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Es ist nicht alles Gold was glänzt

Wissenswertes über exakte Füllungen und die Verträglichkeit von Zahnersatz.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren es Handwerker wie Schirmmacher, Drechsler oder Elfenbeinschnitzer, die Zahnprothesen anfertigten. Für den Ersatz von Zähnen wurden Elfenbeinzähne oder Beinknochen von Ochsen verwendet. Zähne, die durch Karies ausgehöhlt waren, wurden mit Blei oder Zinn ausgestopft. Gut, dass diese Methoden der Vergangenheit angehören.

Heute reicht das Spektrum der Zahnfüllungsmaterialien von Kunststoff, über Keramik bis hin zum Gold. Mehr als 3.000 Legierungen am Markt bieten die Möglichkeit, bei jedem Patienten nur Metalle und Werkstoffe zu verwenden, die für seinen Organismus gut verträglich sind. Zahnärzte, die im ganzheitlichen Sinne arbeiten, testen jeden Patienten individuell auf Verträglichkeit des Zahnfüllungsmaterials. Dies gilt auch für Zemente zur Befestigung von Füllungen, Brücken und Kronen. Unbedingt ist auch auf die Verträglichkeit unterschiedlicher Zahnfüllungsmaterialien zu achten.

Die Batterie im Mund

Füllungen und Kronen sind in der Regel aus unterschiedlichen metallischen Legierungen hergestellt. Die Korrekturen an den Zähnen haben zu unterschiedlichen Zeiten oder bei verschiedenen  Zahnärzten stattgefunden. Hat man z.B. noch eine alte Amalgamfüllung und beschließt jetzt, eine neuere Füllung aus Gold einsetzen zu lassen, kann das böse Folgen haben: Durch den Speichelfluss kommt es zur elektrischen Aufladung, weil die unterschiedlichen Metalle wie bei einer Batterie Pole bilden. Das Vorhandensein einer elektrischen Spannung kann der Betroffene meist selber feststellen, durch einen metallischen Geschmack im Mund oder durch ein elektrisierendes Gefühl beim Kontakt mit Silberpapier.

Gestörter Energiefluss

Im Mund laufen viele unserer Energiebahnen, sprich Meridiane, zusammen. Kommt es durch unterschiedliche Zahnfüllungsmetalle zur elektrischen Aufladung, hat das Auswirkungen auf unseren gesamten Körper, insbesondere aber auf das Zentrale Nervensystem. Hinter einer Vielzahl von Migräneanfällen, chronischen Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen oder Tinnitus steckt eine „Batterie im Mund“ als wahre Ursache. 

Zahnfüllungsmaterialien im Überblick:

Amalgam

Einigen Besserwissern zum Trotz lässt sich über die Giftigkeit von Amalgam eigentlich nicht mehr streiten. 1995 wurden alle Zahnärzte in Deutschland dazu verpflichtet, in ihrer Praxis einen Sonderabfluss für Amalgam einzurichten, damit kein Schleifstaub in die Abwässer gelangt. Welch wundersame Wandlung sollte in unserem Körper stattfinden, dass quecksilberhaltiges Amalgam in unseren Mund, nicht aber in unsere Abwässer darf?

Amalgamfüllungen bestehen zu 50 Prozent aus Quecksilber. Um ein Einatmen oder Schlucken der Schlagpartikel der besonders giftigen Quecksilber Dämpfe beim Ausbohren zu vermeiden, wird mit der sogenannten Kofferdam-Technik gearbeitet. Dabei wird der Zahn, aus dem das Amalgam ausgebohrt wird, so abgeschirmt, dass nichts von dem quecksilberhaltigen Stoff über den Rachen in den Körper gelangt. Die Atmungsorgane werden durch Schutzmasken mit externer Luftzufuhr geschützt.

Nach Entfernung der Amalgamplomben ist eine Schwermetallentgiftung notwendig. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf die derzeit üblichen Entgiftungsmethoden wie: Auralon-Zell-Informations-Therapie, Bioresonanz-Verfahren, Homöopathie, Pflanzenheilkunde oder eine spezielle Ernährung (siehe Balance 4/2000).

Gold

Als gesunde Alternative zum Amalgam wird in der Regel Gold genannt. Nur ganz so einfach ist das mit dem Gold leider auch nicht. Gold als reiner Werkstoff ist nicht hart genug und muß stets mit anderen Legierungen verarbeitet werden. Welches für Sie und den Energiefluss in Ihrem Körper die richtige Goldlegierung ist, kann mit Hilfe der erwähnten Verfahren festgestellt werden.

Kunststoff

Kunststofffüllungen sind im Vergleich zu Gold und Keramik relativ weich und reiben sich beim Kauen ab. Die Folge: Veränderung der Bisslage und Undichtigkeit der Füllung, so dass Bakterien eindringen können. Es bildet sich erneut Karies. In einigen Fällen kommt es sogar zu Pilzbefall, so dass auf Kunststoff als Zahnfüllmaterial verzichtet werden sollte.

Keramik

Keramik hat hervorragende ästhetische Eigenschaften, so dass es für alle Bereiche der Frontzähne geeignet ist. Auch als Einlagefüllungen, Verblendschalen und Kronen wird Keramik verarbeitet. Keramik ist von allen Werkstoffen am härtesten. Diese einerseits im Sinne der Langzeiterhaltung günstige Eigenschaft führt andererseits häufig zu Schäden des Zahnhalteapparates. Außerdem: Auch Keramiken enthalten Metalle, die u.a. verantwortlich für die Farbe sind. Bis zu 30 Farben werden für die individuelle Farbgestaltung einer Keramik geschichtet. Der Glanzbrand sorgt in der Regel für eine Versiegelung, dass kein Speichel mit dem Metall in Berührung kommt. Eine Austestung auf Verträglichkeit bringt aber auch hier größtmögliche Sicherheit.

Laborgefertigte Füllungen

Um Zähne in ihrem ursprünglichen Zustand wieder herzustellen, sollten sie nach Abdruck und Vermessung der richtigen Kieferposition im Labor gefertigt werden. Dies ist ganz wichtig, denn nicht exakt sitzende Zahnfüllungen können schwerwiegende Folgen für die Wirbelsäule haben. 

Mehr über den Zusammenhang zwischen Rückenproblemen und Zähnen lesen Sie in der nächsten Balance.

Frauke Kleist
Medizin-Journalistin

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Quelle: BALANCE® 1/2001

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