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Startseite > Themen > Körpertherapie > Shiatsu ShiatsuDie Kunst der BerührungShiatsu ist eine ganzheitliche Behandlungsform, die in diesem Jahrhundert auf der Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zu einer alternativen Heilmethode entwickelt wurde, die in Japan gleichberechtigt neben der Schulmedizin existiert. Im Westen ist uns von der chinesischen Medizin hauptsächlich die Akupunktur bekannt, die mittlerweile auch von der WHO gefördert wird. Doch innerhalb der TCM ist die Akupunktur nur eines von mehreren grundlegenden Heilverfahren: Zum Gesamtkomplex der TCM gehören neben Bewegungsübungen und Atemtherapie natürlich die Heilkräuterkunde, sowie Diätetik und Ernährungstherapie. Ein weiterer Aspekt ist die manuelle Therapie in Form von Akupressur und Massage (Anma/chin. Tuina). Diese Massageform wurde in Japan zu einer Heilmethode weiterentwickelt, die nicht nur auf der rein körperlichen Ebene versucht, Spannungen abzubauen, sondern sich gleichzeitig auf die Suche begibt nach den zugrunde liegenden Lebens-, Denk- und Verhaltensmustern, die sich auf der Körperebene in Form von verschiedenen Krankheitssymptomen manifestieren. „Shiatsu bedeutet frei übersetzt „Fingerdruck“ und ist eine Heilmassage, deren Wurzeln sich bis in die Zeit des legendären „Gelben Kaisers“, d.h. bis ca. 2000 Jahre v. Chr. zurückverfolgen lassen. Heute lautet die offizielle Definition des japanischen Gesundheits- und Wohlfahrtsministeriums: „Shiatsu ist eine Form der manuellen Behandlung, bei der Daumen, Finger und Handteller, jedoch keine mechanischen oder anderweitigen Instrumente benutzt werden, um Druck auf die Haut auszuüben. Ziel dieser Behandlung ist es, innere Fehlfunktionen zu korrigieren, um die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und um bestimmte Krankheiten zu behandeln.“ Das heute als Shiatsu bekannte Verfahren wurde 1964 von der japanischen Regierung offiziell als Therapie anerkannt und so von der aus China stammenden traditionellen Massage, „Anma“ genannt, abgegrenzt. Im Zentrum der Betrachtungsweise des Shiatsu steht die Einsicht, dass der Mensch eine harmonische Einheit von Körper, Geist und Seele bildet. Ein harmonisches Zusammenspiel und ein Gleichgewicht dieser Anteile ist nur möglich, wenn die Lebensenergie „ki“, frei in unserem Körper zirkulieren kann. Einseitige Lebensführung, verdrängte schmerzhafte Erfahrungen und langjährige körperliche Fehlhaltungen, aber auch plötzliche äußere Veränderungen und Einflüsse wie z. B. Stress und Überarbeitung führen zu Blockaden im Energiefluss und verursachen Imbalancen, die ihren Ausdruck auf allen drei Ebenen finden und zu verschiedenen Symptomen von Unwohlsein oder Krankheit führen. Shiatsu sucht feinfühlig diese Blockaden in den Energieleitbahnen auf und zielt darauf ab, diese inneren Blockaden und Spannungen aufzulösen. Die Arbeit des Shiatsu ist also nicht einseitig an den Symptomen orientiert, sondern setzt sich mit dem ganzen Menschen auseinander. Die Wirkung des Shiatsu entsteht jedoch nicht aus einem rein mechanischen Abarbeiten der gerade indizierten Punkte, sondern wie in einem Zen-Paradoxon durch die absichtslose, entspannte Berührung. Behandler und Behandelter treffen sich in einem absichtslosen Zustand des „Tuns im Nichttun“; es entsteht eine Form von Tanz, in dem beide Beteiligten einen Zustand von Balance anstreben. In diesem entspannten Austausch gelingt es idealerweise, im eigenen Zentrum zur Ruhe zu kommen. Die Berührung der energetisch wirksamen Druckpunkte auf den Meridianen führt zu einem verbesserten Fluss der Lebensenergie „ki“ in den Meridianen; dem Körper wird die in Blockaden gebundene Energie wieder zur Verfügung gestellt. Shiatsu steht auch hiermit in der Tradition der TCM, deren wichtigstes Ziel die Prophylaxe war. Die Energie ausgleichende Wirkung des Shiatsu hilft nicht nur gegen stressbedingte Verspannungen und Erschöpfung, sondern schafft die Voraussetzung für bleibende Gesundheit und Wohlbefinden. Grundsätzlich begeben sich beide Partner einer Shiatsu-Behandlung in einen Austausch- und Lernprozess. Dies gilt insbesondere für diejenigen, denen die erste Begegnung mit Shiatsu, sei es in einem Schnupperkurs oder in einer Behandlung zum Anstoß geworden ist, sich länger und intensiver, vielleicht in Form einer Ausbildung mit Shiatsu zu befassen. Die Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland (GSD) sieht zur Zeit einen Ausbildungsumfang von ca. 640 Unterrichtsstunden vor, um zum Shiatsu - Praktiker ausgebildet zu werden. Als Therapie darf Shiatsu nur von Ärzten und Heilpraktikern ausgeübt werden, aber die Beschäftigung damit und mit der zugrunde liegenden chinesischen Weltsicht eröffnet einen Zugang zu einem völlig neuen, bereicherten Welt - und Selbstverständnis. Weitere Informationen bei
Christiananda Sydow
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