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Lernlust statt Lernfrust

Lernen und schulische Bildung rücken derzeit mehr und mehr in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Man hat erkannt, wie ungeheuer wichtig diese Bereiche für ein erfolgreiches und zufriedenes (Berufs)Leben sind. Das ist Klasse und es wäre überaus wünschenswert, wenn diese Entwicklung zu einem Boom an Lern- und Fördermöglichkeiten führen würde! Denn es gibt nach wie vor viel zu viele Kinder und Jugendliche, für die Lernen Frust und nicht Lust bedeutet!

Eine Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen zu helfen, Lernfrust hinter sich zu lassen und Lernlust zu entwickeln, möchte ich Ihnen in diesem Artikel vorstellen. Es ist die Teschler Lernförderung, die die Stärkung der Lernfähigkeit und die Überwindung von Lernblockierungen zum Ziel hat. Um dieses Ziel zu erreichen, stellt die Methode die Entwicklung von Basisfähigkeiten, die grundlegend wichtig für das Lernen sind, in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen. 

Mein Mann und ich haben die Teschler Lernförderung (auf dem Hintergrund unserer langjährigen pädagogischen und therapeutischen Arbeit) vor rund 10 Jahren entwickelt. Seitdem praktizieren wir sie und unterrichten sie in Fortbildungen für Lehrer, Psychologen, Lern-, Ergo-, Logotherapeuten und Pädagogen.

Basisfähigkeiten für erfolgreiches Lernen

Viele Fördermaßnahmen zur Lernverbesserung bestehen in dem Training des Lesen, Rechnens, Schreibens und Verhaltens. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass selbst das intensivste Training oft kaum hilft, wenn die Basis, die Grundlage für das Lernen, nicht verbessert wird. Diese Basisfertigkeiten für erfolgreiches Lernen sind:

 

Gesundes Selbstbewusstsein

Selbstsicherheit und Lebensmut

Funktionsfähige und erfolgreiche

Lernstrategien

Körperliches Wohlbefinden und

körperliche Integrität

Freiheit von Ängsten und Sorgen

 

Hier haben die meisten Kinder, die mit der Schule und dem Lernen kämpfen, Schwierigkeiten und können auch Kinder die gut lernen, viel hinzu gewinnen. Warum diese Bereiche so wichtig sind, möchte ich ihnen näher erläutern.

Bin ich stark genug fürs Lernen?

Beobachtet man Kinder, die erfolgreich lernen, so stellt man fest, dass sie mutig und zuversichtlich an das Lernen heran gehen. Sie trauen sich die Aufgaben zu, die das Lernen stellt, sie fühlen sich stark, sie zu bewältigen, sie sind an neuen Dingen und Herausforderungen interessiert und für sie offen. Natürlich ‚mosern‘ sie auch einmal, wenn ihnen eine Lernhürde (Aufgabe) als sehr groß/hoch erscheint, doch prinzipiell haben sie das Gefühl: ich schaffe das. Dieses Gefühl verleiht ihnen die Kraft, auch schwierige Dinge, die jeder Lernprozess mit sich bringt, zu bewältigen.

Kinder, die Probleme in der Schule haben, kennen diese gesunde Selbstsicherheit meist nicht. Sie gehen mit der Angst, es nicht zu schaffen oder nicht gut genug zu sein, an eine Aufgabe heran. Vor (neuen) Lernanforderungen ziehen sie sich zurück, Herausforderungen meiden sie, weil sie negative Ergebnisse befürchten. Dies kann das Resultat ihrer bisherigen Lernerfahrungen, das Ergebnis einer entmutigenden Erziehung oder ihrer Persönlichkeitsstruktur sein. Welchen Grund es auch haben mag – mangelnde Selbstsicherheit steht einem zufrieden stellenden Lernen massiv im Weg.Der Aufbau des Selbstbewusstseins, Hand in Hand mit einer gesunden Selbsteinschätzung, ist von daher in unserer Förderungen ein zentraler Bereich. Denn ein Kind, das sich stark genug fühlt, Anforderungen zu bewältigen, ist auch dann gut gerüstet, wenn ihm objektive Probleme das Lernen erschweren.

Wie komme ich am besten durch?

Jedes Kind / jeder Jugendliche agiert nach der Devise: wie komme ich am besten durch, wie schaffe ich „es“ am besten. Die Art des Durchkommens ist die persönliche Lernstrategie eines Kindes oder – anders ausgedrückt – seine Haltung zum Lernen und die Art und Weise des Lernens. (Analytisch betrachtet spiegelt die Lernstrategie die Lebenshaltung eines Kindes / Jugendlichen wieder und damit auch das, was Eltern oder Pädagogen im Umgang mit ihm oft zur Verzweiflung bringt.)

 

Lernstrategien sind Haltungen wie

ich sehe zu, dass ich so wenig wie möglich, mit dem Lernen zu tun bekomme, damit ich ja keine Misserfolge habe

ich mache alles immer ganz richtig und gut, damit ich bloß nicht anecke

ich schaffe das Lernen nicht, meine Mutter, meine Lehrerin, mein Schulfreud muss mir helfen

Lernen ist nichts für mich, es nimmt mir die Zeit für meine wahren Interessen

ich kann das sowieso, ich brauch nichts dafür zu tun

ich mach das, ich schaff das

 

Lernstrategien sind individuell und einmalig. Sie sind lebensgeschichtlich zu erklären und wirken sich maßgebend auf das Lernen und den Lernerfolg eines Kindes / Jugendlichen aus. Thematisiert man sie, so dass das Kind sie erkennen und verstehen kann, können die Lernstrategien überdacht und verändert werden. Dieser Prozess, der mit den Techniken der Teschler Lernförderung sehr einfach und präzise möglich ist, führt zu erfolgreicheren Lernstrategien und damit zu einer Steigerung der Lernfähigkeit.

Bin ich (körperlich) fit fürs Lernen?

Sehr viele Lernschwierigkeiten haben ihren Ursprung in körperlichen Problemen. Die bekanntesten sind körperlich bedingte Aufmerksamkeitsdefizite und innere Unruhe (ADS und ADHS). Darüber hinaus können jedoch viele unerkannte oder unbeachtete körperliche Beeinträchtigung Lernproblemen nach sich ziehen, und zwar vor allem dann, wenn sie Einfluss auf die Erlebensfähigkeit, die Wahrnehmungsfähigkeit, die Motorik, das Körpergefühl und das Selbstwertgefühl eines Kindes oder Jugendlichen haben.Denn zum Lernen braucht es weit mehr als ein stabiles Nervensystem und intakte Hirnfunktionen. Lernen geschieht mit allen Sinnen und Körperteilen. Je besser die körperliche Situation eines Kindes ist, des­to weniger steht ihm für ein erfolgreiches Lernen im Wege.In unserer Förderung spielt daher die gezielte Unterstützung einer gesunden körperlichen Entwicklung und der Abbau von körperlichen Hemmnissen eine zentrale Rolle. Dafür haben wir eine Vielzahl, speziell für die Belange von Kindern entwickelter Körperübungen.

Bin ich frei fürs Lernen?

Zu guter Letzt möchte ich noch einen weiteren wichtigen Faktor, der die Lernfähigkeit beeinflusst, nennen, die psychische und soziale Situation eines Lernenden. Eine ganze Reihe von Kindern und Jugendlichen lernen nicht befriedigend, da sie psychisch oder sozial belastet sind, sei es durch eine schwierige familiäre Situation oder einschneidende Erlebnisse in ihrer Geschichte. Sie tragen Sorgen und Ängste mit sich, sie haben ihre Seele, ihren Kopf nicht frei fürs Lernen. Ihnen können wir mit mentalen Techniken helfen, ihre Sorgen und Ängste zu benennen und Lösungen dafür zu finden, damit sie frei von ihnen werden und unbelastet lernen können.

Frauke Teschler

Kontakt:

Teschler GbR, Düsseldorf

Telefon 0211 /16 09 770

www.lernlust.eu

 

Das Buch zum Thema: Fit fürs Lernen

Frauke Teschler

Polarity Verlag, €14,80,

ISBN 978-3-939578-25-3

 

 

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