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In Einklang kommen

Klangmassage mit tibetischen Klangschalen

Unsere Welt ist heutzutage eine Visuelle und das Hören oft eher störend: Lärm gilt in Umfragen als einer der wichtigsten Stressfaktoren. Bedauerlich, denn das Ohr gilt seit alters her als das „Tor zur Seele“, und Stimmen, Musik oder andere Töne können sehr direkt unsere Gefühle ansprechen.

Das Hören ist genauer als das Sehen. Experimente haben gezeigt, dass kein anderes Organ auf so minimale Impulse anspricht wie das Ohr, und biologisch gesehen scheint es ebenfalls einen größeren Stellenwert zu besitzen: Bevor wir geboren werden, nehmen wir die Welt bereits akustisch wahr, und in der Stunde des Todes hören wir noch, wenn bereits alle anderen Sinne versagen. (1)

Das ganze Universum besteht aus Klang

„Wann immer die großen Mystiker, Propheten und großen Denker der Welt zu jeder Zeit der Geschichte den Vorgang der Schöpfung erklärten, stellten sie Klang an erste Stelle. Und der Wissenschaftler von heute sagt das gleiche.“ (2) So hat die Radioteleskopie entdeckt, dass der Kosmos voller Klang ist. Auch das Meer, besonders die Tiefsee ist voller Klänge. In Israel, England und den USA hat man mittels foto-akustischer Spektroskopie den Klang einer Rose in dem Augenblick hörbar gemacht, in dem aus der Knospe die Blüte bricht, und sowjetische Forscher haben den Einfluss von Musik auf das Wachstumsverhalten von Pflanzen nachgewiesen.

So wie Klang unser Ursprung ist, ist Harmonie das Ziel. Auch das lässt sich inzwischen „wissenschaftlich“ belegen: So hat William Condon von der medizinischen Fakultät Boston herausgefunden, dass bei einem guten Gespräch zwischen zwei Personen ihre Gehirnzellen synchron schwingen, und es gibt ähnliche Beobachtungen bei Mutter und Kind, Eheleuten – sogar bei guten Rednern und ihren Zuhörern. (3)

„Die physikalische Wirkung von Klang hat (...) einen großen Einfluss auf den menschlichen Körper. Der ganze Mechanismus, die Muskeln, der Blutkreislauf und die Nerven werden alle durch die Kraft der Schwingung bewegt. So wie es für jeden Klang Resonanz gibt, so ist der menschliche Körper eine lebendige Klangresonanz.“ (4)

Schon in den frühen Schriften der Chinesen, Griechen, Ägypter, Perser und Hindus ist der therapeutische Wert der Musik erkannt und respektiert worden, und in Indien entstand bereits vor etwa 5000 Jahren die vedische Heilkunst, die in der Hauptsache auf der Wirkung von Klängen beruht. – Heute kann man mit hochempfindlichen elektronischen Geräten Klänge des Körpers aufnehmen, und aufgeschlossene Ärzte und Heilpraktiker benutzen hochentwickelte Instrumente, von denen auf elektronischem Wege Töne erzeugt werden, die der Frequenz gesunder Organe und Knochen entsprechen. (5)

„In Nepal hat man die Vorstellung, dass ein Mensch, der harmonisch schwingt, auch gesund ist.“ Da alles zur Harmonie strebt, „bedarf es nur eines Urtons aus unserer natürlichen kosmischen Umgebung (in der Art einer akustischen Hochpotenz), um in die entsprechende Harmonie zu kommen. Der Prozess der Harmonisierung läuft dann automatisch ab und bringt uns in Einklang mit dem Lauf der Dinge, führt uns ins Zentrum.“ (6)

Bei der Klangmassage werden Klangschalen auf und um den Körper gestellt und angeschlagen. Die dabei entstehenden Schwingungen übertragen sich auf den Körper und breiten sich dort in konzentrischen Wellen aus. Da wir zu etwa 80 % aus Wasser bestehen, wird auf diese Weise jede der über 100 Billionen Zellen angesprochen. Sind wir frei von Blockaden, fließen die Schwingungen durch uns hindurch und treten aus Zehen und Haarspitzen wieder heraus. Das ist in der Regel jedoch nicht der Fall, weil die meisten Menschen Verspannungen haben. Die Schwingungen arbeiten sich sanft aber kontinuierlich zu diesen Blockaden, Verhärtungen und Hemmungen durch und befreien sie sanft. Da unser Körper „ein lebendiges Ganzes von Schwingungen“ ist, in dem jedes gesunde Organ in seiner eigenen Frequenz vibriert, „erinnert“ die Klangschale kranke Organe an ihre ursprünglichen, harmonischen Frequenzen, „und stimuliert den Körper, erst in der Schalenfrequenz mitzuschwingen und dann (...) auch selbständig die eigenen harmonischen Frequenzen zurückzufinden.“ (7)  Manchmal entsteht ein Gefühl von Weite und Frieden. Der Atem wird ruhiger und tiefer, und wir erreichen leicht den Alpha-Zustand. Negativer Stress wird abgebaut, Harmonie und Heilung werden möglich.

Die Klangmassage findet in vielen Bereichen Anwendung

Klangschalen kommen aus Japan, China, Thailand und dem Himalaya-Gebiet und  sind aus 5 - 12 verschiedenen Metallen gefertigt. „Einer Überlieferung nach soll eine Schale sieben Metalle enthalten, für jeden Planeten eines.“ (9)

Peter Hess beschäftigt sich seit 1984 mit der Wirkung von Klang auf den Menschen und lässt Klangschalen in traditioneller Weise in Nepal herstellen, da man nur noch selten Schalen findet, die der alten Metalllegierung und Herstellungsweise entsprechen.

Diese  Klangschalen bestehen aus 12 Metallen und enthalten das Stück einer alten Klangschale – „als Transformation alten Wissens“. Jede Klangschale birgt dadurch die Schwingung der Planeten in sich und setzt eine Vielzahl von Klängen und Obertönen frei. (10)

Das Institut für Klang-Massage-Therapie bildet KlangmasseurInnen aus und sorgt durch Weiterbildung für den Austausch und die Supervision der Praktizierenden. Die von Peter Hess entwickelte Methode der Klangmassage findet inzwischen in vielen Bereichen Anwendung und wird ständig weiterentwickelt. Lehrer gestalten in der Arbeit mit hyperaktiven Kindern Klangreisen mit Klangschalen, Physiotherapeuten und Ärzte setzen Klang zur Behandlung ein, Manager bewältigen Stress damit erfolgreich, und in der Geburtsvorbereitung und im Wellnessbereich finden Klangschalen ebenfalls Anwendung.

1999 wurde der „Europäische Fachverband Klang-Massage-Therapie“ gegründet, der diese Arbeit inhaltlich weiterentwickelt und die aktiven KlangmasseurInnen praktisch unterstützt.

Edelgard Weiler, Diplompädagogin, Yogalehrerin und Klangmasseurin

Infos unter www.edelgardweiler.de

Infos zur Ausbildung und Arbeit von Peter Hess unter www.klang-massage-therapie.de

Literaturhinweise:

1 Joachim-Ernst Berendt: Nada Brahma – Die Welt ist Klang, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Nov. 1985 (überarb. Neuausgabe), S. 14 f.

2 Hazrat Inayat Khan: Musik, Göhring Druck GmbH, Waiblingen, 1996, S. 54

3 Joachim-Ernst Berendt, a.a.O., S. 145 ff

4 Hazrat Inayat Khan, a.a. Ort, S. 37 f,

5 siehe dazu: John Diamond: Der Körper lügt nicht, VAK Verlags GmbH, Kirchzarten 1983, 6 Peter Hess: Klangschalen für Gesundheit und innere Harmonie, W. Lugwig Buchverlag GmbH, München 1999, S. 8

7 Eva Rudy Jansen: Klangschalen, Zimbeln und Glocken, Verlag Binkey Kok, Viever (NL) 1991, S. 37 f

8, 10, 11 Peter Hess, a.a.O., S. 26,

9 Metall Gold - Planet Sonne, Silber - Mond; Quecksilber - Merkur; Kupfer - Venus; Eisen - Mars; Zinn -         Jupiter; Blei - Saturn (a.a.O., S. 14 f)

 

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Quelle: BALANCE® 3/2002

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