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Lichtallergie durch Jod?

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Der Ärzteverband Deutscher Allergologen schätzt laut Pressenotiz vom 14.07.2001, "dass bei zunehmender Tendenz bis zu 20 % aller Menschen darunter" (gemeint ist Lichtallergie) "leiden". Wie kommt es zu dieser erschreckenden Entwicklung, die Betroffenen das Leben oft unerträglich macht?

Immer mehr Menschen leiden unter Lichtallergie!

Es ist bekannt, dass die Sonnenallergie, eine spezielle Form der vielgestaltigen Lichtallergie, auch durch Medikamente ausgelöst werden kann, z.B. durch Tetracycline (Antibiotika) Chinolone (gegen Harnwegserkrankungen), Antimykotika (gegen Pilzinfektionen) u.a., aber Medikamente sind nicht ausschließlich die Auslöser der Lichempfindlichkeit in ihren verschiedenen Schweregraden.

Die unter den Fachbegriffen "Photosensibilität"," Photodermatose / Lichtdermatose" , "Photophobie" und "Phototoxizität" in medizinischen Handbüchern behandelten Krankheitserscheinungen sind vielgestaltig - auch in ihren Ursachen, und zu ihnen zählen außer den bereits erwähnten Medikamentengruppen auch Schilddrüsenerkrankungen, Lebensmittelfarbstoffe ( z.B.E127) und Jod.

Wer sich schon einmal einer Schilddrüsenbehandlung hat unterziehen müssen - und das ist laut Expertenaussage schon jeder 3. Deutsche -, der wird sich zweifellos an die Warnung des behandelnden Endokrinologen erinnern, die sich auf die im Zusammenhang mit der Schilddrüsenerkrankung stehenden Licht- oder Sonnenempfindlichkeit bezieht: "Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, und bitte keine Sonnenbäder, das bekommt Ihnen nicht mehr!"

Tatsächlich gehört zu den klassischen Symptomen von Schilddrüsenerkrankungen wie Überfunktion, autonome Bereichen und Morbus Basedow die so genannte Wärmeintoleranz, auch "Photophobie" genannt, bei der es durch Lichteinfluss zu Augensymptomen wie Schleiersehen, verstärktem Tränenfluss und Doppelsehen kommt.

Fast 90% der Patienten mit Morbus Basedow entwickeln diese "endokrine Orbitopathie". deren Verlauf zwar auch milde, oft aber auch sehr ausgeprägt sein kann. wobei auch der Grad der Lichtempfindlichkeit dem Grade dieser Augenerkrankung entspricht.

Sie beginnt meist schleichend mit Augenbrennen und erhöhter Lichtempfindlichkeit und kann sich bis zur Gesichtsfeldeinschränkung (Grad VI) steigern. Linderung können zum einen symptomatische Maßnahmen wie Tränenersatzmittel und dunkle Brillengläser verschaffen (s. Die Schilddrüse, Darmstadt 1995, S. 206).

Zum anderen kann eine deutliche Verbesserung dieses Krankheitszustandes aber auch erreicht werden, wenn Jod, das bei Schilddrüsenüberfunktion und Morbus Basedow im übrigen streng kontraindiziert ist (weil es die Symptome verstärkt und die Krankheit verschlimmert), konsequent weggelassen wird.

Viele Jodallergiker können sich selbst bei bedecktem Himmel nur mit Sonnenbrille im Haus aufhalten

Aber man muss nicht unbedingt schilddrüsenkrank sein, um eine starke Lichtempfindlichkeit zu entwickeln. Erstaunlicherweise berichten Schilddrüsenkranke und schilddrüsengesunde Jodallergiker unabhängig voneinander, dass sie in den letzten 6-7 Jahren eine immer schlimmere Lichtempfindlichkeit entwickelt haben: "Ich konnte selbst bei bedecktem Himmel nur mit der Sonnenbrille im Wohnzimmer sitzen".

Nachdem sie aber der ärztlichen Anordnung, kein Jod mehr zu sich zu nehmen gefolgt waren, legte sich überraschenderweise auch die extreme Lichtempfindlichkeit, so dass derjenige, der früher sogar bei bedecktem Himmel die Sonnenbrille brauchte, um den durch Licht ausgelösten Tränenstrom zu verhindern, auf einmal gar keine Sonnenbrille mehr brauchte. Auch bei Sonnenschein nicht.

Warum das so ist, erklärt möglicherweise die Wirkungsweise des Jodes. Zu den Leitsymptomen des homöopathischen Arzneimittelbildes des Jodes gehört nämlich:
"Hitze und Sonnenbestrahlung verschlimmern" (vgl. Leesers Lehrbuch der Homöopathie, Ulm 1961, S.227), "Verschlimmerung durch Wärme und im warmen Raume" und "Lichtscheu", dabei Augenlidkrampf mit subjektiven Lichtempfindungen. (vgl. Stauffer, Klinische homöopathische Arzneimittellehre, Stuttgart 1998, S.357; ders., Symptomen-Verzeichnis, Stuttgart 1994, S. 59, 334 ).

Derjenige Lebensmittelfarbstoff, der die stärkste bis jetzt belegbare phototoxische Reaktion auslöst, ist der rote Farbstoff "Erythrosin" (=E127), der für Süßigkeiten, Obstkonserven , z.B.Cocktailkirschen, und Marmeladen verwendet wird.Auch bei diesem Stoff trifft man wieder auf Jod, und zwar auf eine solche Menge, die gewichtsmäßig mehr als die Hälfte des Gewichtes des Farbstoffes ausmacht.

Vorsicht mit dem Farbstoff "Erythrosin" - E127

Das Katalyseinstitut für angewandte Umweltforschung veröffentlichte schon 1992 eine hochbrisante, fatalerweise aber völlig ignorierte Stellungnahme zu diesem Farbstoff, deren Kernaussagen ich ihrer Wichtigkeit halber hier ausführlich zitiere: "Eine Neubewertung wird möglicherweise auch durch eine Studie amerikanischer Physiologen notwendig, die zu der Feststellung gekommen ist, dass Erythrosin zu einer Reihe von Substanzen gehört, die unter dem Einfluss von Licht bei Tieren und Menschen zu Gesundheitsschäden führen können. Man spricht von Fototoxizität oder Fotosensibilisierung. Dabei handelt es sich um einen Vorgang, bei dem eine in den Körper gelangte Substanz vom (Sonnen-)Licht Energie aufnimmt und diese an ein Zielorgan, z.B. die Haut, weitergibt. Eine Fotosensibilisierung kann leicht mit einem Sonnenbrand verwechselt werden. In schweren Fällen kann es zu ausgedehnten entzündlichen Rötungen, Schwellungen und zur Schuppung der Haut sowie zu Haarausfall kommen. Als ein Beispiel sei der Fall einer 63-jährigen Frau geschildert, bei der sich nach Sonnenbestrahlung im Süden Frankreichs Ekzeme auf den unbedeckten Hautregionen bildeten, die sich erst zu Hause wieder zurückbildeten." Es kam zu mehreren Rückfällen, die zu akuten Beschwerden mit ausgedehnten Verletzungen und Fieber führte, und schließlich "kann die Frau ihr Haus vor Eintritt der Dunkelheit nicht mehr verlassen....schließlich gelangt sie durch Zufall an eine Klinik, die zu der Zeit gerade eine Untersuchung mit Lebensmittelfarbstoffen durchführt ...Nur Erythrosin führt zu einem ...Ergebnis mit den entsprechenden Symptomen. Die Ärzte raten ihr daraufhin, gefärbte Lebensmittel - insbesondere solche mit E127 - zu meiden." Danach trat eine vollständige Besserung der Beschwerden ein.

Wenn es tatsächlich, wie die entsprechenden Leitsymptome nahe legen, das Jod in Erythrosin war, das die Photosensibilisierung ursächlich ausgelöst hat, erklärt sich die Besserung des Zustandes der Patientin zu diesem Zeitpunkt allein durch das Weglassen des jodhaltigen Farbstoffes bei sonst unjodierten Lebensmitteln.

In Deutschland werden etwa ab 1993 in steigendem Maße die Lebensmittel und Mineralfuttergemische für Nutzvieh jodiert, so dass außer dem jodhaltigen Farbstoff nun auch fast sämtliche Lebensmittel jodiert sind. Das ist ungefähr aber auch der Zeitpunkt, seitdem immer mehr Menschen unter einer sogenannten Lichtempfindlichkeit leiden, deren Ursache jedoch, weil man Jod bislang nicht in Betracht gezogen hat, unerkannt geblieben ist.

Anerkanntermaßen sind es vor allem die UV-Strahlen, die bei Photodermatosen die Hautveränderungen bewirken. Einem Chemiker kommt bei dem Stichwort UV-Strahlung wahrscheinlich spontan die Assoziation zur chemischen Jodreaktion: wenn "in den Strahlengang eines Spektrums eine Jodlösung" eingeschaltet wird, "wird der gesamte Lichtteil des Spektrums absorbiert. Übrig bleiben das unsichtbare Ultrarot und Ultraviolett." Aus diesem Grund bezeichnen Naturwissenschaftler Jod auch als "Lichtdieb" (in: Rudolf Hauschka, Substanzlehre, Frankfurt/Main 1976, S. 32).

Es gibt Bemerkungen von Patienten, die wie ein Schlaglicht Zusammenhänge erkennen lassen, wenn man die toxische Wirkungsweise bestimmter Gefahrenstoffe kennt.

Klagt ein Patient mit Lichtallergie außerdem beispielsweise noch über ein innerliches brennendes Gefühl wie: "Ich verbrenne von innen", dann ist eine möglicherweise weitere deutliche Spur zu Jod als Krankheitsauslöser gelegt.

Die Giftinformationszentrale der medizinischen Klinik 2 des Klinikums Nürnberg Nord nennt u.a. als Symptome einer akuten Jodvergiftung: schwere Verätzungen der Speiseröhre und des Magens, Brennen von Lippen und Schleimhäuten und Augen, Übelkeit und Erbrechen.

Treffen diese Beschwerden oder nur eine von ihnen mit den Symptomen einer Licht- oder Sonnenallergie zusammen, muss unbedingt abgeklärt werden, ob Jod als Auslöser der Lichtallergie in Frage kommt. Ist das dann wirklich der Fall, muss der Patient eine Diät ohne künstliche Jodzusätze einhalten.

In Deutschland ist es schwierig, sich jodfrei zu ernähren

Für eine jodfreie Diät muss wegen der in Deutschland überwiegend jodbelasteten Lebensmittel aus Sicherheitsgründen unbedingt auf ausländische Lebensmittel (z.B. aus Frankreich, Italien, Spanien, Israel, Nordafrika, Polen, Irland, Schottland ) ausgewichen werden.

Bedenkenswert ist es schon, dass man immer auch auf Jod als möglichen Krankheitsauslöser stößt, wenn man sich intensiv mit den Formen der Lichtallergie befasst. So weist interessanterweise Japan, das Land mit dem höchsten natürlichen Jodvorkommen der Erde, weilweit auch die höchste Rate an erblichen Lichtüberempfindlichkeiten (=Xeroderma pigmentosum) auf: einer von 40.000 Japanern leidet an dieser Lichtallergie. In den USA, wo sich auf Grund der Verwendung eines jodhaltigen Mehlbleichmittels auch sehr viel Jod in den Lebensmitteln befindet, aber eben nicht so viel wie in Japan, leidet dagegen nur einer von 250.000 Amerikanern an der erblichen Xeroderma pigmentosum.

Es drängt sich daher die Überlegung auf, dass Jod ein viel gravierender Krankheitsauslöser ist, als allgemein angenommen wird. Jod ist ein Spurenelement und daher ist es auch nur in Spuren unbedenklich. In größeren Mengen dagegen ist Jod ein Gift. Es hat in unseren Lebensmitteln nichts zu suchen. 

Dagmar Braunschweig-Pauli

 

Nähere Informationen erhalten Sie gegen DM 10,- Porto- und Kostenbeteiligung bei:
Deutsche Selbsthilfegruppe der Jodallergiker, Morbus-Basedow- und Hyperthyreose-Kranken
Postfach 2967, 54219 Trier

Literatur: 

Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage 1998
H.P.T.Ammon: Arzneimittelneben- und Wechselwirkungen, Stuttgart 1991
Pfannenstiel/Schwarz: Nichts Gutes im Schilde, Stuttgart 1994
Die Schilddrüse. Ausgewählte Referate der Jahre 1992 bis 1995, Merck Darmstadt
Katalyse. Institut f. angewandte Umweltforschung, Hrsg.: Was wir alles schlucken,Rowohlt, 1992
Leesers Lehrbuch der Homöopathie, Ulm 1961, S.227
Karl Stauffer: klinische Homöopathische Arzneimittellehre, 13. unveränderte Auflage, Stuttgart 1998; 
ders. Symptomen-Verzeichnis, 11.unveränderte Auflage, Stuttgart 1994
Dagmar Braunschweig-Pauli: Jod-Krank. Der Jahrhundertirrtum, Dingfelder-Verlag 2000 

 

Jod-Lüge

 

Dagmar 
Braunschweig-Pauli

Die Jod Lüge.
 

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: Herbig (März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3776623233

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Quelle: BALANCE® 4/2001

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