichend
Der Nachweis einer Schädigung
des Menschen durch Umweltschadstoffe ist deshalb schwierig und oft sogar
unmöglich, da es sich meist um sehr geringe Mengen handelt, die über
einen langen Zeitraum auf den Körper einwirken. Meist wirken nicht
nur ein Stoff, sondern viele Stoffe gleichzeitig auf den Menschen ein,
deren Kombinationswirkung unbekannt und stark individuell geprägt
ist. So reagiert eine große Anzahl von Menschen überhaupt nicht
auf Schadstoffbelastungen, während besonders empfindliche Menschen
stark betroffen sind. Das Heimtückische sind die oft schleichenden
Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Leistungsschwäche,
häufige Infekte, Verhaltensstörungen, Kopfschmerzen, Augenreizungen,
multiple Allergien, Ekzeme, Gliederschmerzen (rheumatische Beschwerden)
Schwindel und Benommenheit, Haarausfall, Leberstörungen etc.
Bereits geringste Dosen wirken
Etwa alle 83 Sekunden entsteht eine
neue chemische Verbindung, deren Unbedenklichkeit für den Menschen
nicht nachgewiesen ist, auch nicht in der Kombinationswirkung mit anderen
bereits vorhandenen Chemikalien! Es besteht deshalb kein Zweifel daran,
dass Krankheiten, die von Umweltbedingungen herrühren, im Ansteigen
begriffen sind. Ein großes Problem bei der Entstehung umweltbedingter
Erkrankungen ist die Tatsache, dass die Wirkung bereits winziger Dosen
Giftes ausreicht. Wie einzelne Stoffe in geringsten Konzentrationen im
Körper wirken, ist heute noch weitgehend unbekannt. Betroffen sind
in erster Linie Personen, die eine Sensibilität bzw. genetische Disposition
haben, d.h. schwache Entgifter sind. Das körpereigene Entgiftungssystem
kann z.B. durch bestimmte fehlende Gene von Geburt an behindert oder durch
andere Faktoren gestört sein. Oft löst nicht ein einzelner Schadstoff
eine Umweltkrankheit aus. Der Körper wir mit der Summe der Belastungen
- im Niedrigdosenbereich - nicht mehr fertig. Der letzte Tropfen bringt
das Fass zum Überlaufen (Abb. 1). Es ist deshalb falsch, sich
vehement an einem einzelnen Schadstoff festhalten zu wollen.
Umweltgifte sind schulmedizinisch
nur schwer auszuleiten
Eine entgiftende Therapie, vor allem
des Fettgewebes, in dem die meist fettlöslichen umweltbelastenden
Stoffe gespeichert werden, gelingt am besten mittels alternativer Heilverfahren
wie der Darmspülung (Kolon-Hydro-Therapie ) sowie durch eine besonders
wirkungsvolle Regenerationsbehandlung des Bindegewebes (Matrix-Regenerations-Therapie).
Ideal ergänzend wirkt die ayurvedische Medizin, die als weltweit einziges
Heilsystem über eine lange Erfahrung in der Ausleitung von Giften
und Stoffwechselschlacken verfügt. Nach dem Vorbild amerikanischer
Umweltmediziner werden auch in Europa zunehmend hochdosierte Vitamine und
Mineralien (Antioxidantien) zur Entgiftung des Körpers eingesetzt
(orthomolekulare Medizin) z.B. Zink und Selen zur Amalgam-Ausleitung.

Quelle:Balance® 4/1999
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