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Startseite > Themen > Verschiedenes > Peru und die Q’ero-Indianer Peru und die Q’ero-IndianerPeru sollte es sein als Auftaktreise zu einem ganzen Reisezyklus, der uns zu den verschiedensten Orten spiritueller Zentren und heiligen Plätzen der Erde führen soll. Der Reiseablauf war relativ schnell bestimmt, und die Organisation und Abwicklung übernahm „Dialog Reisen“ in Zusammenarbeit mit der peruanischen Künstlerkooperative „Inti Raymi", die im engen Kontakt zur Abtei Münsterschwarzach steht. Den Mitgliedern von Inti Raymi, Linda und Orlando Vasquez und vor allem auch Antonio Vasquez, der uns ständig begleitete, haben wir die Umsetzung unserer Reise zu verdanken. Ziel war es ja, eine spirituelle Reise zu wichtigen antiken Heiligtümern und mystischen Plätzen durchzuführen, wofür Inti Raymi genau der richtige Partner war, da sie mit die ersten waren, die Kontakt zu den Q´ero-Indianern des Hochlandes aufgebaut hatten. Die Q’eros lebten über Jahrhunderte im VerborgenenDie Q´eros gelten als direkte Nachkommen der Inkas, die sich vor den Spaniern in die Anden zurückgezogen hatten. Dort lebten sie über Jahrhunderte vollkommen verborgen in Höhen bis über 5.000 m, bis sie erst 1955 wieder der übrigen Welt in Erscheinung traten. Wir wussten, dass sie sehr offen für spirituellen Austausch sind und wünschten uns deshalb sehr, ihnen zu begegnen. Dies ist auch heute noch sehr schwer, nicht nur auf Grund ihrer immer noch sehr zurückgezogenen Lebensweise, sondern vor allem durch ihre Fähigkeit, einfach nicht auffindbar zu sein, wenn sie keinen Kontakt wollen. Aber unser Wunsch sollte sich erfüllen und sogar weit über unsere Hoffnungen hinaus gehen. Selbstverständlich führte uns unsere Reise auch zu den bei uns bekannten Orten. Erstes Ziel war Cusco, das kulturelle Zentrum des Hochlandes der Nabel der Welt war es für die alten Inkas. Eine z.T. liebevoll restaurierte Stadt, natürlich touristisch orientiert, mit interessanter Architektur und unzähligen Zeugnissen der frühen Inka- und auch Vor-Inka-Kulturen, letztere aber leider häufig nur im Fundamentbereich von Gebäuden aus der Kolonialzeit, denn die Spanier pflegten ihre Gotteshäuser genau auf den alten Tempeln zu errichten. Inti Raymi hatte uns für die Zeit in Cusco neben unserem persönlichen, sehr gut deutsch sprechenden Rund-um-die-Uhr-Reisebegleiter Antonio einen weiteren Reiseführer organisiert, Carlos, ein Schamane aus der Schule von Sacsayhuaman. Mit ihm erwanderten wir Teile des heiligen Tales der Inka und vor allem auch die Tempelbereiche um Sacsayhuaman, dem riesigen oberhalb von Cusco gelegenen Tempel- bzw. Festungsbezirk. Auf dieser Wanderung, die eine ganz bestimmte Abfolge der Besichtigungen vorsah, führte Carlos immer wieder Rituale der Reinigung und Vorbereitung mit uns durch, um sicherzustellen, dass wir für unser nächstes Ziel, Machu Picchu, richtig eingestimmt waren. Dorthin gelangten wir nach einer mehrstündigen sehr holprigen Zugfahrt. Der Machu Picchu war der erste Höhepunkt der ReiseMachu Picchu (Alter Berg) war ein absoluter Höhepunkt, einerseits wegen der atemberaubenden Natur, andererseits wegen der alten Ruinenstadt, die einmalig und unvergleichlich ist. Bis heute ist vollkommen unbekannt, wie diese überaus präzisen Steinmetzarbeiten ausgeführt werden konnten und vor allem wie diese tonnenschweren Lasten an diese Stellen bewegt wurden. Ein Teil unserer Gruppe stieg zum Huayna Picchu (Junger Berg) auf, der Bergspitze, die sich direkt hinter Machu Picchu erhebt. Dort ganz oben ist der heiligste Punkt, weil er der Sonne, Inti, am nächsten liegt. Und auch hier sind Fundamente eines Gebäudes vorhanden, aus riesigen Steinen, die niemand diese extremen Steilwände hochgezogen oder gar hoch getragen haben kann. Das Erlebnis des teilweise sehr anstrengenden Aufstiegs, in dieser wunderbaren, kaum fassbaren Natur mit der überall gegenwärtigen Präsenz der alten Kultur, kann mit Worten nicht beschrieben werden. Unsere Reise führte uns dann ins Hochland der Q´ero-Indianer. In Tinki, wo Inti Raymi ein Gästehaus besitzt, war unser Domizil. Schon auf unserer mehrstündigen Anreise über endlose Serpentinen-Staubpisten wurden wir von einem Paqo, einem Q´ero-Hohepriester begleitet. Dass unsere Reise unter einem guten Stern stand, wurde uns hier schon durch zwei wunderbar brillant strahlende Regenbogen gezeigt, durch die wir mit unserem voll gepackten Kleinbus fuhren. Die Zeichen der Natur sind für die Q´eros sehr wichtig und Don Pasquale, unser Q´ero-Begleiter, bestätigte uns die tiefe Bedeutung, zumal wir zu einer Zeit reisten, die mit zur regenärmsten des Jahres zählt. In Tinki angekommen, stießen weitere Q´eros zu uns, obwohl es im Vorfeld für die Leute von Inti Raymi nicht möglich gewesen war, mit den Indianern Kontakt aufzunehmen. Schließlich begleiteten uns zeitweise 4 Paqos. Unter ihnen auch Don Mariano, der den höchsten Rang inne hat. Sie sagten uns, er sei so etwas wie der Papst, um seine Position und Funktion zu beschreiben. Mit ihnen waren wir am Fuße des Ausangate, dem 6.398 m hohen und heiligsten Berg der Q´eros, an dessen erstem See sie ein großes Despaccio mit uns durchführten. Bei dieser Opfergabe bittet man um Erlaubnis, sich in dem heiligen Gebiet des Ausangate bewegen zu dürfen, man erbittet den Segen vom Apu (dem Herr/Gott des Berges), von Inti und von Pachamama (Mutter Erde) und drückt gleichzeitig seine Ehrerbietung aus. Bei einem Despaccio werden unzählige Opfergaben zu zwei kleinen Päckcken (eines für den Apu, eines für Pachamama) gebunden. Die Zutaten und die Abfolge unterscheiden sich von Paqo zu Paqo. Mit Wein und anderen rituellen Flüssigkeiten benetzt, werden sie anschließend verbrannt und dadurch an die Gottheiten zurückgegeben. Brennt das Feuer, ist die Opfergabe angenommen. Unser Feuer brannte zur Freude und Erleichterung aller - gut. Auch der Ausangate drückte uns seinen ganz besonderen Segen dadurch aus, dass er uns nach der Opfergabe seine Spitze zeigte. Die Wolken brachen auf, und auf unserem ganzen Rückweg wurde die Spitze des Ausangate durch die untergehende Sonne angestrahlt. Dies war ein weiteres Geschenk, denn er zeigt sehr selten sein Gesicht. Die Paqos und wir waren glücklich und fassten dies auch als gutes Omen für unser Trecking ins Q´ero-Land auf. Trecking in einer Höhe von mehr als 5000 MeternDies war ohne Zweifel der forderndste Abschnitt unserer Reise, denn er führte uns in Höhen über 5.000 m. Da wird die Luft wirklich dünn und der Körper spürt es. Trotz und vielleicht gerade wegen der Strapazen, denen der Körper ausgesetzt war, bildete das Trecking den wirklichen Höhepunkt der Reise. Jenseits aller Zivilisation nur umgeben von den riesigen Bergen, die scheinbar endlos aufeinander folgen im Kampf mit sich selbst, den eigenen Kräften oder denen des Pferdes, erfährt man seine Grenzen und erhält einen Blick für die Dinge, auf die es wirklich ankommt. Am schönsten war diese unsagbare Stille in der vermeintlich nicht endenden Weite der Natur dort oben. Wir hatten das eigentliche Ziel unserer Reise wirklich erreicht. Bei Antritt der Reise war es unser Wunsch, wenigstens einem Paco zu begegnen, doch stattdessen trafen wir mit zahlreichen Q´eros sogar mit ihrem höchsten Priester zusammen. Sie empfingen uns warmherzig und offen, gewährten uns Einlass in ihr Gebiet und luden uns ein, wieder zu ihnen zu kommen. Zudem wurde uns prophezeit, dass wir im nächsten Jahr mit einer noch größeren Gruppe wiederkehren würden. Zum Abschluss unserer Rundreise besuchten wir noch das am Titicacasee im heutigen Bolivien gelegene Tiahuanaco und machten danach einen Abstecher nach Arequipa. Beide Auflüge waren landschaftlich sehr schöne Erlebnisse, in der Intensität der Empfindung aber für uns nicht mit Machu Picchu oder der Zeit mit den Q´eros zu vergleichen. An die Tiefe ihres Bewusstseins, ihre allgegenwärtige Spiritualität in Verbundenheit mit der für sie komplett beseelten Schöpfung werden wir uns immer erinnern. Informationen zu den Reisen:
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