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Der Tod
Übergang in ein neues Leben

Wir Menschen wissen zu Beginn des Dritten Jahrtausends mehr als zuvor in der Geschichte darüber, was geschieht, wenn wir sterben. Seit nunmehr dreißig Jahren gibt es die so genannte Sterbeforschung, wobei Wissenschaftler auf der ganzen Welt sich mit den Vorgängen von Sterben und Tod befassen.

Wegweisend in dieser modernen Forschungsrichtung war die Schweizer Ärztin und Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross. Mitte der sechziger Jahre wagte sie es, sich an die Betten von Sterbenden zu setzen, zu einer Zeit, als sich die Wissenschaft noch nicht mit den Problemen von Sterbenden befasste. Sterben und Tod galten als Tabuthemen.

1969 veröffentlichte Elisabeth Kübler-Ross ihren Weltbestseller „Interview mit Sterbenden“. Ihr Verdienst war es, den Prozess des Sterbens in dem bekannten Fünf-Phasen-Modell (Nichtwahrhabenwollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Zustimmung) niedergelegt zu haben. Sie schuf dadurch die Voraussetzung, dass der Sterbeprozess für Angehörige und Pflegende begreifbar gemacht wurde. In ihrem Gefolge setzte nun endlich eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Tabuthema Tod und Sterben ein. - Später begann Kübler-Ross öffentlich über das Leben nach dem Tod zu sprechen. Sie unterstützte den jungen Raymond Moody, der als erster eine Studie über die Nah-Toderfahrungen veröffentlichte (Leben nach dem Tod, 1977). Seither hat die Beschäftigung mit dem Tod extrem zugenommen, und die Publikationen der Forscher füllen ganze Bibliotheken.

Tod und Sterben sind allerdings nach wie vor Tabubereiche, über die Menschen ungern nachdenken. Das heutige Wissen vom Tod und was geschieht, wenn wir sterben, ist noch nicht im Alltagsbewusstsein der Menschen angesiedelt. Es gilt, die Angst und die Berührungsscheu aufzugeben, damit die Angst vor dem LEBEN losgelassen werden kann.

Der Tod ist nur ein Übergang in eine andere Form des Seins

Es gibt keine wie auch immer geartete Sicherheit, die uns von den Wechselfällen des Lebens zu schützen vermag, selbst nicht das dickste Bankkonto. Der Sinn des Lebens ist es, seelisch und geistig zu wachsen und lieben zu lernen. Das ist der alleinige Grund unserer Existenz auf Erden. - Der Tod ist nicht das Schlimmste, was uns passieren kann. Er ist nur ein Übergang in eine andere Form des Seins.

Durch die millionenfach bezeugten Nahtoderfahrungen auf der ganzen Welt ist ein generelles Muster des Übergangs eindeutig belegt; nicht aber die kursierenden Behauptungen von hilflosen Wissenschaftlern, die immer noch versuchen, diese Vorgänge als Halluzinationen oder als Wirkung von Endorphinen oder Sauerstoffmangel abzutun. Allein in Deutschland hat eine Studie der Universität Konstanz 3,3 Millionen Menschen mit Todesnäheerfahrungen bezeugt.
Die zahlreichen Erscheinungsformen von Todesnäheerfahrungen wie Nahtoderlebnisse, Sterbebettvisionen, Kontakte mit Verstorbenen und Wiedergeburt zeigen auf, dass heutige Todesnäheerlebnisse im Kern den Jenseitsvorstellungen aller Zeiten entsprechen.

Was erwartet uns, wenn wir tot sind?

Hier möchte ich kurz erläutern, was uns im Augenblick unseres Übergangs in die geistige Welt erwartet: Sobald die Seele als Träger des Geistes oder Bewusstseins den irdischen Körper verlassen hat, empfindet sie sich als ganz heil und schmerzfrei. Sie nimmt wahr, was am Ort ihres Todes geschieht. Sie sieht die Angehörigen oder die Unfallstelle und bemerkt gleichzeitig, dass sich ihr Bewusstsein ausdehnt, denn die Seele kann ihre Perspektive in Gedankenschnelle verändern. Diese außerkörperliche Erfahrung konnte millionenfach auf der ganzen Welt verifiziert werden.

Der Tod ist eine immense Bewusstseinserweiterung. Viele werden in einen dunklen Tunnel hineingezogen, an dessen Ende ein Licht aufscheint. Manche berichten auch von anderen Formen des Übergangs in die geistige Welt - sie überqueren Bergpässe, Flüsse, Brücken und ähnliche Symbole des Überganges, und die Begegnung mit dem Licht wird als die größte denkbare bedingungslose Liebe beschrieben.

Dann werden wir mit unserem Lebensfilm konfrontiert. Viele sagen, dass nicht nur das komplette Leben in Bruchteilen von Sekunden abgespult wird, sondern dass wir auch die Konsequenzen unserer Handlungen, Gedanken und Worte auf andere Menschen spüren. Das Lebenspanorama impliziert die Verantwortlichkeit des einzelnen für sein Leben, wobei wir nicht von außen gerichtet werden. Jeder Mensch ist auf seinem eigenen geistigen Weg nach Hause, d.h. der Rückverbindung mit der Urkraft, die wir Gott nennen.

Wer ein Nahtodeserlebnis hatte, verliert die Angst vor dem Tod für immer

Alle Betroffenen, die eine Begegnung mit dem Licht hatten, haben sich durch diese Erfahrung in ihrer Persönlichkeit grundlegend verändert. In der Regel dauert eine Nahtoderfahrung nicht länger als max. fünf Minuten. Eine seriöse Psychotherapie würde Jahre brauchen, um - wenn überhaupt - an einen solchen Punkt von Persönlichkeitsveränderung zu gelangen. Die Begegnung mit dem Licht führt zu einem Wiedererinnern des größeren geistigen Zusammenhangs. Wer das erlebt hat, verliert die Angst vor dem Tod für immer.

Sterben bedeutet, zur unendlichen Liebe zurückzukehren

Indem wir uns mit Nahtoderfahrungen beschäftigen, kann es uns gelingen, die eigene Angst vor dem Tod abzubauen. Es erwartet uns kein strenger Richter, sondern das alles verstehende Licht der Liebe.

Es ist an der Zeit, dass wir damit anfangen, Tod und Sterben nicht länger zu tabuisieren und uns offen über Erlebnisse mit dem Tod austauschen. Sterbende brauchen unsere Zuwendung und Liebe, damit sie in Frieden sterben und loslassen können. Denn trotz des Wissens darum, dass der Tod nur ein Übergang in eine andere Form des Seins ist, sollte heute niemand mehr allein sterben müssen. Wir alle sollten Schüler von Elisbeth Kübler-Ross werden, die die bedingungslose Liebe lehrte. Denn wir sind hier, um lieben zu lernen. Fangen wir doch heute damit an!

Bernard Jakoby

www.tod-und-sterben.de

Weiterführende Literatur

Bernard Jakoby: Auch Du lebst ewig - Die Ergebnisse der modernen Sterbeforschung, Langen-Müller, DM 39,90 (erstmalige Zusammenfassung und Dokumentation der vielfältigen Forschungsergebnisse der Thanatologen)

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Quelle: BALANCE 1/2001

 

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