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Das Leben danach
Was mit uns geschieht, wenn wir sterben
Nahtoderfahrungen (NTE) sind heute ein Massenphänomen. Weltweit kann von 50 Millionen Menschen ausgegangen werden, die eine Todesnäheerfahrung gemacht haben. Eine Langzeitstudie der Universität Konstanz (September 1999) belegt für Deutschland einen Anteil von 3,3 Millionen Menschen mit NTE.
Dennoch wird die Nahtodforschung von weiten Teilen der Ärzteschaft nicht ernst genommen. Eine nähere Beschäftigung damit würde erhebliche Konsequenzen im Umgang mit Sterbenden und Reanimierten nach sich ziehen: Der Arzt wüsste dann, dass sein Handeln vom Betroffenen wahrgenommen wird.
Das menschliche Bewusstsein ist bei Hirntod noch aktiv
In wissenschaftlichen Kreisen werden Nahtoderfahrungen immer noch gerne als rein physiologisches Phänomen abgetan mit dem stetigen Hinweis auf Sauerstoffmangel im Gehirn und mit Endorphinen, die angeblich ein Glücksgefühl auslösen und Halluzinationen.
Britische Wissenschaftler fanden indes Ende 2000 bei einer Studie mit Menschen, die ein Todesnäheerlebnis hatten, heraus, dass bei den meisten Menschen mit NTE entweder normaler oder erhöhter Sauerstoffgehalt im Blut nachgewiesen wurde, keineswegs aber ein Mangel. Reiner Sauerstoffmangel bewirkt einen Verlust der Urteilsfähigkeit, Wahrnehmungsstörungen, Bewusstlosigkeit, Konfusion und Angstzustände. Sam Parnia, einer dieser Ärzte, regte im Juni 2001 die Diskussion darüber, ob es ein Leben nach dem Tod und eine Seele gibt, bei einer Vorstellung der Ergebnisse der Studie in Los Angeles neu an. Demnach ist das menschliche Bewusstsein auch dann noch aktiv, wenn das Hirn nicht mehr arbeitet und ein Mensch als klinisch tot gilt.
In ihren Studien sind die Wissenschaftler, die sich mit Berichten von Herzschlagpatienten über deren Empfindung an der Schwelle zum Tod befassten, auf eine Reihe von Menschen gestoßen, die von strukturierten und klaren Denkprozessen zum Zeitpunkt des klinischen Todes berichtet haben. Das bedeutet, dass das Bewusstsein oder die Seele weiter denken, selbst dann, wenn es beim Menschen zum Herz- und Atemstillstand kommt. Die Patienten, die Erinnerungen an Todesnähe aufwiesen, hatten klare Erinnerungen daran. Sie gaben an, sich durch den Raum bewegt zu haben und berichteten überdies von einer Kommunikation mit anderen Wesenheiten. (Süddeutsche Zeitung 30.6.-01.07.01)
Diese aktuelle Berichterstattung über die Nahtoderfahrung führte im August 2001 dazu, dass die Stiftung Organtransplantation an die Öffentlichkeit ging, da die Diskussion, wann ein Mensch wirklich tot ist, durch Sam Parnias Studie neu entfacht wurde: Die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Organspende sinkt.
Der Mensch ist mehr als nur Körper und Verstand
Der Regensburger Transplantationsmediziner Matthias Anthuber versuchte die Öffentlichkeit zu beschwichtigen: Organe würden nur entnommen, wenn der Hirntod eingetreten sei. Die Patienten, die von hellen Lichtern und langen Tunneln erzählen, seien hingegen klinisch tot gewesen, nicht aber hirntot. (Süddeutsche Zeitung 03.08.01)
Die Medizin spricht heute vom Tod eines Menschen, wenn das Gehirn unumkehrbar geschädigt ist, obwohl das Herz weiterhin schlägt in einem noch lebenden übrigen Körper. Hirntote sind im Grunde genommen Sterbende. Wenn aber Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existieren kann, wie es die britischen Wissenschaftler in ihrer Studie belegen, dann ist der Mensch nicht nur sein Körper oder sein Verstand, der ein körper-gebundenes Werkzeug ist, sondern ein unsterblicher Geist.
Träger des Geistes in seiner feinstofflichen Hülle ist die Seele, die also mit Bewusstsein ausgestattet ist. Die Verbindung zwischen Seele und Körper wird durch die sogenannte Silberschnur zusammengehalten. Erst deren Durchtrennen bedeutet den endgültigen Tod. Beim klinischen Tod oder Hirntod ist diese Durchtrennung noch nicht erfolgt. Das ist genau jener Bereich, in welchem sich die Nahtoderfahrungen abspielen: Die Seele verlässt für kurze Zeit den Körper, kann aber noch zurückkehren, da sie noch über die Silberschnur mit dem Körper verbunden ist. Viele Nahtoderfahrene berichten von dieser dünnen Schnur.
NTE's laufen nach einem bestimmten Muster ab
Durch die Aussagen der britischen Ärzte wurden ein weiteres Mal die Ergebnisse der Untersuchungen der Sterbeforschung der letzten dreißig Jahre bestätigt. Die vielen Nahtoderfahrungen laufen nach einem bestimmten Muster ab und sind weltweit und interkulturell immer wieder bestätigt worden. Daraus lässt sich der Ablauf des Sterbegeschehens rekonstruieren.
Wenn wir sterben, verlassen wir den Körper und nehmen alles wahr, was sich im Umfeld des Übergangs ereignet. Bei dieser außerkörperlichen Erfahrung erweitert sich unser Bewusstsein, wodurch jede Distanz in Gedankenschnelle überwunden wird. Die meisten sehen einen Tunnel, den Übergang zum Jenseits, an dessen Ende ein Licht aufscheint. Im Angesicht des Lichts spüren die Betroffenen Liebe und Frieden. Danach erfolgt die Lebensrückschau. Zahlreiche Menschen berichten von der Begegnung mit Verstorbenen, die wie in den besten Jahren ihres Lebens aussahen. Erwähnt wird auch eine Verbundenheit, eine Verschmelzung mit allem Wissen, und es ist immer wieder von unbeschreiblich schönen Landschaften die Rede. Es gibt unterschiedliche Ebenen im Jenseits, welche die verschiedenen Bewusstseinszustände repräsentieren.
Das Ziel der geistigen Entwicklung ist es, in die göttliche Urkraft zurückzukehren. Das ist der Sinn und Zweck allen Seins.
Bernard Jakoby
www.sterbeforschung.de
Bücher von Bernard Jakoby: "Auch Du lebst ewig - Die Ergebnisse der modernen Sterbeforschung"; "Das Leben danach. Was mit uns geschieht, wenn wir sterben". Verlag Langen-Müller
Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des IBATH e.V. wird Bernard Jakoby am 2.11.2001 ein Seminar in Düsseldorf leiten. Info unter Tel. 0211-4056414

Quelle: BALANCE 4/2001
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