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Verzweiflung
tötet
Erste erfolgreiche
Selbsttherapie bei Bewegungsstörungen verursacht durch Schlaganfall, Parkinson,
MS und ähnlichen Erkrankungen
„Dem Leben wiedergegeben“
heißt unser Buch, das seit Herbst 2002 auf dem Markt ist, und sein Untertitel
verspricht: Erfolgreiche Selbsttherapie bei Bewegungsstörungen wie Schlaganfall,
Parkinson, MS und ähnlichen Erkrankungen.
Hoffnung keimt auf, wo
sonst Verzweiflung herrscht, und natürlich kam bei uns als Autorinnen sofort die
Frage auf: Darf man das? Hoffnungen wecken bei Erkrankten, die unter Lähmungen
leiden, vielleicht schon seit vielen Jahren, und die jede Hoffnung auf Heilung
längst aufgegeben haben?
Ja, man darf es und man
muss es sogar, wenn man den Beweis so eindrucksvoll antreten kann wie Sonja
Wierk. Sie entwickelte aufgrund eigener leidvoller Erfahrungen mit der Krankheit
„Multiple Sklerose“ die SoWi-Therapie, die Menschen mit zerebralen Störungen
erstmals die Möglichkeit gibt, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern.
Dabei ist es gleichgültig, wodurch die Lähmungen verursacht wurden.
„Dem Leben wiedergegeben“,
ist ein wunderbarer Titel für ein wunderbares Buch, das Zuversicht wecken kann
und will. Es wird nicht nur von den Betroffenen sehnlich erwartet, sondern auch
von Angehörigen, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, denn es beschreibt
eine völlig neue Therapieform, auf der große Hoffnungen ruhen. Es schildert aber
nicht nur den individuellen Weg der Autorin. Es kann und wird viel mehr
bewirken, weil es Erkrankten wieder Hoffnung gibt und sie dazu ermuntert, diesen
Weg gleichfalls einzuschlagen. Denn das Fatale bei einer Diagnose wie MS ist,
dass den Betroffenen nicht nur gesagt wird, dass ihre Krankheit unheilbar sei,
sondern darüber hinaus, dass sie sich mit der Zeit immer mehr verschlimmern
werde. Völlige Hoffnungslosigkeit der Erkrankten ist zumeist die Folge.
Hier setzt das Buch an. Es
räumt auf mit den zur Resignation führenden Vorurteilen, denn bereits während
der Lektüre leitet es den notwendigen Lernprozess ein, der dazu führt, dass
Erkrankte „zurück in ihren Körper finden“, wodurch Lähmungen reversibel werden,
selbst wenn sie schon lange bestehen.
Spüren kann man lernen
Die Methode, die an einem
völlig anderen Punkt ansetzt als andere Therapien, eröffnet Betroffenen einen
ganz neuen Blickwinkel auf ihre Krankheit und vor allem auf den eigenen Körper,
den viele Gelähmte im Laufe ihrer Erkrankung immer weiter auszublenden gelernt
haben. Um allerdings eine Verbesserung einzuleiten und diese dann zu
stabilisieren, ist das Entscheidende, ihn zu allererst wieder anzunehmen, ihn
mit allen Sinnen zu erspüren und Kontakt aufzunehmen zu den betroffenen
Regionen. Leichter gesagt als getan? Nein, es ist wirklich ganz einfach, und das
Buch ist der Schlüssel dazu! (Die guten Dinge im Leben sind ja immer einfach,
simpel sind sie allerdings nie.)
Hoffnung für Menschen mit schweren Lähmungen
Sonja Wierks Rückkehr zur
Beweglichkeit begann in winzigen Schritten. Am Anfang stand der Besuch eines
Feldenkrais-Seminars, in dem sie entdeckte, wie sie durch die reine Kraft ihrer
Gedanken zunächst nur ihre spastisch gelähmte Hand wieder erreichen konnte, die
sie seit Jahren nicht hatte willentlich bewegen können. Was hatte sie bisher
nicht alles versucht! Und nun gelang es ihr auf einmal, sogar ohne die immense
Anstrengung, mit der sie diese Hand über Jahre hinweg hatte erreichen wollen. –
Dadurch wurde sie zuversichtlich, dass ihr Weg hier eine Wende zum Guten nehmen
würde.
Moshe Feldenkrais hätte seine helle Freude an Sonja Wierk
Der Anfang war gemacht,
und im Laufe der folgenden Wochen, Monate (und auch noch Jahre später) ergänzte
sie die Lehre von Moshe Feldenkrais mit ihren Erkenntnissen und Erfahrungen, so
dass jetzt auch Menschen mit schweren spastischen Lähmungen Hoffnung schöpfen
dürfen. Moshe Feldenkrais bedauerte es immer selbst – man kann es in seinen
Büchern nachlesen – dass für Menschen mit schweren, vor allem spastischen,
Lähmungen, der Zugang zu seiner Lehre nicht einfach, oft sogar unmöglich sei.
Aber er hoffte optimistisch, dass einmal jemand kommen werde, um diese Lücke zu
schließen. Und genau dies ist Sonja Wierk mit ihrer SoWi-Therapie gelungen.
Sie, die ja selbst durch
spastische Lähmungen völlig unbeweglich geworden war, fand heraus, wie sie neue,
leistungsfähige Nervenverbindungen schaffen konnte. Heute sieht kein Mensch
mehr, dass die mittlerweile 78-Jährige einst schwerkrank, am Ende sogar
bettlägerig und pflegebedürftig war.
Hätte ihr damals (1985)
jemand prophezeit, dass sie im Jahre 2003 einen Urlaub in Fuerteventura machen
und dort im weichen Sand Strandspaziergänge machen würde, weder sie noch ihr sie
pflegender Ehemann hätten das damals glauben können. Aber es ist so gekommen:
Sie ist heute wieder zu fließenden und harmonischen Bewegungen fähig, verfügt
über ein stabiles Gleichgewicht und eine unglaubliche Gelenkigkeit. Sie kann
Treppen steigen, ohne sich am Geländer festzuhalten, sie kann tanzen und auf
einem Bein stehen. Alles Dinge, von denen an MS Erkrankte schon im
Anfangsstadium gar nicht mehr zu träumen wagen. – Vergleichen Sie bitte die
beiden abgebildeten Fotos von Sonja Wierk. Hätten Sie gedacht, dass sie auf dem
rechten Bild wesentlich jünger ist als auf dem linken?
Sonja Wierk ist
mittlerweile nicht nur für Menschen mit MS zur Hoffnungsträgerin geworden, denn
völlig gleichgültig, wodurch eine Lähmung entstanden ist, mit Sonja Wierks
SoWi-Therapie ist in jedem Fall Besserung möglich.
Hier sollte man beim Lesen
dieses Artikels kurz innehalten und sich eines klarmachen: Man muss es tun! Muss
dabei bleiben, durchhalten und nicht nachlassen, den Körper in der richtigen Art
und Weise zu motivieren, ihn zur Bewegung anzuleiten, so wie es die
SoWi-Therapie lehrt.
Die SoWi- und die Feldenkrais-Methode sind nicht identisch
Obgleich Sonja Wierks
„Initialzündung“ in einem Feldenkrais-Seminar stattfand, ist die SoWi-Therapie
nicht identisch mit der Feldenkrais-Methode. Aber den Impuls bekam Sonja Wierk
durch sie, und bis heute ist sie dafür dankbar und nach wie vor eine große
Bewunderin der Lehre Moshe Feldenkrais’. Mittlerweile fließen Elemente aus
vielen Richtungen in ihre eigene Therapie ein, es gibt viele Überschneidungen
mit anderen Ansätzen, weshalb es auch für die meisten Therapeuten anderer
Richtungen leicht einzusehen ist, weshalb die SoWi-Therapie wirkt.
Schritt für Schritt zurück ins pralle Leben
Erst gelangen Sonja Wierk
durch ihre Entdeckung kleine Verbesserungen ihrer Lage. Dann, im Laufe vieler
Wochen, kamen größere Fortschritte hinzu: plötzlich konnte sie sich ohne Hilfe
aufsetzen, und schließlich kam der Zeitpunkt, an dem sie sogar aus ihrem
Rollstuhl aufstehen konnte. Aber dieser Zeitpunkt konnte nur kommen, weil sie
die einmal begonnene Zwiesprache mit ihrem Körper und seinen geschädigten Teilen
und Organen aufrecht erhielt ... und das tut sie bis heute. – Bald begann sie,
anderen ihre Erfahrung nahezubringen, Ärzte und Therapeuten konnten zusehen, wie
sie das Rad der permanenten Verschlechterung stückchenweise zurückdrehte. Sie
erklomm, erst mit Mühe, dann aber immer rascher, Sprosse um Sprosse der Leiter
der Gesundung bis zu ihrem heutigen Zustand.
Heute ist sie natürlich
glücklich, dass es ihr gelang, ihren Körper wieder „zu erreichen“ und ihn zu
harmonischen Bewegungen anzuleiten. Und sie hat, seit sie den Weg zu ihrer
eigenen Gesundung fand, nicht damit aufgehört, sich anderen Erkrankten
zuzuwenden, die sie um Rat, Hilfe und Zuspruch bitten.
Bis heute hält sie in
ihrem Wohnort Bremerhaven, aber auch bundesweit, Seminare für Erkrankte und
jetzt immer öfter auch für engagierte Therapeuten. Sie steht fest auf ihren
ehemals gelähmten Beinen im Leben, rund um die Uhr ansprechbar für „ihre“
Kranken.
Das Beste, was Gelähmten widerfahren kann
Multiple Sklerose lähmt
langsam fortschreitend immer mehr, Heilung ist aus Sicht der Schulmedizin nicht
möglich, Erleichterung der Symptome kann sie nur dann versprechen, wenn man
bereit ist, schwere Nebenwirkungen auf sich zu nehmen. Und auch bei einem
Schlaganfall ist es sehr ungewiss, wie sich die Zukunft gestalten wird.
Sonja Wierks Methode ist
für jeden Gelähmten eine Perspektive, und sie ist frei von gefürchteten
Nebenwirkungen. Sie ist das Beste, was Gelähmten widerfahren kann, weil sie den
Erkrankten die Verantwortung für den eigenen Körper zurück gibt. Nicht der
Körper oder gar nur ein Teil von ihm wird „behandelt“, Seminarteilnehmer lernen
stattdessen, sich ganzheitlich zu betrachten, also wie sie sich als gesamte
Persönlichkeit mit Körper, Geist und Seele wieder erfahren, um sich dann ins
Zentrum ihres Lebens stellen zu können.
Immer wieder wurde Sonja
Wierk in den letzten Jahren gebeten, ihre Methode schriftlich festzuhalten,
gerade auch für diejenigen, die kein Seminar bei ihr besuchen können.
Ich bin unendlich
glücklich darüber, dass ich dieser bemerkenswerten Frau nicht nur begegnen,
sondern dass ich auch dieses von so vielen erhoffte Buch gemeinsam mit ihr
schreiben durfte.
Ich bin selbst an MS
erkrankt und weiß, wie einschränkend eine Störung des zentralen Nervensystems
ins Leben eingreift. Doch die Krankheit entpuppte sich für mich als Glück im
Unglück, denn sie lehrte mich über das Zusammenspiel verschiedener seelischer
Komponenten, die MS auslösen können, worüber ich in meinem Buch „Diagnose MS –
wie ich meine Hoffnung wiederfand“, bereits berichtete. Mein persönlicher
Entwicklungsweg und die Erkenntnisse, zu denen ich nach und nach gelangte,
bewirkten, dass ich die Krankheit stoppen konnte. Doch die SoWi-Therapie geht
noch darüber hinaus. Durch sie wird es möglich, das Rad wieder zurückzudrehen,
gelähmte Körperteile neu zu beleben, sogar wenn sie bereits jahrelang
bewegungsunfähig waren.
Selbstachtung, Eigenliebe,
Mut und Zuversicht ...
Dass sich Erfolge nicht im
Handumdrehen einstellen können, leuchtet jedem ein, „Dranbleiben“ heißt daher
auch die Devise der SoWi-Therapie. Mut, Zuversicht und Eigenverantwortung zu
entwickeln ist gerade für Gelähmte, die viel auf Hilfe angewiesen sind, nicht
einfach. Hier können Angehörige sinnvoll unterstützen, wenn sie sich gleichfalls
mit dieser besonderen Methode auseinandersetzen.
Schritt für Schritt wird
in unserem Buch erklärt, wie man sich seinen ganz persönlichen Trainingsplan
erstellt, ausgerichtet auf die individuellen Probleme, der jederzeit ganz nach
Bedarf erweitert und verändert werden kann. Wir zeigen auf, mit welcher
Grundeinstellung eine Veränderung möglich ist: Selbstachtung, Eigenliebe und
Zuversicht sind der Boden, auf dem Genesung gedeiht. Im Augenblick zu leben, ihn
wirklich wahrzunehmen ist Nahrung und gleichsam Dünger für die angestrebten
Veränderungen.
Eine weitere Voraussetzung
ist, bei allem möglichst spielerisch und locker zu bleiben. Daher haben wir
bewusst ein großes Kapitel in das Buch aufgenommen darüber, wie Kinder lernen:
mit Freude, Neugierde und Erwartung. Denn Druck, Zwang und übertriebene
Anstrengung sind kontraproduktiv und ersticken das kleine Pflänzchen, das
positive Körpergefühl, das sich unbedingt einstellen muss, wenn man gelähmte
Gliedmaßen wieder bewegen möchte. Einen kranken Körper zu trainieren, wie man es
mit einem gesunden macht, ist der völlig verkehrte Weg, damit macht man alles
nur noch schlimmer.
Unendlich wichtig ist
außerdem, beim Üben wirklich mit Leib und Seele dabei zu sein. Beim Fernsehen
auf einem Hometrainer zu radeln, mag zum Muskelaufbau sinnvoll sein, um neue
Nervenleitungen zu knüpfen braucht es dagegen die ganze Aufmerksamkeit, die
ganze Person mit Körper, Seele und Geist. Im Hier und Jetzt.
Wer die SoWi-Therapie
beginnt, der sollte bereit sein, sich auf eine völlig andere Sichtweise
einzustellen. Auch Schulmediziner kommen mittlerweile zu Sonja Wierks Seminaren,
sie staunen, sind beeindruckt von der Intensität dieser Frau, die jeden Kummer,
jede Angst „ihrer Kranken“ so gut nachvollziehen kann, weil sie alles aus
eigener Erfahrung kennt...
Und weil sie
herausgefunden hat, wie einfach es sein kann, sich dem Leben wiederzugeben.
Barbara Zaruba
Nähere Informationen
unter:
www.sowi-therapie.de
Unter dieser Nummer können Sie
das Video zum Buch bestellen:
Tel. 0 81 57 / 78 79
Fax 0 81 57 / 7 75 81
(Video-Bestellung)
mailto:
sowipost@aol.com
oder
zaruba2000@yahoo.de
Literaturhinweise:
„Dem Leben wiedergegeben“,
Barbara Zaruba und Sonja Wierk · ISBN 3-7766-2294-6
„Diagnose MS – wie ich
meine Hoffnung wiederfand“, Barbara Zaruba · ISBN 3-485-00641-9
Anm. der Red.: beide
Bücher sind – für jedermann – überaus empfehlenswert
Quelle: BALANCE 2/2003
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