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Jod in Lebensmitteln

Wer sich als Verbraucher die Mühe macht und in den Supermärkten in den Regalen die Etiketten der fertig verpackten Lebensmittel liest, wird feststellen, dass, mit wenigen Ausnahmen, fast alle Produkte den Zusatz tragen: „mit jodhaltigem Speisesalz“, „enthält jodiertes Speisesalz“ o. ä.. Das betrifft Fertigprodukte und -gerichte in Dosen, Fertigsoßen und -suppen in Tüten und Kleinpackungen von weltbekannten Anbietern ebenso wie z. B. Gewürzmischungen.

Auch im Tiefkühlfach findet sich künstlich jodierte Kost. Schon der Fettdruck lässt darauf schließen, dass dem Lebensmittel vom Hersteller etwas Unnatürliches beigemischt wurde, dass außer dem Speisesalz noch jodiertes Salz zugefügt worden ist.

Aber eins liest man im Supermarkt nicht: Dass nämlich auch Milch, Butter, Käse, Joghurt, Sahne, Eier, ja sogar Fleisch und Wurst Jod enthalten können. Über das Tierfutter, das der Erzeuger jodiert, gelangt es ins Endprodukt. Es muss ja dort nicht ausgewiesen werden!

Wir alle werden also ohne unser Zutun jodiert, ohne dass uns das genau bewusst wird. Dagmar Braunschweig-Pauli, Autorin der Bücher „Jodkrank – der Jahrhundertirrtum“ und „Die Jodlüge – das Märchen vom gesunden Jod“, nennt dies die „Zwangsjodierung“, der wir nicht ausweichen können.

Diese Zwangsjodierung hat immer wieder zu heftigen Kontroversen und Diskussionen geführt. Dazu einige Bemerkungen:

Selbstverständlich braucht der menschliche Organismus Jod. Die Schilddrüse als das zentrale Steuerorgan für alle hormonellen Vorgänge in unserem Körper ist darauf angewiesen.

Welche Menge Jod brauchen wir wirklich?

Jod befindet sich in der Erdkruste einschließlich Hydrosphäre und Atmosphäre zu 10-6 %, im Meer zu 0,0002%. Die Bestandteile des Kochsalzes, Natrium und Chlorid, dagegen gehören zu den zehn häufigsten Elementen der Erdkruste, davon Chlor mit etwa 0,2%. Kochsalz, chemisch NaCl, ist im Meer zu 2,7% enthalten.

Die Evolutionstheoretiker lehren uns, dass alles Leben aus dem Meer kommt. Der osmotische Druck unserer Körperflüssigkeit (Blut und Lymphe) entspricht ziemlich genau einer 0,9%igen  Kochsalzlösung. (Die medizinischen Infusionslösungen enthalten deshalb Kochsalz in dieser Konzentration.) Im Vergleich zum Natriumchloridgehalt der Meere ist die Konzentration an Jod, wie gezeigt, verschwindend gering. Im Verlauf der vielen Millionen Jahre der Evolution hat der Organismus sich auf dieses Verhältnis eingestellt. Daraus folgt, daß die Schilddrüse auch nur Spuren an Jod benötigt, um die Körperfunktionen im Gleichgewicht zu halten.

Ein Zuviel kann also den Hormonhaushalt, den Organismus aus dem Gleichgewicht bringen. Das gilt nicht nur für Jod, sondern ebenso für vieles andere, z.B. auch für Kochsalz. Jedermann weiß, was ein Übermaß an Salz in der Nahrung für Folgen haben kann.

Die täglich notwendige Menge an Jod liegt nach Meinung der Fachleute zwischen 50 und 200 µg (Mikrogramm = Millionstel Gramm), wobei der niedrigere Wert der Wahrheit am nächsten kommen dürfte. Ein Übermaß bringt die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, Überfunktion ist die Folge und möglicherweise davon weitere Erkrankungen.

Wie wird Jod gewonnen?

Meeresalgen sind in der Lage, Jod aufzunehmen und zu akkumulieren. Hier findet es sich also in erhöhter Konzentration, so dass es sich lohnt, aus dieser Quelle Jod zu gewinnen. Dazu muss man große Mengen Algen abfischen, trocknen und verbrennen. Aus der daraus gewonnenen Asche („Kelp“) wird mit speziellen Verfahrensstufen Kaliumjodid isoliert. Dieses ist also ein auf synthetischem Weg erzeugtes Jod-
salz. In gereinigter Form wird es dem Koch- salz zugesetzt und dort z. B. als Jodspeisesalz oder jodiertes Salz deklariert.

Eine andere natürliche Quelle für Jod ist der Chilesalpeter. Er enthält Jod aber als Kaliumjodat, dazu in sehr geringen Mengen. Die Isolierung des Jods aus dieser Quelle ist sehr kompliziert und daher umständlich und unwirtschaftlich; sie wird kaum angewendet.

Wo wird Jod eingesetzt?

Neben dem Zusatz zu Lebensmitteln findet Jod Verwendung in der Industrie und vor allem im Gesundheitswesen als Desinfektionsmittel und in Medikamenten. Da Jod auf Grund seines geringen Vorkommens und seiner Gewinnung teuer ist, werden Reste aus Industrie und Medizin einer Wiederaufarbeitung zugeführt. Mittelständische Unternehmen der chemischen Industrie haben sich dieser Verwertung angenommen und bieten  Jod und Jodsalze an. Letztere gehen als Beimischungen in die Lebensmittelindustrie;  deren Herkunft  kann durchaus recycelter Sondermüll z. B. aus Krankenhäusern (Röntgenkontrastmitteln), Druckfarben oder Katalysatoren der chemischen Industrie sein. In der Futtermittelindustrie werden den Nutztieren vielfach Zusätze von Jodsalz gegeben, angeblich, um höhere Milch- oder Eierproduktion zu erzielen. Bietet man aber Rindern  jodierte Lecksteine an und stellt  einfache, herkömmliche Salzsteine daneben, werden nur letztere vom Vieh angenommen. Tiere verstehen offenbar zu unterscheiden, was ihnen gut tut. Die meisten Vieh- und Hühnerhalter wissen leider nicht, was sie mit jodiertem Futter ihren Tieren und in der Folge den Verbrauchern antun.

Wie kann man Jod nachweisen?

Die Jod-Konzentration in Lebensmitteln ist so gering, daß sie auf chemisch-analytischem Weg nicht nachgewiesen werden kann. Sie liegt deutlich unterhalb der sog. Erfassungsgrenze.  Deshalb muss man zu biophysikalischen Methoden greifen, die auch geringste Spuren Jod erfassen können. Empfindliche Menschen, z. B. Jod-Allergiker  (es sollen ca. 7% der  Bevölkerung sein!), reagieren schon auf solche Konzentrationen. Diese analytische Methode beruht auf dem Nachweis des spezifischen Schwingungsmusters des Jods und ist sehr sicher.

Eigenschaft und Nomenklatur

Jod als chemisches Element ist ein violett-brauner, glänzender Kristall. Sein Name leitet sich von seiner Farbe ab: griechisch, veilchenfarbig. Von dieser Farbe ist auch der Dampf, wenn man Jod erhitzt und dieses direkt in den gasförmigen Zustand übergeht, also sublimiert. In Alkohol löst sich Jod mit brauner Farbe („Jodtinktur“), in chlorhaltigen Lösungsmitteln violett. – Die Salze des Jods sind in der streng chemischen Bezeichnung Jodide und Jodate  (andere spielen nur eine theoretische Rolle). Kaliumjodid wurde früher als Herzmittel in der Medizin eingesetzt, heute findet man es als künstlichen Zusatz im Kochsalz („jodiertes Speisesalz“). Natriumjodid hat ähnliche Eigenschaften. Calciumjodid wird gelegentlich in der Trivialliteratur erwähnt, kommt aber nicht vor; diese Bezeichnung beruht wohl auf einer Verwechselung mit Kaliumjodid. Kaliumjodat (KJO3) als Einzelsubstanz ist ein starkes Oxydationsmittel und ein schweres Gift.

An dieser Stelle sei auf die pharmazeutischen Bezeichnungen hingewiesen. Sie haben ihren Ursprung in lateinischen Nomenklaturen und führen leicht zu Verwirrungen.

Chemisch Kaliumjodid ist pharmazeutisch Kaliumjodatum, ist aber nicht mit chemisch Kaliumjodat identisch!

Chemisch Kaliumjodat ist pharmazeutisch Kaliumjodicum.

Die Verwirrung ist scheinbar komplett!! Das weiter oben Gesagte möge weiterhelfen.

Folgerungen

Die in gekennzeichneten Lebensmitteln ausgewiesenen Gehalte an jodiertem Speisesalz sind also künstliche Zusätze von synthetisch, d. h. auf chemischem Wege gewonnenem Jodsalz. Sie übersteigen, ständig über die Nahrung zugeführt, bei weitem die für den Menschen zuträglichen Mengen. Diese Lebensmittel sollten sich nicht in Bio-Märkten befinden.

Wenn sich in nicht kennzeichnungspflichtigen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Eiern, Fleisch und Fleischprodukten, die das Siegel „BIO“ o. ä. tragen, Jod nachweisen lässt, ist dies nach dem oben Dargestellten mit biologischem Landbau nicht zu vereinbaren. Solchen Produkten sollte unbedingt das Siegel „BIO“ entzogen werden.

Andererseits sollten Bauern und Hühnerhalter, die unter dem BIO-Siegel liefern, auf diese Sachlage hin aufgeklärt werden. Von den Weiterverarbeitern, Molkereien, Fleischereien, sollte eine  zuverlässige Qualitätskontrolle verlangt werden, damit der Verbraucher sich auf gleichmäßige BIO-Ware verlassen kann. Es gibt inzwischen in Deutschland Futtermittelhersteller, die bewusst auf Zusatz von Jodsalz verzichten; ihnen ist die Problematik künstlichen Jod-Zusatzes bekannt!

Auswirkungen und Umgehung der Lebensmitteljodierung

Die Zwangsjodierung unserer Lebensmittel führt begreiflicherweise beim Verbraucher zur Zufuhr unkontrollierter Mengen Jod, die kumulieren. Gegen diese ständige Überdosierung entwickelt der mensch- liche Körper allmählich Abwehrreaktionen, die sich in Schilddrüsenüberfunktion äußern, schlimmstenfalls zum tödlichen allergischen Schock führen können. Beispiele hierfür gibt es in großer Zahl. Heute haben schon Jugendliche mit Schilddrüsenproblemen zu kämpfen; wie sich das in der Zukunft entwickeln wird, lässt sich erahnen. Auch eine Reihe weiterer Krankheiten kann die Zwangsjodierung auslösen. In diesem Zusammenhang sei insbesondere auf die eingangs genannten Bücher von Dagmar Braunschweig-Pauli verwiesen.

Zur Umgehung der Zwangsjodierung: Jeder Verbraucher hat das Recht, auf die Zwangsmedikation mit Jod durch jodierte Lebensmittel bewusst zu verzichten. Dazu muss er folgendes wissen: Jodiertes Speisesalz ist durch eine gelbe Verpackung kenntlich gemacht, einfaches, nicht jodiertes Speisesalz durch eine blaue Verpackung. Weiterhin sollte konsequent nach Produkten gesucht werden, die nur mit „Salz“ oder „Speisesalz“ gekennzeichnet sind. Zwei Beispiele: Fa. Iglo  hat schon vor einiger Zeit von Jodsalz auf unjodiertes Salz rück-umgestellt; Löwensenf enthält ebenfalls kein Jodsalz. Bei Milchprodukten und Geflügel ist die Suche schwieriger. Fleisch- und Wurstwaren werden besonders in Süddeutschland inzwischen wieder jodfrei angeboten. Bei den Geflügelhaltern sollte jeweils nachgefragt werden; einige kennen die Jodproblematik und füttern jodfrei. Im Zweifelsfall, wo auch Ausnahmen nicht möglich sind, empfiehlt sich Testung mittels Bioresonanzverfahren (s. o.); manche Heilpraktiker und Ärzte (Naturheilverfahren) arbeiten damit.

 

Dr. rer. nat. Hans Freese, Dipl.-Chem.

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.jod-kritik.de

 

 

Quelle: BALANCE 3/2008

 

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