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Ware Ayurveda
Das Geschäft mit der Mutter der Medizin

Wie erkennt man seriöse Ayurveda-Therapeuten ?

Das neue Jahrtausend  gehört wieder der biologischen Medizin. Da feiert auch Ayurveda neue Triumphe. Es ist die ganzheitliche Medizin, die immer mehr Menschen wollen, das sieht inzwischen auch die Schulmedizin ein, die es in 150 Jahren geschafft hat, alle Medizinrichtungen zu reglementieren. Doch diese Gipfelposition beginnt zu wackeln, denn langsam spalten sich die Lager in dem Geschäft mit den  chemischen Mitteln. Immer mehr Ärzte verschreiben mit besserem Gewissen biologische Heilmittel, Medikamente ohne große Nebenwirkungen! Und dem Patient gefällt es. Langsam bestimmt wieder der Kunde den Markt!

Ayurveda ist auch die Mutter unserer Schulmedizin

Zur Biomedizin gehört auch Ayurveda. Ayurveda ist die älteste ganzheitliche Medizin. Nicht umsonst gilt Ayurveda als die Mutter der Medizin, vor allem was die Traditionell Chinesische Medizin (TCM) und auch unsere junge Schulmedizin anbetrifft. Sie alle sind vom Ayurveda, dem Wissen vom langen Leben beeinflusst. Aryus meint das Leben, die Lebensspannen. Veda steht für Weisheit und Wissen, die Veden. Während TCM mehr die Philosophie des Ayurveda übernommen hat, hat sich die Schulmedizin ayurvedisches Wissen mehr auf der materiellen Ebene angeeignet. Allein 103 ayurvedische Instrumente befinden sich bis heute formunverändert in der modernen Chirurgie, vornehmlich in der plastischen Chirurgie, dort also, wo es auf Feinheiten ankommt. ­ Den Faden, der nach dem OP auf biologische Weise zerfällt, und damit dann Patienten ein Fadenziehen erspart, hat man in unserer Medizin vergessen, aus dem Ayurveda zu übernehmen. Er wurde in Europa erst vor paar Jahrzehnten entwickelt. In Indien ist er mehr als 3000 Jahre alt.

Pharmakonzerne stoppen die ganzheitliche Medizin

Ayurveda hat bei uns mehr im Wellness-Bereich Einzug gefunden. Panchakarma steht dabei im Mittelpunkt. Gemeint sind fünf Reinigungs- oder auch Ausleitungsverfahren, die die Gesundheit des Körpers stabilisieren. Noch größeren Nutzen könnte die Einnahme ayurvedischer Medikamente bringen, doch dass Ayurveda-Medizin den deutschen Markt erobert, danach steht den inländischen Pharmakonzernen weniger der Sinn. Ayurvedischen Medikamenten, die in Indien viele Menschen heilen, ist der Zutritt zum hiesigen Markt nach wie vor untersagt. Grund dafür sind unsere strengen  Qualitätskontrollen, die sicherlich auch ihre Daseinsberechtigung haben, doch wenn für die Zulassung eines Medikaments, genauer gesagt einer Indikation, DM 200.000 bis 900.000 notwendig sind, wird das für ausländische Firmen einfach zu teuer. Bislang hat sich auch noch kein deutscher Pharmakonzern auf den Weg gemacht, ayurvedische Medikamente herzustellen, was mit Sicherheit noch eine Marktlücke ist. Pfiffige gehen den Weg über Nahrungsergänzungsmittel, die nicht den strengen Zulassungsbestimmungen unterliegen.

Die Kosmetik hat es in Deutschland leichter, Qualitätskontrollen und Zulassungsbestimmungen zwängen diesen Industriezweig weniger in die Enge. Und daher kann der Kosmetikmarkt auch schneller auf Bedarf und Nachfrage reagieren.

Deutschland, der große Markt der Einzelkämpfer

Nur wenige Apotheker machen sich mittlerweile daran, z.B. Weihrauchtabletten zu produzieren und sie unter eigenem Markenzeichen zu verkaufen. Geschickte Heilpraktiker lassen sich für ihre Patienten ayurvedische Medikamente aus dem Ausland senden, und einige Patienten scheuen keine Mühe und fliegen sogar nach Indien, um kofferweise Medikamente für ein Jahr nach Hause zu  schaffen, was oft preiswerter ist, als überteuerte Medikamente aus dem europäischen Ausland zusenden zu lassen.

Die Grauzone ist groß

Doch der schlecht strukturierte Markt treibt auch unseriöse Blüten. So lässt z.B. eine bekannte Wellness-Kette fleißig ihr Warensortiment in den Niederlanden produzieren, und indische Kräuterpasten werden mit Ölen, die nicht unbedingt aus Indien kommen müssen, versetzt. Es ist an der Zeit, dass Heilmittelhersteller Struktur in diesen Markt bringen. Ob dies eine renommierte Pharmafirma im Bereich der Pyhtotherapie sein wird? Es wäre wünschenswert.

Da Ayurveda für umfangreiche Behandlungsmöglichkeiten steht und kaum jemand so richtig weiß, was sich dahinter verbirgt, birgt dies auch Gefahr des Missbrauchs dieser sanften und erfolgreichen Heilweise. Viele Journalisten, die über ayurvedische Behandlungsmethoden schreiben, tappen beim Suchen genauer Erklärungen im Dunkeln und beziehen ihr Wissen im schlimmsten Fall aus Büchern, die von Ayurveda-Gruppierungen zum Eigennutzen entwickelt wurden. Nicht dass das, was in diesen Büchern steht, durchweg falsch wäre, doch es würde schon Sinn machen, etwas kritischer hinter das Marketing-Kasperletheater zu schauen.

Hier wie in Indien bieten mittlerweile auch immer mehr kosmetische Praxen und Institute, deren Inhaber Autodidakten sind, z.B. ayurvedische Massagen an, ohne dass jemals eine Person dieser Betriebe eine größere Ausbildung in dem Bereich genossen hätte. In diesem Graufeld tummelt sich alles mit und ohne Rang und Namen, Schulmediziner, Krankenschwestern (auch indische), Krankenpfleger und Heilpraktiker, die eine schnelle Mark verdienen wollen, ja selbst Personen,  die über gar keine anatomische und pathologischen Kenntnisse verfügen und dubiose Konstitutionsanalysen, Klang- und Farbtherapien zusammenstellen.  Zu ihnen werden demnächst auch die im Vier-Tages-“Crash“-Kurs ausgebildeten so genannten „Ayurveda-Gesundheitsberater“ gehören.

Auch der ein oder andere Schulmediziner, der in Indien geboren ist, gibt sich als Ayurveda-Therapeut aus, obwohl er  ­ wenn überhaupt ­ nur über rudimentäres ayurvedisches Wissen verfügt. Er macht ein Geschäft dank der „richtigen“ Hautfarbe.

Wie erkenne ich seriöse Ayurveda-Therapeuten?

Aber wie kann man solche Aufschneiderei überprüfen? Lassen Sie sich die Ausbildungsnachweise der TherapeutInnen vorlegen. Informieren Sie sich über den Umfang des Therapie-Angebotes. Befragen Sie die indische Botschaft. Sehen Sie sich die Praxen genau an.  Da wo nichts auf Indien hinweist, dort hängt auch kein Herz am Geburtsland des Ayurveda.

Ayurvedapraxen-Betreiber, die in Indien studiert haben, sind selten, aber meist die besten. Hier kommen auch indische Gastärzte zu Besuch.

Was ein gutes Ayurveda-Institut anbieten sollte

Wer gutes Ayurveda macht, sollte folgendes anbieten:

• Panchakarma, das sind Entgiftungskuren, die über Darmsanierungen, Massagen, Schwitzkuren, Nasenausleitungen, Aderlass und Purgation den Körper reinigen.

• Die altindische Darmsanierung Basti basierend auf der Mischung von Öl und oder Kräutersud ist bislang die erfolgreichste, hier kommt auch die moderne, aber eher die Darmflora austrocknende, Hydro-Colon-Therapie nicht mit.

• Shirodara, der Ölguss gegen Stress, ist eine beliebte Management-Behandlung.

• Shirobasti, das Kopfölbad, wirkt Wunder bei neurologischen Störungen.

• Abhyanga sind Ganzkörpermassagen, die unser Bindegewebe entschlacken und uns auch von chronischen Ablagerungen, Erkrankungen befreien können.

Entdecken Sie echtes Ayurveda! Es ist vielleicht nicht billig, aber urgesund.  Schenken Sie sich und anderen Entspannung, Wohlgefühl und Gesundheit!
 

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Quelle: Balance® 4/2001

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