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Startseite > Themen > Alternative Therapien > Lernschwierigkeiten – was nun? Lernschwierigkeiten – was nun?In der Öffentlichkeit gibt es eine rege Diskussion über die Ursachen und die Zunahme von Lernproblemen. Als ein Teil dieser Entwicklung erreichen uns immer neue Krankheitsbilder und Definitionen, die eine Erklärung für vorhandene Lernstörungen liefern möchten. Aus den USA hört man zum Beispiel, dass nach neuesten Untersuchungen Kinder zunehmend unter einer biopolaren Störung litten. „Biopolare Störung“ ist ein anderer Begriff für eine manisch-depressive Stimmungsschwankung, eine psychische Erkrankung, in der sich manische/hyperaktive mit depressiven Phasen, in denen der Erkrankte antrieblos, abwesend und lustlos ist, abwechseln. Diese Erkrankung galt bisher als eine Erkrankung im Erwachsenenalter, laut dieser Berichte würde sie aber mittlerweile vermehrt bei Kinder beobachtet. Und: natürlich gibt es für diese Erkrankung schon ein Medikament, das im übrigen neu auf dem Markt ist! Darüber hinaus wird empfohlen, möglichst früh mit der Behandlung der „Erkrankung“ bei Kindern zu beginnen. In immer neuen Modewellen, bei denen die Interessen der Pharmaindustrie oder anderer Lobbyisten im Vordergrund stehen, die aus den Ideen gesellschaftlicher Strömungen entstehen oder auf den Markt kommen, weil jemand darüber ein Buch geschrieben hat, wird der Versuch gestartet, ein pauschales Erklärungsmuster für die Entstehung von Lernschwierigkeiten zu entwerfen. Mal wird die Hochbegabung für die Entstehung von Lernproblemen verantwortlich gemacht, dann ist die Hyperaktivität und das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in aller Munde, später ist es die Zunahme von „Alpha“- und „Indigokindern“ oder die umerzogene Linkshändigkeit, die für eine steigende Zahl von Lernproblemen verantwortlich sein soll. Die Ursachen für Lernschwierigkeiten sind vielfältigViele Eltern erhoffen sich von einem neuen Erklärungsmuster, endlich eine Lösung für die Schwierigkeiten ihres Kindes in der Hand zu haben. Eine Lösung, nach der sie lange suchten und von der sie sich endlich eine Besserung der Situation ihres Kindes erhoffen. Einige Erklärungsmuster mögen für das eine oder andere Kind zutreffen, in vielen Fällen haben solche „Moden“ jedoch fatale Folgen für betroffene Kinder, denn so manches Erklärungsmuster stellt sich als Schema heraus, das den wirklichen Problemen des Kindes nicht gerecht wird. Sie führen in die Irre und oftmals zu einer Fehlbehandlung der Kinder. Die bekanntesten Beispiele dieser Art sind die unzähligen Fehlbehandlungen von Kindern mit Ritalin und anderen Amphetaminen, die angeblich bei dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADS helfen sollen. Es gibt einzelne Fälle, in denen eine solche Medikamentengabe angezeigt sein kann. Dies ist erfahrungsgemäß jedoch nur dann der Fall, wenn ein Kind unter Stoffwechselstörungen des Gehirns leidet. Hier hat sich in einigen Fällen der Zustand des Kindes durch die Einnahme von Amphetaminen verbessert. Viele Kinder, bei denen Ärzte ADS diagnostizieren, haben jedoch gar keine Störung des Hirnstoffwechsels. Sie leiden unter ganz anderen seelischen oder körperlichen Problemen, die zu innerer Unruhe und zu Konzentrationsstörungen führen. Ich habe in meiner Praxis nicht nur ein Kind erlebt, das Ritalin erhielt, mit allen verheerenden Folgen die diese Einnahme mit sich bringt, wenn eine Kind keine Störungen im Hirnstoffwechsel hat. Es stellte sich heraus, dass die Ursachen für ihre innere Unruhe ganz woanders lagen. In einer Lebensmittelallergie z.B., in sozialen Faktoren, die eine innere Unruhe nach sich zogen, in frühkindlichen Erlebnissen und vielem mehr. Pauschale Erklärungen nützen im Umgang mit Kindern, die Lernprobleme haben, in der Regel nichts. Lernprobleme sind individuelle Probleme, die die unterschiedlichsten Ursachen haben können. An Lernprobleme kann man kein Schema anlegen, denn sie entstehen aufgrund von komplexen Gegebenheiten, die bei jedem Kind andere sind. Sie haben einen individuellen Ursprung und eine individuelle Geschichte. Wir haben in unserer Praxis so viel verschiedene Ursachen von Lernproblemen kennen gelernt, wie Kinder mit Lernproblemen zu uns kamen. – Wenn bei einem Kind beispielsweise eine Lese/Rechtschreibschwäche herausgefunden wurde, dann ist dies noch keine Aussage darüber, warum dieses Kind nicht lesen und schreiben kann. Wir haben einen Jungen kennen gelernt, der aufgrund eines verschobenen Schädelknochens, der die Funktionen einer Gehirnhälfte einschränkte, Schwierigkeiten beim Schreiben hatte; wir haben ein Mädchen kennen gelernt, das wegen einer visuellen Wahrnehmungsstörung Probleme mit der Rechtschreibung hatte; wir haben einen Jungen kennen gelernt, der aufgrund innerer Unsicherheit, die aus seinem Verhältnis zur Mutter herrührte, Probleme beim Schreiben hatte. Drei Kinder mit Lese/ Rechtschreibschwäche und bei allen dreien eine andere Ursache. Als Folge davon brauchten alle drei eine andere Art der Unterstützung, um ihre Probleme lösen zu können. Jedes Kind ist andersDer erste Junge brauchte eine Therapie, wie die Chraniosacrale Therapie, die sich auf die Ausrichtung seiner Schädelknochen konzentriert; das Mädchen braucht eine Förderung ihrer visuellen Wahrnehmungsfähigkeit, um die Rechtschreibschwäche aufzuheben; der zweite Junge braucht therapeutische Hilfe zum Aufbau seines Selbstbewusstseins und seiner Durchsetzungskraft. Hinter einer Lernschwierigkeit verbergen sich fast immer Probleme, die ein Ungleichgewicht innerhalb der gesamten Persönlichkeit des Kindes darstellen. Aufgrund der schulischen Lernanforderungen können sich diese Probleme dann in Form von Lernschwierigkeiten darstellen. Grundsätzlich sind die Hintergründe für Lernstörungen in drei Bereichen zu finden. Lernprobleme können:
Auf der körperlichen Ebene sind die Ursachen für Lernprobleme nicht allein in der Funktion des Gehirns zu finden, sondern in Beeinträchtigungen aller körperlichen Bereiche. Denn das Lernen ist ein Sache, die den ganzen Menschen fordert. – Um lernen zu können braucht ein Kind ein gutes Gefühl zu sich selbst, es braucht Mut, Selbstbewusstsein und innere Kraft. Es braucht seine Sinne, gesunde Nerven und ein gutes Körperempfinden. Ist ein Kind in irgend einer Weise in seiner körperlichen Integrität, in seinen kognitiven Fähigkeiten oder in seiner Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt, kann das ein Lernproblem mit sich bringen. Als Ursachen kommen körperliche Traumata, Stürze, Unfälle, nicht gut ausgeheilte Krankheiten, Allergien, Beeinträchtigungen des Gehirns, der Nerven, der Sinnesorgane, Lebensmittelunverträglichkeiten, Medikamentenvergiftungen, um nur einige Beispiele zu nennen, in Frage. Wichtig ist dabei zu beachten, dass keiner dieser Faktoren einen zwingenden Grund für ein Lernproblem darstellt. Ob aus einem Trauma, einem Unfall oder einer körperlichen Schwäche eine Lernproblematik entsteht, hängt einerseits von der Schwere des Vorfalls ab, zum anderen aber ebenso von dem Charakter und der Persönlichkeit des Kindes. Niemand muss aufgrund eines Vorfalls X ein Lernproblem Y entwickeln. Die Reaktionen jedes Kindes auf ein Geschehen sind unterschiedlich. Wir haben Kinder kennen gelernt, die aufgrund einer körperlichen Schwäche eine Hochbegabung entwickelt haben, um mit dieser Schwäche besser klar zu kommen. Dieselbe Schwäche hätte bei einem anderen Kind genauso gut zu einem Lernproblem führen können. Bei den seelischen Ursachen von Lernproblemen spielen Ängste, die sich aus seelischen Traumata entwickeln und die fast jedes Kind einmal erleidet, sowie emotionale Zurückweisungen, der Erziehungsstil der Eltern und viele andere Faktoren, die wir oft gar nicht mit dem Lernen in Verbindung bringen, eine Rolle. Eine seelische Problematik, die sich auf die Lernfähigkeit auswirkt, kann sowohl aus einem nicht verarbeiteten Krankenhausaufenthalt des Kindes entstehen, sie kann in der Verzärtelung eines Kindes, ebenso wie in einer zu rigiden Haltung dem Kind gegenüber begründet sein und aus allen anderen Begebenheiten entstehen, die einen Einfluss auf den Lebensmut, das Selbstbewusstsein und die Handlungsfähigkeit eines Kindes nehmen. Als soziale Faktoren, die zu Lernproblemen führen, möchten wir vor allem auf belastende familiäre Situationen hinweisen, von denen sich das Kind nicht frei machen kann und die es in seinem Handlungsspielraum einschränken. Bei jeder Art von Lernstörung ist in erster Linie wichtig, eine sehr genaue Befundaufnahme durchzuführen, die den Blick auf den ganzen Menschen richtet und nicht nur auf sein Lernen. Voraussetzung für eine erfolgreiche therapeutische Intervention ist ein spezifischer Blick auf das ganze Kind, in seinen sozialen Bedingungen, mit seinem einmaligen Charakter, seinen körperlichen Voraussetzungen und seiner persönlichen Geschichte. Es ist ein Blick nötig, der offen ist für die vielschichtigen körperlichen, seelischen und sozialen Zusammenhänge, die zu Problemen im Leben eines Menschen führen. Erst dieser Blick ermöglicht eine Diagnose von Lernproblemen, die einen Ansatz für gezielte, therapeutische Erfolge liefert. Schematisierte Erklärungsmuster helfen hier wenig!
Frauke Teschler Pädagogin · Heilpraktikerin
Info: Polarity Düsseldorf Kölner Straße 17 40211 Düsseldorf 0211 / 16 09 77-0
In der nächsten Balance berichten wir über Körperübungen zur Steigerung der Konzentrations- und Lernfähigkeit
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