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Startseite > Ausgabe 3/2011 > Robert Betz Das eigentliche Leben beginnt – für die meisten – mit 50Plädoyer für ein neues Denken über die letzten Jahrzehnte Solange wir noch können, machen wir jedes Jahr eine schöne Reise“, höre ich eine ca. 60jährige Frau sagen. Sie weiß nicht, dass sie sich gerade eine Zukunft erschafft, in der sie es irgendwann nicht mehr können wird. Denn wie lautet der Gedanke hinter dem ausgesprochenen Gedanken? Er heißt: ‚Irgendwann werden wir nicht mehr reisen können. Irgendwann werden unsere Knochen alt und gebrechlich sein. Wir werden alt sein und wer alt ist, der kann halt nicht mehr so, wie er will.’ Diesem Gedanken stimmt der Normalmensch zu, es ist ein allgemein akzeptierter Gedanke, fest verankert im Massenbewusstsein und damit im Unterbewusstsein fast aller Menschen täglich wirkend. Alter und Krankheit sind kein SchicksalWir werden nicht alt, sondern wir selbst machen uns alt. Und der erste Altmacher ist nicht unsere Faulheit, uns körperlich nicht genug zu bewegen oder der gute Appetit beim Essen – es sind in erster Linie unsere Gedanken, die uns alt aussehen und werden lassen. Sag’ mir, was du über das Alt-Sein und über deine Zukunft denkst und ich sage dir, wie es dir ergehen wird im Alter. Der Normalmensch denkt: Mit 50 tauchen die ersten Zipperlein auf, mit 60 ist man schon dankbar für den Fahrstuhl und mit 70 kann man froh sein, wenn man noch in seinen eigenen vier Wänden leben kann und nicht in einem Altersheim dahinvegetieren muss. Und wer die 80 gesund erreicht, der hat wahrlich ein Glückslos in der Lotterie gezogen. Der ‚Normalmensch’ beugt sich gedanklich bereits präventiv dem Alter entgegen. Und diese Beugung, diese Krümmung in Richtung Grab beginnt in den meisten Menschen schon früh. Selbst die heutige Arbeitsministerien Ursula von der Leyen propagiert diese Beuge in der „ZEIT“, wo sie schreibt: „Meine einzige Möglichkeit, mich auf die Unwägbarkeit des Alters vorzubereiten, liegt darin, ein Geflecht aus menschlichen Beziehungen zu spannen, um mich und diejenigen herum, die ich liebe.“ Der Kerngedanke auch hier: Das Alter, deine Zukunft, dein Körper- und Geisteszustand morgen – liegen nicht in deiner Hand. Das ist unwägbares Schicksal. Sorge dafür, dass jemand da ist, der dich pflegt.“ Auch wenn Ihr Verstand sich heftig sträuben mag. Ich lade Sie dazu ein, Ihre Macht über Ihren körperlichen und geistigen Zustand morgen, übermorgen und im so genannten Alter wieder an sich zu nehmen. Die Wirklichkeit im Außen mag hierzu nicht gerade ermutigen: überfüllte Altersheime mit dahin schleichenden Körpern voller Medikamente, Massenkrankheiten wie Krebs, Rheuma, Multiple Sklerose, Diabetes, Alzheimer u.a., gegen die die klassische Medizin bis heute kein Mittel gefunden hat, schon gar nicht deren Ursache bestimmen kann. Mit großen ideologischen Scheuklappen ignoriert sie bis heute die Zusammenhänge, die Lehrer seit Tausenden von Jahren aufzeigen, von Laotse bis Ruediger Dahlke. Krankheit und Gebrechlichkeit entstehen im Geist, sind nicht Schicksal. Was sich da im Außen zeigt, ist der Spiegel des Bewusstseins von Millionen Menschen, die genau das erschaffen, was Sie jahrelang vor sich hin beten und denken. Ihr Kerngedanke: „Irgendwann bin ich alt. Und dann sehe ich auch alt aus und kann nicht mehr, wie ich will.“ Ich lade jeden ein, seine denkend-fühlende Schöpferkraft wieder in Besitz zu nehmen und neu über das Leben jenseits der Fünfzig zu denken. Ich bin selbst im 58. Lebensjahr und ich habe in den ersten fünfzig Jahren meines Lebens nicht soviel Freude und Erfüllung erlebt wie in den letzten acht. Unbewusstheit ist die erste Quelle für Leiden und KrankheitAus meiner Sicht beginnt das eigentliche Leben für die meisten erst um die Fünfzig herum. Warum? Weil wir selten vor diesem Alter aufwachen aus dem Zustand der Unbewusstheit, den ich für unsere größte Leidensursache halte. Die wenigsten fragen sich ernsthaft, wie ihre Lebenswirklichkeit zustande kommt und erkennen sich nicht als Schöpfer derselben. Erst wenn wir unsere Verantwortung für den Zustand unseres Lebens, d.h. auch unseres Körpers, unseres Lebensgefühls und unserer geistigen Gesundheit übernommen haben sowie für alle Mangel- oder Füllezustände im Außen, erst dann werden wir fähig, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und ein neues Leben zu erschaffen. Bewusst zu leben, heißt nicht nur darauf zu achten, gute Lebensmittel zu mir zu nehmen und meinen Körper regelmäßig mit Liebe zu bewegen. Viel entscheidender ist, wie bewusst ich mit meinen geistigen bzw. feinstofflichen Energien umgehe. Warum stehe ich morgens auf? Was sind die Kerngedanken am Beginn eines neuen Tages? Wie denke ich über mich und meine Mitmenschen? Wes Geistes Kind bin ich? Denke ich friedliebende und vergebende Gedanken über mich und die anderen? Habe ich mir selbst alles vergeben, wofür ich mich jemals verurteilt habe? Kann ich mein ganzes bisheriges Leben segnen und würdigen? Wer den Weg der Liebe, des Friedens, der Vergebung und Versöhnung mit sich, mit anderen, mit dem Leben, mit Vater-Mutter-Gott geht, der befreit auch seinen Körper von alt machenden Energien. Der wirft Lasten ab, die dieser bisher jeden Tag mitschleppen musste. Was bringt dein Herz zum Singen?Der größte Jung-Erhalter im ‚numerischen Alter’ jedoch ist die Freude. Freude und Begeisterung an einer Aufgabe ist der Energiespender schlechthin für Körper, Geist und Seele. Die Schlüsselfrage zu dieser Energiequelle lautet: Was bringt mein Herz zum Singen? Frage an Sie: Was bringt Ihr Herz zum Singen? Wonach sehnt sich Ihr Herz? Horchen Sie auf die Stimme Ihres Herzens und gehen Sie seiner Sehnsucht, seinen Wünschen, seinen Impulsen nach. Wer heute nicht viel Freude in seinem Leben vorfindet, hat sich bisher nicht für ein Leben in größter Freude entschieden, der ist bisher nicht den Weg des Herzens gegangen. Egal wie alt Sie an Jahren sind: Treffen Sie die Entscheidung zur Freude, was auch immer Ihnen Freude macht. Von dieser hält uns besonders der Unfriede mit unserer Vergangenheit ab. Seit der Vertreibung aus dem Paradies kindlicher Unschuld in unseren ersten sechs Lebensjahren haben wir uns aus der natürlichen Freude am Leben mehr und mehr hinaus bewegt. Damals sagte man uns, wir seien nicht in Ordnung, nicht liebenswert und müssten ein guter Mensch werden – und wir haben es geglaubt. Schon früh begannen wir, uns die Liebe zu entziehen, unser Herz zu verschließen und die Liebe und Anerkennung Anderer durch Leistung und Anpassung zu erkaufen. Die lieblosen, verurteilenden Gedanken über uns haben in uns Angst, Trauer, Scham, Schuld, Wut und andere Gefühle erzeugt, mit denen auch der ältere Mensch bis heute durch sein Leben geht. Unsere Gefühle wollen bejahend gefühlt werdenNiemand hat uns gesagt, wie wir diese Gefühle, die uns von der Freude fern halten, verwandeln können, damit sie unsere feinstofflichen Körper verlassen können. Heute lernen das jährlich mehr und mehr Menschen, indem sie lernen, diese Emotionen bejahend zu fühlen. Hierzu dienen vor allem eine Reihe von Meditationen auf CD wie z.B. „Negative Gefühle in Freude verwandeln“, die in den letzten Jahren viele Tausend Menschen benutzen ebenso wie die transformierenden (verwandelnden) Seminare, die ich und andere Transformationstherapeuten in den letzten Jahren anbieten, in denen die Teilnehmer viel ‚altes Gepäck’ zurück lassen und sich von einer unfriedlichen Vergangenheit verabschieden, in der wir uns mit unseren Mitmenschen in höchstem Maße verstrickt haben. Wer in einem gesunden Körper alt werden will an Jahren, der wird nicht umhin kommen, sich noch einmal in Liebe den ersten Jahren seines Lebens zuzuwenden und die vielen Verstrickungen mit Vater, Mutter, Großeltern und Geschwister zu lösen. Die Auswirkungen dieser inneren Unfreiheiten sind den wenigsten Menschen bewusst, aber sie belasten uns täglich. Der Vater und die Mutter unserer Kindheit sind aus meiner Sicht die größten Türen in unsere Freiheit und Lebensfreude. Nur der, der durch diese ‚Tür’ hindurch geht und sich innerlich von seiner Vergangenheit befreit, kann in einer glücklichen Gegenwart ankommen. Auch dies gelingt in wenigen Monaten mit den Meditationen „Die Mutter (bzw. der Vater) meiner Kindheit“ sowie mit der Heilung des Kindes in uns, das wir damals traurig, einsam oder wütend innerlich zurücklassen mussten (Meditationen: „Befreie und heile das Kind in dir“ oder „Besuche und verwandle das kleine Mädchen in dir.“) Bring Männliches und Weibliches in dir in die BalanceBesonders wichtig für ein gesundes und glückliches Leben bis zum letzten Atemhauch ist das Gleichgewicht, das wir herstellen und leben zwischen dem so genannten männlichen und dem weiblichen Prinzip, das in allem wirkt, in der Natur wie im Menschen. Das männliche Prinzip bezieht sich auf das Einatmen, das Machen und Tun, das Denken und Planen, das Geben, Anspannen, Festhalten, Kontrollieren und Organisieren. Das weibliche Prinzip hingegen umfasst das Ausatmen, das Geschehen lassen, Vertrauen, mich fallen lassen, das Fühlen, Lieben, Spielen, Ruhen, Entspannen, Träumen und Genießen. Beide Seiten wollen vom Menschen gelebt und geschätzt werden. Seit unserer Kindheit jedoch lernen wir, dass das Machen und Tun wertvoller sei als das Nicht-Tun, das einfache Da-Sein, Vertrauen und Geschehen lassen. Sie erinnern sich vermutlich an Sätze wie „Häng nicht so rum! Tu was! Streng dich an! Usw.“ Und so haben die meisten Menschen in ihrem Leben ein fatales Ungleichgewicht erschaffen zwischen diesen beiden Polen und hierunter leiden unsere Seelen wie unsere Körper. Viele von uns haben Beschwerden, Krankheiten und Schmerzen an der rechten Körperhälfte. Dies deutet darauf hin, dass dieser Mensch einseitig auf das Aktiv-Sein und Machen gesetzt und dadurch seine rechte Seite maßlos überbeansprucht hat. Schmerzen auf der linken Seite deuten darauf hin, dass sich die weibliche Seite in uns sehr vernachlässigt und verletzt fühlt. Pflegefall und Demenz fallen nicht vom HimmelAuch der heute immer häufigere Pflegefall gegen Ende des Lebens lässt sich auf die Unbalance zwischen diesen beiden Verhaltens- und Lebensweisen zurückführen. Wer sein Leben lang viel tut, ohne genussvoll zu entspannen, Pausen zu machen und für sich selbst da ist, wer vor allem für andere da ist, sich selbst aber nicht erlaubt, schwach zu sein oder Hilfe in Anspruch zu nehmen, den zwingt das Leben gegen Ende oft für Jahre in die waagerechte Haltung, er wird zum Pflegefall. Hiergegen schützt auch keine Pflegefall-Versicherung, die den Menschen jetzt mit Erfolg aufgeschwätzt wird. Wer die Grundprinzipien des Lebens versteht – und das ist nicht schwer – und danach lebt, der kann einfach nicht zum Pflegefall werden. Wer aber nicht auf Seele und Körper hört und sich regelmäßig Entspannung gönnt, sich seine Schwächen zugesteht und sich Unterstützung holt, wer sich zusammenreißt und durchhält in seinem angestrengten Leben, dem ruft das Leben zu: „Mein Lieber, du verstößt gegen meine Gesetzmäßigkeiten, du ignorierst, dass alles im Leben nach Ausgleich und Balance strebt.“ Jedes extreme Verhalten, jede Einseitigkeit, die über Jahre und Jahrzehnte gelebt wird, hat negative Folgen auf der Ebene von Psyche und Körper. Darum nimmt auch die Demenz in unserer Zeit rapide zu. Auch sie fällt nicht zufällig vom Himmel, sondern der Mensch erschafft sie auf unbewusste Weise selbst. Wodurch? Weil er zunehmend weniger bereit ist, sich die Schattenseiten, die ungeliebten Seiten seiner inneren wie äußeren Lebenswirklichkeit anzuschauen und innerlich immer öfter sagt: „Davon will ich nichts mehr wissen!“ Wer glaubt, über die dunklen Seiten seines Lebens, seine Enttäuschungen, Misserfolge, Peinlichkeiten, über seine Schuld und Scham erzeugenden Schöpfungen seines Lebens den Schleier der Verdrängung und des Vergessens hängen zu können, dem folgt sein Geist auf entsprechende Weise. Das Gehirn erhält aufgrund dieser dem Menschen unbewussten Entscheidung den Befehl: „Wir wollen vergessen!“ Und die Materie folgt immer dem Geist. Denn der Körper hat keinen eigenen Willen, sondern ist der perfekte Diener und Spiegel des Geistes dieses Menschen. Wer sich diesen Gedanken öffnet, kann in seinen letzten Lebensjahrzehnten die schönste und erfüllendste Zeit seines Lebens erfahren, anstatt einsam, krank und mit Bitterkeit im Altersheim oder in seiner Wohnung auf das Ende zu warten. Ohne die Liebe ist alles nichtsErfreulicherweise wachen jetzt immer mehr junge Menschen in den Zwanzigern auf, die sich sagen: „Ich warte nicht erst, bis ich fünfzig bin. Ich muss die Erfahrungen meiner Elterngeneration nicht wiederholen. Ich begreife jetzt bereits, was wichtig ist für ein glückliches Leben.“ Diese jungen Menschen, die ich jetzt immer mehr in meinen Vorträgen sehe, hören auf, ihre Verantwortung für ihr Leben an andere abzugeben und sich zum Opfer der Umstände zu machen. Sie sehen an den älteren Generationen, dass es keinen Sinn macht zu leben, ohne sich selbst zu lieben und ohne Freude am Morgen zur Arbeit zu gehen. Sie verharren nicht in Starre und Angst, weil um sie herum so viele ängstliche Menschen sind oder weil um sie herum soviel Schmerz und Wut in Menschen stecken. Jetzt, in diesen Monaten und Jahren, geht ein sehr langes Zeitalter des alten Menschen, des „Normalmenschen“ zu Ende, der nicht wusste, dass er immer schon ein Schöpfer war, der – anstatt bewusst zu erschaffen – sich immer mehr erschöpfte und am Ende ausgelaugt und oft verbittert starb. Dies ist eine unendlich segensreiche Zeit, in der Mensch wieder an seinen Ursprung erinnert und aufgeweckt wird zu einem Leben in der Liebe zu sich selbst, in der Liebe zu seinem Nächsten und in der Liebe zum Leben und das heißt zu Vater-Mutter-Gott, zu der Quelle, aus der wir alle stammen. Mögen Sie, lieber Leser, diesen Weckruf des Lebens hören und aufhorchen. Mögen Sie Ihr Herz wieder öffnen für die Liebe und das Lieben. Denn ohne die Liebe ist alles in unserem Leben nichts. Robert T. Betz, Dipl.-Psychologe Neuerscheinung! Robert Betz
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