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Startseite > Themen > gesund leben > Die vergessenen Wilden Die vergessenen Wilden
Wilde Blüten und Kräuter sind in der freien Natur, oder auch im eigenen Garten, eine Quelle uneingeschränkter Freude. Ihr Duft und ihre Farbenpracht beleben unsere Sinne. Kommen sie gar als liebevoll zubereitete Leckerbissen auf den Tisch, erreicht der Genuss unbekannte Dimensionen. Urgesunde „Urkost“Die in unseren gemäßigten Breiten vorkommenden Wildpflanzen erlauben uns eine Zeitreise zu vergangenen Essgewohnheiten und vergessenen Genüssen. Gleichzeitig geben sie unserem Körper die bioaktiven Stoffe, die zu ihm passen wie ein Schlüssel ins richtige Schloss. Der mitteleuropäische Homo Sapiens nutzte Wildpflanzen als wichtigste Nahrungsquelle. Unsere genetische Ausstattung baut auf dem auf, was unsere Ur-Vorfahren als Nahrungsgrundlage vorgefunden haben. Das Sammeln von Kräutern, Blüten, Früchten, Wurzeln, Blättern und Samen war Millionen von Jahren die entscheidende Überlebenstechnik. Die Menschen früherer Zeit kannten noch über tausend verschiedene Pflanzen und nutzten sie als Lebensmittel. Wir kultivieren und essen heute gerade noch 10 Prozent davon. Den Rest bezeichnen wir kurzerhand als „Unkraut“ und trachten es auszurotten, wo immer es ungepflanzt und ungesäht aufkeimt. Die heutigen Zuchtformen haben nur noch wenig mit ihren „wilden“ Verwandten zu tun, und wenn man es genau betrachtet, hat sich auch der moderne Mensch vom allumfassenden Rhythmus der Natur abgekoppelt. Die Nacht wird zum Tag erhellt, und Jahreszeiten kaum noch wahrgenommen. Insbesondere die Essgewohnheiten haben sich, evolutionär betrachtet, rasant schnell und grundlegend verändert. – Anlass genug für eine Rückbesinnung auf ein Wissen, das Generationen vor uns überleben ließ. SinnesfreudeDie Geschmacksvielfalt unserer heimischen Wilden ist bemerkenswert und von unglaublichen Aromen geprägt. Frisch gepflückt und verarbeitet verzaubern sie Vorspeisen, bereichern herzhafte Hauptgerichte, parfümieren Getränke und entfalten ihren vollen Geschmack in delikaten Desserts. Sie bieten uns kulinarische Erlebnisse einer ganz ungewohnten, ursprünglichen Qualität und Vielfalt. Wohlklingende Namen wie Moschusmalve, Hirtentäschel, Engelwurz oder Wiesenschaumkraut verführen zum Ausprobieren. Zerreibt man Bärlauch zwischen den Fingern, entweicht dem unscheinbaren Blatt ein reiner Duft von frischem Knoblauch. Mädesüß entfaltet in voller Blüte ein betörendes Mandelaroma. Selbst der überall wachsende Löwenzahn, oder das einfache Gänseblümchen, gehören zu den wilden Schätzen der Natur und werden richtig zubereitet zur gesunden Delikatesse. Eine gelungene Symbiose aus Genuss und Gehalt. Der Garten als Rettungsinsel für die heimische PflanzenweltDie Wiedereinführung von Wildpflanzen in die lokale Küche und den eigenen Garten belebt die Esskultur und trägt zur Erhaltung der Arten bei. Welch ein Gewinn, den Zeitpunkt des Erblühens und der Reife als einmaliges Erlebnis zu respektieren und neu zu erleben. Dann gibt es zum Beispiel nur im Frühling knusprig ausgebackene Holunderblüten mit frischem Löwenzahnhonig, im Sommer knackigen Wildkräutersalat und im Herbst Gelee von wilden Trauben oder duftendes Maronenbrot. Eine Form von Reichtum, die wir wieder zu schätzen lernen sollten. Erfreulicherweise sind seit jüngerer Zeit Samen, Jungpflanzen und Stauden vieler alter Arten wieder im Fachhandel erhältlich. Warum nicht neben Salat und Gemüsefeld ein kulinarisches Blütenbeet anlegen? Vielleicht verwischen sich so die Grenzen zwischen Nutzgarten und Wildwiese auf wundersame Weise. Wilde Pflanzen sind Lebewesen, die mit viel Anpassungsvermögen ihren Lebensraum erobert haben und an dieser Stelle eine wichtige Funktion in der Gemeinschaft von Flora, Fauna und uns Menschen ausüben. – Zerstören wir also weder ihren Lebensraum noch die Arten selbst! Ernten wir die wilden Köstlichkeiten bei Mutter Natur, sollten einige wichtige Regeln unbedingt beachtet werden:Eine Reihe unserer heimischen Wildpflanzen sind hoch giftig oder nicht zum Verzehr geeignet. Ein gutes Bestimmungsbuch oder noch besser ein/e erfahrene/r Kräuterkundige/r sind daher unerlässlich, um Vergiftungen zu vermeiden. Im Zweifelsfall gilt immer: was ich nicht kenne, lasse ich besser stehen. Niemals alle Blätter und Blüten einer Pflanze oder eines Standortes abpflücken, es müssen stets so viele erhalten bleiben, dass die Pflanze weiter wachsen und erneut Blüten und Früchte austreiben kann. Wurzeln sollten grundsätzlich nicht ausgegraben werden Überall dort, wo Felder intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, oder in der Nähe von viel befahrenen Straßen sollte man auf das Sammeln verzichten.
Beliebte Standorte: Feld, Wald und Wiesenränder,Brachflächen, Bachufer, trockene Hänge und Hecken.
Bezugsquellen, Rezepte und Infos zu Wildpflanzen bei: Herbalistin & Köchin aus Passion · Tel. 06249-6703958 www.Sinnesfreu.de · e-Mail: info@sinnesfreu.de
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