|
|
Startseite >
Ausgabe 2/2009 > was
stützt...
Was stützt dich von innen, wenn alles andere
wegbricht?
Innere Stabilität in Zeiten äußeren Umbruchs
Es bewegt sich was…
Die Ereignisse der letzten Monate, besonders die
riesigen Verluste an den Börsen dieser Welt, die Abstürze
renommiertester Firmen, der Ruf größter Banken nach staatlichen
Rettungsprogrammen, die begonnene Rezession in der Wirtschaft haben
viele aufgeschreckt und erschreckt. Was lange Zeit so sicher schien,
verliert oft von heute auf morgen seine Sicherheit. Das löst
Unsicherheit und Angst bis Panik in vielen Menschen aus.
Wirtschaftskrisen haben wir in den letzten
Jahrzehnten schon häufiger erlebt; diesmal jedoch scheint sich etwas
Größeres anzubahnen und viele Experten haben es vorausgesagt; sie waren
wie Rufer in der Wüste. Einige hoffen natürlich, das Gröbste sei schon
überwunden. Das glaube ich nicht.
Mein Wunsch ist, das Geschehen aus der Sicht des
Einzelnen zu verstehen und einzuordnen in einen Sinnzusammenhang. Mein
Herz sagt, dass es nichts, absolut nichts Sinnloses in diesem Universum
gibt. Eröffnet sich uns der Sinn eines Geschehens, dann wird es in uns
ruhiger und wir werden handlungsfähig. Wir können dann antworten auf das
Geschehen im Außen, d.h. unsere Verantwortung übernehmen und unsere
persönliche Antwort finden, anstatt der Panikmache des
Massenbewusstseins und der Medien aufzusitzen und wie aufgescheuchte
Hühner durch die Landschaft zu laufen. Wer an Sinnlosigkeiten und Unsinn
glaubt, der ist anfällig für Schicksalsdenken und gibt gerne seine
persönliche Macht ab. Es scheint einfacher zu jammern oder zu schimpfen
als sich an seine Schöpfer- und Gestaltungskraft zu erinnern und diese
in Besitz zu nehmen.
Die Tatsache, dass jetzt in vielen Menschen durch
die Schlagzeilen der letzten Monate Angst und Panik auftaucht, zeigt
deutlich an, dass viele, wenn nicht die meisten, ihre Sicherheit auf
Sand gebaut haben. Das scheinbar Sichere und Stabile, kann über Nacht
wegbrechen.
Die Werte, in die viele Milliarden investiert
wurden, die Hedgefonds & Co., waren offensichtlich alles andere als
stabile Werte. Und genauso instabil wie diese Werte sind die Werte, mit
denen sich der Normalmensch innerlich in Sicherheit wiegt. Das
Wackelgebäude unseres Finanzsystems im Außen weist uns hin auf das
schüttere, zerbrechliche Fundament in unserem Innern.
Äußere Krisen sind ein Segen
für Individuum und
Menschheit
Die Unsicherheit im Außen ebenso wie der Verlust
äußerer Sicherheiten und Werte sind ein Segen für uns, auch wenn das
nicht sofort sichtbar ist. Denn sie decken unmittelbar auf, wie es in
uns aussieht. Sie lösen Schrecken, Angst, Panik, Ohnmacht, Wut und
Trauer in uns aus. Sie verursachen diese jedoch nicht, sondern sie lösen
diese Emotionen aus, die seit vielen Jahren von uns selbst erzeugt, aber
immer wieder nach innen verdrängt wurden.
Unsere Emotionen wie Ängste oder Trauer sind von
uns erzeugte Energien. Wie erschaffen wir sie? Durch das Denken unwahrer
Gedanken. Es sind vor allem unsere hintergründigen, meist unbewussten
Gedanken über uns, über die anderen und über das Leben, die unsere
innere emotionale, mentale und körperliche Wirklichkeit sowie unsere
Lebenswirklichkeit im Außen erzeugen. Beispiele: Wenn es tief in mir
Sätze denkt wie: „Ich habe viele Fehler gemacht. Ich hätte dies und
jenes nicht so machen dürfen. Ich bin nicht gut genug. Ich muss besser
werden.“ usw, dann erzeugen solche Gedanken in diesem Menschen Gefühle
wie Scham und Minderwertigkeit.
Wenn die Schein-Sicherheiten im Außen weg brechen,
dann entblößen sie uns; sie machen uns nackt. Sie nehmen uns unsere
Spielzeuge, mit denen wir uns ablenkten von der Angst vor unseren
eigenen Gefühlen. Ich bin überzeugt, dass wir mehr Angst vor unserer
Angst, vor unserer Scham, Ohnmacht und Wut haben als davor, plötzlich
ohne Hab und Gut im Außen da zu stehen.
Ich lade jeden ein, sich gerade in diesen Zeiten
sehr bewusst und mutig anzuschauen, welche emotionalen Energien in ihm
rumoren und nach oben drängen und sich ihrer endlich liebevoll
anzunehmen, sie bejahend fühlen zu lernen und sie hierdurch zu
transformieren.1
Äußere Unordnung ruft nach innerer Ordnung
Je mehr unsere äußere Welt in Wirtschaft und
Gesellschaft in Unordnung gerät, desto mehr ruft uns dies dazu auf, uns
die Unordnung in unserem Innern anzuschauen und dort mit dem Aufräumen
zu beginnen. Die Natur, das Universum ist immer in Ordnung. Die Welt des
Menschen ist die einzige, die in Unordnung geraten kann, weil sie eine
Scheinwelt ist und weil der Mensch das einzige Wesen ist, das die
Freiheit hat, sich eine Scheinwelt der Unordnung zu erschaffen. Selbst
ein Tsunami oder ein Hurrikan ist aus der Sicht des Universums
vollkommen in der Ordnung und Harmonie des Ganzen. Selbst Sterne knallen
manchmal auf einander. Will jemand dem Universum sagen, das sei aber
nicht korrekt?
Ob es der Tsunami einer Weltwirtschaftskrise ist
oder der eines Weltkrieges ist, sein erster Sinn besteht in beiden
Fällen darin, alte, morsche Strukturen hinwegzufegen und einer neuen
Ordnung den Weg zu bereiten. Darum empfehle ich uns allen, auch den
radikalsten Veränderungen im Außen mit Zuversicht und Optimismus zu
begegnen und neugierig zu beobachten, was da zu Ende geht und was da an
Neuem beginnen kann…
Sowie hier im Außen eine neue Ordnung ermöglicht
wird, fordert uns das Leben in solchen Zeiten wie diesen auf, radikal
alles in unserem Leben in Frage zu stellen, was morsch ist, was keinen
wirklichen Wert besitzt, was nur Schein ist.
Fragen wir uns also: Was ist es in meinem Leben,
was eine ‚stabile Währung’ hat, was wirkliche Sicherheit bietet und was
wir dauerhaft unseren Besitz nennen können? Und was kann ich in mir und
in meinem Leben finden, was schon lange seinen Wert verloren hat, was
innen hohl ist.
Nehmen wir also die Zusammenbrüche im Außen nicht
zum Anlass, selbst angstvoll und mutlos zusammenzubrechen, sondern als
Zeichen und Aufruf zum inneren und äußeren Aufräumen, zu einem neuen
Aufrichten und einer grossen Aufrichtigkeit uns selbst gegenüber und zu
einem aufrechten Gang durch unser Leben.
Rückbesinnung auf das Wesentliche, den Kern..
Die äußere Welt und ihre offensichtlichen
Unsicherheiten und Unwägbarkeiten sollten uns also Anlass sein, nicht
angsterfüllt weiter auf die Nachrichtensendungen des Fernsehens und die
Schlagzeilen der Zeitungen zu starren, um sich über die nächste
Hiobsbotschaft aufregen zu können. Sie können uns als Anlass dienen, uns
zum Kern, zum Wesentlichen des Lebens zurückzukehren und damit zu den
Kernfragen:
Wer bin ich oder wer oder was glaube ich
zu sein?
Was glaube ich über das menschliche
Leben und wie stehe ich zu ihm?
Was soll der Sinn meines Lebens sein
Wer will ich sein hier in diesem Leben?
Vor diesen wenigen Fragen drücken sich die meisten
Menschen und glauben insgeheim, hierauf keine persönliche Antwort
formulieren zu müssen. Dabei übersehen sie, dass Sie das schon längst –
auf unbewusste Weise tun und dem Leben jeden Tag gegenüber erklären, wer
sie sind und wozu sie leben.
Und die Erklärung der meisten Menschen auf die
Frage: Wer bin ich? Lautet:
Ich bin einer, der konsumiert:
„Ich konsumiere – also bin ich!“
Und der Sinn, den die meisten Menschen ihrem Leben
geben, heißt:
Aufstehen – arbeiten – ein bisschen Spaß – hinlegen
und schlafen.“
Das Leben in diesem Körper geht schneller vorbei,
als vielen lieb ist. Darum können wir gar nicht früh genug uns selbst
diese entscheidenden Fragen zu stellen und unsere Antworten hierauf
finden, damit wir das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Wirkliche vom
Scheinbaren unterscheiden lernen.
In diesem Zusammenhang hat mich der Satz von Oriah
Mountain Dreamer in dem kleinen Bändchen „Die Einladung“ so berührt, wo
es heißt:
„Es interessiert mich nicht, wo und was und mit wem
du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen stützt, wenn alles
andere wegfällt.“
Das Wesentliche, das es zu finden gilt, ist immer
unsichtbar. Es liegt immer im Bereich des Inneren. Was sich im Außen
zeigt, ist das, was auf das Innere folgt. Es ist die Antwort des Lebens
auf. Im Innern liegt das Wirkliche, im Außen erfolgt seine Spiegelung.
Wie innen – so außen. Wann werden wir Menschen dies endlich auf breiter
Basis begreifen???
Zur Einfachheit zurückkehren
Was dich weiterhin stützt in Zeiten der Unruhe und
Unsicherheit im Außen, ist die Rückkehr zur Einfachheit. Einfachheit
geht mit Klarheit einher. Das Leben ist – entgegen dem, was die Masse
glaubt, nicht kompliziert, sondern einfach. Kehre zurück zu einer
Haltung der Einfachheit und kümmere dich im Alltag jeweils um „ein
Fach“, d.h. zu einem Zeitpunkt nur um eine Sache. Nur so kannst du
wirklich in der Gegenwart sein, der einzigen Zeitform, in der das Leben
stattfindet…
Wir haben das Leben zu einer sehr komplizierten
Angelegenheit gemacht, weil wir unseren Blick verstellt haben für das
Wesentliche und weil wir uns keine einfachen Fragen stellen wie: Wie
habe ich selbst dies oder jenes erschaffen? Oder: Was gibt es jetzt zu
tun? Oder: Was würde die Liebe jetzt tun?
Wir dürfen immer wieder am Tag zurückkehren zu dem
Einfach-Da-Sein, zum bewussten Atmen, zum Spüren des Körpers und zu der
Gewissheit: Ich lebe. Wir haben uns angewöhnt, das Leben für
selbstverständlich zu nehmen, wir haben gelernt, in Routine
einzuschlafen und verpassen hierdurch die Herrlichkeit und
Einzigartigkeit dieses einen Augenblicks, der nie wieder kommt, dieses
Blattes, das jetzt vom Baum heruntersegelt, dieser Träne, die gerade
über die Wange deines Geliebten läuft, dieses Atemzugs, den du jetzt
gerade tust…
Wir haben es kompliziert gemacht mit unseren
Gefühlen. Wir produzieren eine Menge von Emotionen wie Angst, Trauer,
Wut, Scham, Schuld, Ohnmacht, Kleinheit u.a. – und wenn diese unsere
Schöpfungen dann zu uns kommen, in uns hochsteigen, dann wollen wir
nichts von ihnen wissen, sondern sie weghaben. Dabei wollen sie doch nur
gefühlt werden – sonst gar nichts.
Wir begegnen Menschen, die uns täglich fragen: Wie
geht’s? Und wir lügen am laufenden Band und sagen „Gut“, obwohl es
unserem Herzen alles andere als gut geht. Nehmen Sie einen tiefen
Atemzug, schauen den anderen an und fragen: Hast du ein paar Minuten für
mich? Und dann schütten Sie mal Ihr Herz aus (Aber bitte nicht
ungefragt).
Empfangt und gebt
Obwohl wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben,
in der es den meisten Menschen materiell an nichts mangelt, ist das
Bewusstsein fast aller von Mangeldenken erfüllt. Gedanken wie „Ich habe
nicht genug…. hiervon und davon … und „Ich brauche dies und jenes…“ sind
Ausdruck eines Mangelbewusstseins, das sich quer durch die ganze
Bevölkerung zieht.
In dieses Mangelbewusstsein sind wir hinein erzogen
worden. Obwohl wir nicht nur immer genug zu essen, ein Bett, ein Dach
über dem Kopf hatten und haben, sondern mit all unseren Annehmlichkeiten
im Wohlstand schwimmen, sind wir nicht zufrieden damit. Dies rührt
daher, dass der Mangel, der Hunger nach, die Gier nicht aus einer
äußeren, sondern aus einer inneren Leere entspringt
Wir sind als Kinder nicht wirklich satt geworden an
Liebe, an Zuwendung, an Interesse der anderen für uns und unser
Innenleben. Große Geborgenheit über die Jahre der Kindheit hinweg haben
die wenigsten genossen, weil unsere Mütter und Väter selbst nicht satt
geworden waren und in ihrem Innern auch noch immer die hungrigen Kinder
waren, die sich nach Liebe, Zuwendung und Anerkennung sehnen. Wer in
diesem chronischen Hunger lebt, der kann nicht glücklich sein und der
ist empfänglich für die Konsummaschinerie und die
Schmerzbetäubungsindustrie, in der wir leben. Der stiert wie gebannt auf
das Wort „Haben“ und fragt sich chronisch „Wie und wo kann ich was
bekommen?“
Das hat auch die bei uns so grassierende
Schnäppchen-Mentaliltät gefördert. Wer auf Schnäppchen scharf ist, lebt
im Mangeldenken und der muss sich auf Dauer mit weniger Qualität im
Materiellen wie im Sein zufrieden geben.
Hieraus lässt sich auch der Boom der „Wünsch dir
was!“-Bücher erklären. Wer das, was er heute hat, nicht wertschätzt und
damit im Frieden ist und aus diesem Grund sich etwas Besseres wünscht,
der wird damit nicht glücklich werden.
Wer immer nur haben und noch mehr haben will, der
glaubt innerlich immer mehr, er habe selbst nichts zu geben. Nachdem uns
das Leben jeden Tag mit unendlich Vielem beschenkt, dürfen wir uns
fragen: Was gebe ich zurück? Was habe ich selbst zu geben? Die Pole
„Empfangen“ und „Geben“ sind bei vielen in ein großes Ungleichgewicht
geraten und die meisten verpassen das Geheimnis, das da heißt: „Wer
gibt, der empfängt. Und wer empfängt, der gibt.“ Geben und Empfangen
sind beide gleich selig.
Kraft und Halt durch Gemeinschaft
Was uns – nicht nur in Zeiten der Krise – besonders
stützt auf unserem Weg, ist die Energie einer liebevollen Gemeinschaft.
Egal ob wir zusammen kommen, um gemeinsam zu meditieren, zu singen, zu
beten oder um Kuchen zu backen oder über ein Thema zu sprechen oder
einen Vortrag zu hören, hier erschaffen wir gemeinsam eine Kraftquelle
ungeheuren Ausmaßes für jeden, der sich hier beteiligt. Hier nimmt nicht
der eine die Kraft des anderen, sondern Kraft fließt uns dann zu, wie
wir in Liebe zusammenkommen. „Da wo zwei in meinem Namen versammelt
sind, da bin ich mitten unter ihnen“, meint nicht nur, wenn wir in einer
Kirche zusammenkommen.
Die Christus-Energie, die Energie der Liebe fließt
überall dort, wo sich Menschen aufrichtig und in der Liebe begegnen im
gemeinsamen Wunsch nach Erkenntnis, Wachstum, Förderung, Heilung, usw.
Was mit Liebe angegangen wird, da ist der Segen drauf.
Wer die Tendenz in sich spürt, sich von der
Gemeinschaft zurückzuziehen und sich in seine vier Wände einzusperren,
der darf liebevoll forschen, wie viel Angst vor Verletzung und
Zurückweisung, wie viel mangelnde Selbstwertschätzung noch in ihm
herrscht. „Ihr geht immer nur zu zweit in den Himmel ein“, heißt es in
„Gespräche mit Gott“. Das heißt, der Andere, der Nächste, das Gegenüber
– egal ob Partner, Nachbar, Schwiegermutter, Chef oder die Kassiererin
im Supermarkt – in der Begegnung mit ihm offenbart sich mein ganzes
Verhältnis zu mir selbst, zu Gott und zum Leben.
Darum: Verbinde dich mit Menschen, von denen du
spürst: Die suchen das Gleiche wie du. Die folgen auch wie du der
Sehnsucht ihres Herzens. Die sind aufrichtig sich selbst gegenüber und
können es daher auch anderen gegenüber sein. Die wollen auch geben wie
du und haben Freude daran.
Und wer das Gefühl hat, noch nicht geben zu können,
wer im Nebel steht und unglücklich mit sich selbst ist, der möge sich
Hilfe holen und sich umhören, wer ihm helfen kann. Hilfe gibt es immer –
man muss nur fragen und darf sich nicht zu stolz sein, sich als jemand
zu zeigen, der jetzt Rat und Unterstützung benötigt.
Eine neue Erde, eine neue Menschheit kann nur
entstehen, wenn sich Menschen in unterschiedlichsten Form
zusammenschließen im Geiste der Liebe, im Bewusstsein, dass wir alle
Schwestern und Brüder sind und dass Gott sich in jedem von uns zeigt.
Jeder Mensch, der uns begegnet – und sei es auch in den schmerzlichsten
Situationen – ist uns geschickt, um das Lieben zu lernen. Dies ist die
Aufgabe des Menschen auf seinem Lebensweg. „Die Liebe ist das Gesetz
Gottes. Ihr lebt, um lieben zu lernen. Ihr liebt, um leben zu lernen.
Keine andere Aufgabe wird vom Menschen verlangt“, sagt Mirdad so schön
in „Das Buch des Mirdad“.
Vertrauen in und Hingabe an das Leben
Was wir uns wünschen in Zeiten, in denen die Dinge
im Außen unsicherer erscheinen, ist Vertrauen. Hierbei übersehen viele,
dass wir Vertrauen nur dann entwickeln können, wenn es im Außen
unsicherer wird. Wenn alles in Butter ist, gibt es keinen Anlass
Vertrauen zu lernen. Darum noch einmal das Lob an die so genannte Krise
im Außen.
Wer bist du, wenn die sog. Sicherheiten im Außen
wegfallen: der Arbeitsplatz, das Bankkonto, die stabile Währung, die
politische Stabilität deines Landes oder wenn dich dein Partner verlässt
nach 20 Jahren, deine erwachsenen Kinder nichts mehr von dir wissen
wollen oder dein Körper plötzlich erkrankt. Das sind die Sternstunden
des Erwachens, auch wenn sie sich ganz dunkel anfühlen.
Hier zieht uns das Leben die Klamotten aus, stellt
uns nackt vor den Spiegel und fragt: „So, mein Lieber, meine Liebe – wer
bist du jetzt? Was stützt dich jetzt? Gibt’s da etwas in deinem Innern,
worauf du zurückgreifen kannst, was dich hält? Bist du bereit und in der
Lage, dir selbst in Würde und Selbstwertschätzung zu begegnen, weil du
weißt, dass deine Würde nichts mit deinem Bankkonto zu tun hat?
Bist du bereit, dein Herz zu öffnen für deine
eigenen ungeliebten Kinder in dir, für deine Ängste, deine Wut, deine
Trauer und Ohnmacht? Bist du bereit, dir in die Augen zu schauen und zu
sagen: Da gehe ich jetzt durch und ich danke für alle Unterstützung, die
mir zuteil wird.?“
Das ist die Situation, in der wir uns für das
Vertrauen entscheiden können in unserem Innern. Im Ver-Trauen steckt das
sich Trauen und damit der Mut. Das Leben sagt: Trau dich und entscheide
dich, hier im Dunkeln weiterzugehen. Du siehst nur den nächsten Schritt,
dahinter siehst du noch gar nichts. Tue jetzt diesen einen Schritt und
kümmere dich nicht um die nächsten Schritte. Tue nur diesen Schritt,
bewusst und mutig und dahinter werden weitere Schritte auftauchen.
Um Vertrauen zu entwickeln, müssen wir uns trotz
unserer Angst weiterbewegen. Nicht der ist stark, der keine Angst hat,
sondern der, der trotz Angst sagt: „Da gehe ich durch. Und freue mich
schon auf den Moment, wo ich durch bin.“
Unsicherheiten und Verluste im Außen können uns
Anlass sein, wieder den Kern des Lebens zu finden, das Wesentliche, das
Zentrum. Und das Zentrum ist immer das HERZ. Gehe immer wieder zu
deinem Herzen und tauche ein in die Stille deines Herzens wo es klingt:
„Sei still – und wisse – ICH BIN – Gott!“
Robert Betz
Dies ist ein Auszug aus dem gleichnamigen Vortrag
von Robert Betz, der auf CD erhältlich ist
1 siehe Vortrag „Angst, Wut, Schmerz &
Co. in Freude verwandeln, beide erhältlich unter:
www.robert-betz.de

|
Kontakt
BALANCE Heft-Abo
Medientipps
Leserbriefe
Verteilerstellen
Impressum
Anzeigenpreise
aktuelles Heft

Heft 1/2012
Seit 1997 zeigen
wir neue Wege auf.
Haftungsausschluss
Datenschutzerklärung
Copyright BALANCE ® online, 2001 - 2012
|