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Feng Shui 

Farben und ihre Wirkung in Ihrer Wohnung 

Grün ist die Hoffnung, Rot ist die Liebe und Blau ist die Treue – sagt schon der Volksmund. Farben sind mit Gefühlen verbunden. Die Vorstellung, alles wäre schwarz und weiß, - kaum zu fassen.  

Farbpsychologie 

Laut Johannes Itten, Bauhauslehrer, sind Farben „Strahlungskräfte, Energien, die auf uns in positiver oder negativer Weise einwirken, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht“. Wachstum, Blutdruck, Körpertemperatur, Muskelaktivität, Schlafrhythmus und Immunsystem werden durch Lichtstrahlen beeinflusst, ebenso unsere Gefühle, Stimmungen und Gedanken. Unser Organismus kann Farben auf vielerlei Weise aufnehmen. Da Farben auf Körper und Seele wirken, können wir  durch den bewussten Einsatz von Farben nicht nur uns selbst, sondern auch Situationen verändern und „Farbe in unser Leben bringen“. 

Jeder Mensch hat eine persönliche Beziehung zu Farben und oft geben wir uns selbst intuitiv eine „Farbbehandlung“. Wir wählen eine ganz bestimmte Farbe für unsere Kleidung oder als Dekor in Haus und Garten. Kennen wir  die Eigenschaften  von Farben, sind wir in der Lage, mit ihrer Hilfe gezielt unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden zu verbessern.  

Die Werbeindustrie nutzt die Suggestivkraft der Farben auch als Lockmittel: Blau-Rot z.B. dominiert bei der Verpackung von Lebensmitteln – als Mischung aus Frische, Kühle (Blau) und Kraft (Rot). Elegante Boutiquen setzen Schwarz ein, z.B. schwarze Tragetaschen, für Vornehmheit und Eleganz. Bei Rosa, Lila und Weiß denkt man unwillkürlich an süß. Daher ist es in einer Konditorei von Vorteil, die Farben Hellorange, Rosa und Weiß einzusetzen, um den Appetit für Süßes anzuregen. 

Räumliche Wirkung von Farben 

Doch Farbe erzeugt nicht nur Stimmungen, hat nicht nur Suggestivkraft. Eine geschickte Farbwahl beeinflusst auch stark die optische Wirkung von Räumen: Dunkle Farben wirken schwerer, verkleinern und können einengen. Helle Farben weiten, vergrößern, bringen Leichtigkeit und Transparenz. Ein farblich kräftiger Fußboden und hell gestrichene Wände lassen einen Raum weit und hoch erscheinen. Man fühlt sich geerdet und „verliert nicht den Boden unter den Füßen“. 

Dunkle Wände dagegen engen ein und verkürzen. Eine kräftige Deckenfarbe lässt den Raum niedriger wirken. Wird der Boden heller gehalten als Wände und Decke, so „schwebt man“, da die Erdung fehlt. 

Gelb: Die hellste und heiterste unter den bunten Farben gilt  auch als „gute Laune“ – und kommunikative Farbe. Goldgelb gibt Räumen Frische und löst eine heitere Stimmung aus. Mit Gelb wird das Denken leichter und Lösungen lassen sich schneller finden. Es  stimuliert das Gehirn, macht wachsam, einen klaren Kopf und stärkt das Nervensystem. 

Rot: Die dynamischste, aber auch aggressivste Farbe. Rot gilt als Farbe der Leidenschaft, der Liebe oder auch der Lebenskraft. Rot symbolisiert Feuer, aber auch Kampf und Wut. Zu viel Rot erzeugt Reizbarkeit, Stress, Wut und Aggressionen, es beunruhigt und kann eine einengende Raumwirkung vermitteln.  

Blau: Gilt als tiefgründige Farbe, schafft eine ruhige, entspannte und stabilisierende Atmosphäre. Die Farbe der Intuition und Kommunikation, Ganzheitlichkeit und Verbundenheit, Passivität. Als Farbe des Himmels steht Blau auch für Ewigkeit und Wahrheit. Helle Blautöne vergrößern Räume und haben eine frische, kühle Wirkung. Bei Schlaflosigkeit kann die Vorstellung, in ein tiefes Blau eingehüllt zu sein, entspannen. Zuviel Blau kann Suchtverhalten und Depressionen erzeugen. 

Grün: Eine Mischung aus Blau und Gelb. Grün ist Synonym für Ruhe, Kreislauf der Natur, Sicherheit und Geborgenheit, Wachstum und damit Hoffnung. Grün wirkt wohltuend und beruhigend. Es fördert die Kreativität und verbindet mit der Natur. Grün erweitert bedrückende Räume. Grün wirkt ausgleichend und ist wichtig als Faktor in der Gesundheit. Ein verschmutztes Grün kann der Gesundheit schaden, symbolisiert den Abgang und die Negation von Leben und Freude. 

Orange: Heitere Farbe, die fröhlich stimmt und aktiv macht. Sie kann auf- und anregend wirken, u.a. appetitanregend, fördert Kreativität und aktiviert die Lebensgeister. Orange gibt kühlen, lichtarmen Räumen Wärme und Weite.  Orange fördert die Lust am Essen (Restaurant),  Geselligkeit, Aufgeschlossenheit und Zusammenhalt. Orange ist gut bei nervöser Erschöpfung, es überwindet Selbstmitleid, verbessert die Laune und sorgt für Interesse am Leben. 

Violett: Diese Mischung aus Blau und Rot gilt als Farbe des Geistes und der Spiritualität. Violett soll das seelische Gleichgewicht und die Entschlusskraft fördern, kann aber auch zweideutig wirken, mystisch und magisch. Ein zu intensives Violett kann für eine bedrückende, sakrale, melancholische Stimmung sorgen. Es wirkt extravagant und individualistisch, und ein bisschen künstlich, da es in der Natur nur selten vorkommt. Violett wird auch mit Würde und Weisheit assoziiert.  

Braun: Erdet und verströmt Wärme und Bodenständigkeit. Eine heimelige Farbe für Menschen mit tiefer Sehnsucht nach Geborgenheit – die aber auch verdunkelt und drückt. Es ist die Farbe von Mutter Erde. Braun wird zudem der Anspruchslosigkeit zugeordnet. Braun hat aber auch mit Unterdrückung von Gefühlen, Angst vor der Außenwelt und Engstirnigkeit zu tun.  

Weiß: Es wirkt strahlend, aufmunternd und friedlich. Die Farbe steht für Reinheit, Unschuld und Sauberkeit, aber auch für Spiritualität, Engel, geistiges göttliches Prinzip. Weiß weitet enge Räume. Reines Weiß wirkt aber zu hart und zu kalt, günstiger ist  gebrochenes Weiß. 

Schwarz: Kann alle emotionalen Reaktionen verstärken, wirkt distanziert und schwer, vermittelt so Seriosität, steht auch für Würde und Eleganz. Schwarz ist aber auch die Farbe von Trauer, kann schwermütig machen und einengen. In der Raumgestaltung ist Schwarz nur geeignet, um Akzente zu setzen. In Verbindung mit Metall oder Chrom wird eine distanziert  – unpersönliche Atmosphäre geschaffen.  

Gold: Gold wird mit  Sonne,  Wärme, Reichtum und Verständnis assoziiert. Gold gibt Kraft  und Inspiration. Außerdem hilft es bei Angst, Unsicherheit und Gleichgültigkeit. Es steigert den Selbstwert und fördert die spirituelle Entwicklung. Zuviel Gold kann aber beispielsweise die Sehnsucht wecken, Vollkommenheit im Materiellen zu finden. 

Silber:  Die Farbe des sich ständig ändernden Mondes. Silber steht für das weibliche Prinzip und die intuitive Seite des Verstandes. Silber harmonisiert und wirkt reinigend, öffnet für mediale Fähigkeiten. Zuviel Silber kann Allergien verursachen, oder auch zu Redseligkeit und Verlust der Wahrheitsnähe führen. 

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Misch-Töne, wie etwa Türkis oder Beige, die jeweils ihre eigene Wirkungsweise haben. So sind für bestimmte Räume gewisse Farben besonders geeignet.

Der Eingang Ihrer Wohnung z.B. ist wie eine Visitenkarte oder auch wie der Frühling, der die Menschen willkommen heißt. Hier sollten Sie zarte, freundliche, frische Farben verwenden: Gelb, Blau, Orange – violett, aber alle stark verdünnt, ähnlich wie Wasserfarben. Die Wohnräume sollten eine Wohlfühloase schaffen, fernab vom Stress des Alltags. Die Farbauswahl sollte der Funktion entsprechen: Möchten Sie sich dort eher unterhalten, sind kräftige Orangetöne vorzuziehen. Als Ort der Entspannung Blautöne und zu einem Ort der Begegnung werden Ihre Wohnräume, wenn sie in erdigen Rottönen gehalten sind.  

Dies sind nur ganz wenige, skizzenhaft aufgeführte Beispiele. Farben gelten gemeinhin als Quelle der Inspiration und des Wachstums: Bringen Sie Farbe in Ihr Leben! Nutzen Sie bewusst die Wirkung von Farben und schaffen Sie sich ein Wohnumfeld, in dem Sie sich rundherum wohlfühlen. 

Weitere Informationen, Gestaltung und Beratung von Architektur zum Wohlfühlen bei: 

Dipl. Ing. Architektin
Anna-Katharina Buse
wohlfühlarchitektur
Tel. 0221 - 49 49 27 oder unter
www.wohlfuehlarchitektur.de 

 

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Quelle: BALANCE 4/2003

 

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