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Baubiologie, Teil II

Beginnen wir unsere baubiologische und „Feng Shui" -Wanderung durch Ihr Zuhause mit dem Eingang

Eingangsbereich

Der Eingang bzw. die Eingangstür vermittelt den ersten Eindruck Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses. Begrüßen Sie Ihre Familie und Ihre Gäste bereits an der Tür - mit Türkränzen entsprechend den Jahreszeiten, Bastelarbeiten aus Tonkarton und anderen Materialien oder einem Glockenspiel, und verändern Sie das „Gesicht“ Ihres Eingangs bzw. Eingangstür des öfteren. Pflanzen und Gefäße sagen: „Seid Willkommen!“ Ein symmetrischer, sorgfältig gestalteter und gepflegter Eingang zieht positives „Ch`i“ (Lebensenergie) an. 

Diele (Flur)

Die Diele ist die eigentliche Visitenkarte Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses. Beim Überschreiten der Türschwelle sollte man die Empfindung haben: „Ich bin angekommen und fühle mich wohl!“ ­ Ideal ist es, wenn sich die Eingangstür weit öffnen lässt und den Blick in einen weiten Raum ermöglicht. Helle Wandfarben fördern das Wohlbefinden. Am besten sind helle Naturtöne in Blau, Grün, Apricot, Ocker oder Cremeweiß. Diese Farben sind einladend und heben unsere Stimmung. Meiden Sie Schwarz, Grau und Braun. Diese Farben drücken unsere Stimmung.

Eine dunkle Diele kann in Ihrer Wirkung durch geschickten Lichteinsatz erheblich verbessert werden. Versuchen Sie, Ihre Diele möglichst gleichmäßig zu beleuchten ­ besonders kleine Dielen erscheinen dadurch größer. Die indirekte Beleuchtung ist sehr vorteilhaft. Verzichten Sie bitte auf Niedervoltbeleuchtungen, deren Beleuchtungskörper zwischen blanken Drahtseilen geklemmt werden. Durch diese „Modeerscheinung“ entstehen sehr hohe magnetische Wechselfelder im Kopfbereich = Elektrosmog! Diese Art der Beleuchtung erzeugt zusätzlich das Gefühl, unter einer Hochspannungsleitung zu stehen. Die klassische Glühlampe oder spezielle True-Type-Lampen (entsprechen meist einer Farblichttemperatur von ca. 5.000 bis 6.000 Grad Kelvin) sind hervorragende Lichtquellen. Sie sind sehr angenehm für unsere Augen!

Baubiologische Materialien /Tipps

Wand- und Deckengestaltung

• Sumpfkalkfarbe oder Naturölfarbe bei Bedarf mit Erdpigmentbeimischungen
• Lehmputzwände mit Lehmgrundputz (ca. 2 cm Auftrag) und/oder Lehmfinishputz (2-3 mm Auftrag); Farbzusammenstellung über die vier Lehmgrundtöne Grün, Ocker, Rot und Weiß
• Wisch- und Lasurfarben; individuelle Farbzusammenstellung durch Erdpigmentbeimischung; z.B. Auftrag mit Naturschwamm
• Stuckgipselemente geben der Wand und der Decke einen harmonischen Übergang ­ nicht nur für Kinderaugen empfehlenswert!

Fußbodengestaltung

• Massivholzparkett mit geölter und /oder gewachster Oberfläche
• Terrakottakacheln (Ölen zu empfehlen); achten Sie auf rutschhemmende Kacheln!
• Linoleum (hier können Sie aufwendige Muster verlegen lassen)
• Teppichböden sind Schmutzfänger und Lebensraum für Mikroorganismen ­ nicht für für Allergiker zu empfehlen.

Feng Shui-Tips (Positives Ch`Ï)

• Gestalten Sie Ihren Flur offen und hell,  „entschärfen" Sie Ecken und Kanten dadurch, dass Sie Pflanzen vor ihnen platzieren (Achtung: Verdorrte und kranke Pflanzen sind schlechtes „Feng Shui“).
• Plazieren Sie in langen Korridoren in Raummitte buschige Pflanzen oder ein Glockenspiel, verzichten Sie auf stachelige Pflanzen und Statuen mit Waffen.
• Achten Sie stets darauf, dass Ihre Diele aufgeräumt ist. 

Küche

Verweilen wir nun auf unserer Wanderung in der Küche und erholen uns ein wenig. ­ Die Küche ist der Ort der Gesundheit und des Reichtums. Bei den Chinesen klingt das Wort für Speise (Tsai) genauso wie das Wort für „Reichtum“. Somit kommt dem Herd besondere Bedeutung zu. ­ Hier wird Gesundheit und Wohlstand „zubereitet". Es sind überwiegend die feinstofflichen Energien der Zubereitung sowie der verwendeten Lebensmittel, die über die Speise auf uns Einfluss nehmen. Kochen Sie mit Unlust ­ so hat die Speise schlechtes „Feng Shui". Im Volksmund heißt es auch: „Die Liebe geht durch den Magen.“
Zunächst eine Anmerkung zu Ihrer Wirbelsäule. Tagsüber halten wir uns überwiegend in der Küche auf, und der Fußboden ist oft im wahrsten Sinne des Wortes „steinhart“! ­ Was sagen Ihre Füße, Beine und Wirbelsäule dazu? „Au" ­ mit Sicherheit! Federnde und schwingende Böden sind für die Entlastung des Wirbelkörpers ideal.

Ein idealer Bodenaufbau besteht  z.B. aus Holzbalken mit Holzschalung, Rieselschutzpappe, einer Lage Lehmsteinen (Grünlinge) zur Trittschalldämmung, darauf eine Lage Holzweichfaserplatten (Trittschall- und Wärmedämmung), darüber eine ökologische Spanplatte und zum Abschluss ein Linoleumboden. ­ Ihre Füße, Beine und Wirbelsäule werden es Ihnen danken! ­ Übrigens, beim Linoleumboden gibt es keine Fugen die mit der Zeit unansehnlich werden, so wie bei Kachelböden. Linoleum ist auch fußwarm, denken sie an Ihre „Krabbelkinder“ ­  sie halten sich meist auf dem Fußboden auf!

Aber bleiben wir bei der „geplagten" Wirbelsäule. Was hat die Arbeitsplattenhöhe in der Küche mit ihr zu tun? Viel ­ denn die Höhe der Arbeitsplatten, Schränke, Herd, Spüle usw. müssen für die jeweilige Körpergröße des Benutzers ausgelegt sein! „Fragen Sie Ihren Orthopäden oder Ihr Küchenstudio!" Ob man Sie hier diesbezüglich berät...? ­ Baubiologie hat sehr viel mit Ergonomie zu tun ­ dazu gehören z.B. auch höhenverstellbare „Bewegungsstühle“ am Essplatz. Eine starre Sitzhaltung hat noch keinen am Essplatz glücklich gemacht!

Die ideale Küche ist eine Massivholzküche mit geölter /gewachster Oberfläche. wussten Sie, dass eine natürlich belassene Holzoberfläche z.B. bei der Frischfleischzubereitung keimtötend wirkt ­ Kunststoffe nicht! Das zeigen eindeutig mikrobiologische Untersuchungen! Sicherlich gibt es mehrere Anbieter von Massivholzküchen auf dem Markt ­ ich möchte hier trotzdem die Fa. Team7 aus Österreich nennen ­ ein Vorreiter in Sachen Baubiologie und Ergonomie!

Die Ess- und Wohnkultur unserer heutigen Küche haben Architekten auf ein Mindestmaß reduziert! Ursprünglich war die Küche der Hauptaufenthaltsplatz der Familie, um den die anderen Räume herumgebaut wurden. Oft gab es in den Wohnungen einen zentralen „Grundofen“ mit Backraumfächern ­ es entstand immer eine behagliche Atmosphäre. Fühlen Sie sich in einer 8-10 qm Standardküche wohl? Wenn nicht, sollten sie zumindest folgende Tipps beachten: 

Baubiologische Materialien /Tipps:

Wand- und Deckengestaltung:
• wie bei der Diele, Farbe: cremeweiß

Fußbodengestaltung:
• Kork oder Linoleum (keine Fugen ­ erleichtert die Pflege). Geben Sie zur Pflege einige Spritzer Apfelessig in warmes Wasser.

Allgemein:
• Sorgen Sie für ausreichende Belüftung in der Küche
• Essen Sie bei Kerzenschein (stimmungsaufhellend).  Zudem sind Kerzen ideale Ionisierungsquellen für die Raumluft.

Feng Shui-Tipps

• Ideal wäre ein großer, heller Raum
• vermeiden Sie ein Zuviel an Schwarz und Rot, sondern setzen Sie diese Farben dezent zusammen ein.
• Herd und Spüle sollten nicht zusammenstehen, sollten Sie die Möbel nicht umstellen können, unterteilen Sie sie mit einem Trennregal aus Holz
• vermeiden Sie es,  mit dem Rücken zur Tür zu stehen (bringen Sie ggfs. Spiegel an)
• bei offenen Regalen, die „auf den Koch zielen“ wie auch bei scharfen Ecken oder Kanten: Entstörung durch abgerundete Ecken und Kanten sowie Pflanzen, die vor den Ecken platziert werden

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich bei der nächsten Ausgabe der BALANCE durch Wohn-, Esszimmer und Bad begleiten.

Michael Zube
staatl. geprüfter Techniker Elektrotechnik Baubiologe IBN und Feng Shui-Praktiker

Biologisches Schlafstudio Schoening
Tel. 0211 / 57 20 20
Internet: www.betten-schoening.de
e-Mail: mail@Betten-Schoening.de

 

Quelle: BALANCE ®  3/1999

 

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