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Startseite > Ausgabe 3/2008 > Therapeutic Touch Hilfe von obenDie Agentur des Göttlichen Die Vorstellung einer göttlichen Agentur ist meine Technik des Loslassens. „Loslassen“ ist das neuzeitliche Wort für „Vergebung“. Wenn ich etwas vergebe, gebe ich es ab, lasse von ihm los. Loslassen ist eine der schwersten Übungen überhaupt. Oft hört man von anderen, denen man seine Sorgen schildert, den Rat: „Lass doch einfach los, gib es ab!“ Dieser Tipp ist jedoch ohne Gebrauchsanweisung nur wenig wert. Die passende Gegenfrage wäre: „Wohin?“ Wenn ich meine Sorge loslasse, wo fällt sie dann hin? Löst sie sich in Luft auf, verschwindet sie im Nirwana? Man kann nicht einfach von jetzt auf gleich so tun, als gäbe es das Problem nicht mehr. Das Paket meiner Sorgen und Nöte ist nicht weg, wenn ich es aus dem Fenster werfe. Dann ist es zwar aus meinem Sichtbereich verschwunden, aber es existiert noch immer. Beruhigt kann ich nur sein, wenn ich weiß, dass sich jemand Kompetentes darum kümmert. Ich stelle mir die Räumlichkeiten einer Agentur vor. Ihr Oberboss ist die höchste Macht des Universums: Gott. Er hat die Firma gegründet und Agenten eingestellt, die einzig und allein dafür da sind, mir meine Sorgen und Probleme abzunehmen. In den Räumen der Agentur kann ich meine Sorgen fallen lassen. Sie werden dort aufgehoben und bearbeitet. Keine Sorge ist zu klein, kein Problem ist zu banal, als dass ich sie nicht der Agentur anvertrauen könnte. Ich gebe einen Auftrag ab und bin beruhigt. Ich weiß mein Anliegen in guten Händen. Ich kann in der Gewissheit weiterleben, dass sich eine höhere Macht um meine Sorge kümmert. Die Auftragserteilung erfordert kein großes Brimborium. Ein kurzer Anruf genügt. In meiner Kirche in Schillig an der Nordsee, dem Ort meiner Reiki Seminare, liegt ein Buch, in das man seine Bitten an Gott aufschreiben kann. Das Schreiben ist ein Akt des Loslassens, der befreiend wirkt. In meiner Vorstellung schauen die Agenten des Göttlichen täglich in die Fürbittenbücher dieser Welt und teilen dann die Arbeit untereinander auf. Wichtig zu wissen ist, dass die Agenten ihren Job aus Freude gewählt haben. Sie haben Spaß an ihrer Arbeit und sind traurig, wenn keine Aufträge eingehen. Es gibt so viele Agenten, wie es Menschen gibt, und nicht alle sind voll beschäftigt. Ein göttliches Gesetz ist, dass bei der Bearbeitung eines Auftrags niemand zu Schaden kommen darf. Impliziert mein Auftrag einen Schaden für mich oder einen anderen, so wird ihn die Agentur des Göttlichen nicht entgegennehmen. Daher schaffe ich es nie, einen Sieg für den MSV Duisburg in Auftrag zu geben. Ich versuche es zwar immer wieder, aber es gelingt mir nicht. Die Erfüllung dieses Auftrags stünde in Konkurrenz zu den Aufträgen Tausender Anhänger der gegnerischen Mannschaft. Der Sieg des einen Vereins bedeutet zwangsläufig die Niederlage des anderen. Deshalb hat die Agentur des Göttlichen keinen Sachbearbeiter für »Sport« eingestellt. Da müssen die Jungs auf dem Platz allein klarkommen. Die Bearbeitungsgebühr für meinen Auftrag ist nur meine BereitschaftDie Agentur des Göttlichen verlangt von mir kein Geld und keine Vorleistung. Sie verlangt nur, dass ich es mit dem Auftrag ernst meine. Voraussetzungen für die Bearbeitung meines Auftrags sind meine Bereitschaft, mein Wille und mein Glaube. Ich muss bereit sein, meine Sache in die Hände der Agentur zu legen. Dazu gehört die Akzeptanz, dass die zuständigen Agenten meinen Auftrag auf ihre eigene Weise erledigen. Ich darf mich nicht mehr einmischen. Ich brauche mir keine Gedanken darüber zu machen, wie mein Auftrag erledigt wird. Dennoch muss ich achtsam bleiben, um die günstigen Gelegenheiten, die mir von der Agentur gesandt werden, nicht zu verpassen. Die Agentur sorgt für günstige Gelegenheiten in Form von Begegnungen und Situationen. Es liegt an mir, diese Gelegenheiten zu nutzen. Lasse ich sie verstreichen, muss ich einen neuen Auftrag erteilen. Gottes Wege sind unergründlich, seine Agenten verfügen über außergewöhnliche und wahrhaft übermenschliche Fähigkeiten und Talente. Das Anforderungsprofil eines Agenten des Göttlichen ist allumfassend. Die Agentur verfügt über einen unermesslichen Fundus von Techniken, Materialien und Möglichkeiten. Zur Erledigung des Auftrags setzen die Agenten oft freie Mitarbeiter ein. Die Agenten geben Impulse an Menschen, die dann im Sinne des Auftrags handeln. Es ist wie in einer Firma, in der ein leitender Angestellter an einem Projekt arbeitet, dessen Ausmaße nur er überschaut. Er kann nicht alles selbst machen, er benötigt Hilfe. Er braucht Mitarbeiter, die Anrufe erledigen, Kopien fertigen und so weiter. Die Mitarbeiter müssen das Projekt nicht kennen, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Man kann eine Abhandlung über Einsteins Relativitätstheorie kopieren, ohne sie zu verstehen. Es reicht das Wissen, wie man den Kopierer bedient. Jeder Mensch ist ab und zu ein Mitarbeiter der Agentur, ohne sich dessen bewusst zu sein. Um in dem Gleichnis zu bleiben: Wir sind schon oft von einem Agenten Gottes zum Kopierer geschickt worden … Ich muss wissen, was ich will!Mein Wille definiert den Auftrag. Je stärker mein Wille ist, desto klarer ist der Auftrag. Ich muss also entscheiden, was ich will. Die Entscheidung für das eine ist oftmals eine Entscheidung gegen das andere. Ich kann nicht gleichzeitig in den Norden und in den Süden fahren. Wenn ich mich für den Norden entscheide, entscheide ich mich in diesem Moment gegen den Süden. Jedes Reisebüro wäre überfordert, wenn ich zur gleichen Zeit in zwei verschiedene Richtungen reisen wollte. Meine Buchung könnte nicht zu meiner Zufriedenheit bearbeitet werden. Deshalb würde das Reisebüro die Buchung nicht entgegennehmen. Auch die Agentur des Göttlichen lehnt Aufträge ab, die in sich widersprüchlich sind. Ebenso würde kein Reisebüro einen Flug für mich buchen, wenn ich nur draußen vor den Schaufenstern herumliefe und »Es wäre nicht schlecht, wenn …« vor mich hin murmelte. Ich muss schon hineingehen und konkreter werden. Die Agentur freut sich über jeden konkreten Auftrag. Sie will ihre Kapazitäten nutzen und nicht Gefahr laufen, eines Tages aufgrund mangelnder Anfragen schließen zu müssen. Ein Überangebot an Aufträgen kann es für die Agentur nicht geben. Sie wächst quasi an ihren Aufgaben. Sie kennt und nutzt das göttliche Gesetz der Fülle, welches besagt, dass Energie entsteht, indem sie verbraucht wird. Je mehr Energie gegeben wird, desto mehr kommt zurück, je weniger Energie investiert wird, desto weniger kommt zurück. Viele Menschen glauben, es wäre umgekehrt. Sie haben den Glaubenssatz des Mangels verinnerlicht. Sie denken: „Ich darf nicht zu viel von mir (ab)geben, sonst verliere ich mich.“ Und weil sie nicht so viel (von sich) geben, bekommen sie auch nicht so viel zurück. Weil sie den Mangel leben, erfahren sie den Mangel und fühlen sich somit in ihrem Glaubenssatz bestätigt. Die reinste Form der Energie ist Liebe. Das Geschenk der Liebe wird durch Aufmerksamkeit überreicht. Ein Mensch, der gebraucht wird, erhält Aufmerksamkeit. Energieentzug hingegen entsteht durch Ignoranz. Das Schlimmste, was einem Menschen geschehen kann, ist das Gefühl der Nutzlosigkeit. Wie alle Wesen im Universum sind auch die himmlischen Agenten auf (Lebens)energie angewiesen und freuen sich über unsere Aufträge. Die Auftragserteilung ist unkompliziert. Nötig sind allein der Wille des Menschen, seine Sache in die Hände der Agentur zu legen sowie der Glaube, dass die Agenten helfen können, helfen dürfen und helfen werden. Kenntnisse über die Aufbauorganisation der Agentur und über die internen Abläufe bei der Bearbeitung der Aufträge sind für die Buchung eines Agenten nicht erforderlich. Es reicht ein Anruf in der Zentrale. Dort werden die Kundenwünsche angenommen und an die entsprechenden Abteilungen weitergeleitet. Dennoch kann es nicht schaden, die telefonische Durchwahl des Sachbearbeiters zu kennen. Sieben Abteilungen der Agentur
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