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Startseite > Themen > Alternative Therapien > Yoga mit Kindern Yoga mit KindernNicht nur Erwachsene leiden darunter, auch viele Kinder werden bereits in jungen Jahren mit vielen ungesunden Verhaltensweisen wie Bewegungsmangel, Reizüberflutung und Stress konfrontiert, was der körperlichen und geistigen Entwicklung schaden und zu irreparablen Schäden führen kann. Aber selbst für Kinder, die in gesunder Umgebung und in harmonischem Umfeld aufwachsen, beginnt mit der Einschulung eine körperliche und geistige Überbelastung, die, wenn man ihr nicht bewusst entgegentritt, bis zur Pensionierung anhalten kann. Es beginnt damit, dass Kinder in der Schule stundenlang in schlechter Haltung und verbrauchter Luft über ihren Schulbüchern sitzen und sich konzentrieren müssen, um den schulischen Anforderungen gerecht zu werden. Nach dem Unterricht werden viele Kinder heutzutage abgeholt, wodurch die eigentlich notwendige körperliche Bewegung an der frischen Luft wegfällt. Und für viele geht der Freizeitstress nach dem Mittagessen und den Schulaufgaben weiter: Klavierunterricht, Reiten und Schwimmen – und das meistens nicht nur zum Spaß, sondern auch unter gewissem Leistungsdruck. Somit ist es kein Wunder, dass sich bereits im Kindesalter viele Stresserkrankungen bemerkbar machen und sich in Form von Verspannungen, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Magenschmerzen äußern. Mit Yoga dem Schulstress begegnenZum Glück kann diesen Störungen mit Yoga- und Entspannungsübungen entgegengewirkt werden. Durch Yogaübungen lernen die Kinder ihren Körper besser kennen und wahrzunehmen. Sie beginnen im Laufe der Zeit, selbstständig Fehlhaltungen zu korrigieren und können ihre kindliche Gelenkigkeit bewahren und in vielen Fällen sogar noch verbessern. Durch Atemübungen lernen die Kinder, tief und natürlich zu atmen. Tiefer, natürlicher Atem versorgt den Körper nicht nur mit ausreichendem frischen Sauerstoff, der die Basis für die Konzentration bildet, sondern die Kinder können sich auch besser entspannen. Zum Glück stellen sich die Erfolge bei Kindern, die Yoga praktizieren, sehr schnell ein und eine Verbesserung der Noten kann bereits nach zwei bis drei Monaten eintreten. Alles zu seiner Zeit – Asanas entsprechend dem AlterBeobachtet man, mit welcher Leichtigkeit Kinder sich bewegen, biegen und dehnen, könnte man vorschnell den Schluss ziehen, dass Kinder spielerisch alle Asanas, d.h., alle Yogastellungen ausführen könnten. Da aber zum Beispiel die Knochen noch weich sind, sollte etwa der Kopfstand mit kleinen Kindern nicht ausgeführt werden. Andere Übungen, wie die Kobra, die endokrine Drüsen (Hormondrüsen) anregt, werden erst zu Beginn der Pubertät empfohlen. Führt man die Kinder aber entsprechend ihrer körperlichen Entwicklung in Yoga ein, kann das körperliche Wachstum unterstützt und ein emotionales Gleichgewicht sowie Selbstsicherheit gebildet werden, wovon sie auch im Erwachsenenalter profitieren. Das Kind beginnt langsam seinen Körper – vom Kopf beginnend in Richtung Füße – zu kontrollieren. Je nach Körperbewusstsein können Kinder ab zwei Jahren allmählich erste Asanas erlernen. Die grundlegende Voraussetzung ist, dass das Kind von sich aus Interesse an den Übungen zeigt. In einen Yoga-Kurs sollte man sie allerdings zu dieser Zeit noch nicht bringen. In diesem Alter sind besonders solche Übungen wertvoll, die jene Körperpartien unterstützen, die am schnellsten wachsen, zum Beispiel Übungen für die Beinmuskulatur. Allerdings können insgesamt noch keine besonderen Kraft- oder Dauerleistungen von den Kindern verlangt werden. So sollte der Sonnengruß von Kindern im Kindergartenalter noch nicht geübt werden. Auch ist zu beachten, dass die Gelenke von Kindern in diesem Alter noch wesentlich unstabiler sind, als die eines Erwachsenen. D.h., dass in diesem Zusammenhang ein besonderer Augenmerk auf die noch nicht vollständig verknöcherte Wirbelsäule gelegt werden sollte, da die einzelnen Wirbelgelenke noch nicht so beweglich sind wie bei einem Erwachsenen. Übungen wie das Krokodil sollten eher vorsichtig geübt werden. Auch der Dornfortsatz der einzelnen Wirbelkörper muss vorsichtig behandelt werden, so dass Übungen wie die Rückenrolle nicht ohne eine weiche Unterlage gemacht werden sollten. Bei den Atemübungen sind alle Übungen möglich, bis auf die Übungen, bei denen der Atem angehalten wird. Je älter die Kinder werden, desto mehr gleichen die Körperproportionen denen eines Erwachsenen. Dadurch können Kinder immer mehr Übungen machen, die auch Erwachsene durchführen. Intuitiv wussten indische Yogis schon vor vielen Jahrhunderten, was sich heute immer mehr durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt: Durch die Ausführung von Yoga nimmt ein Mensch bewusst Einfluss auf Körper, Seele und Geist, wodurch ein harmonischer Austausch zwischen Bewegung, Gedanken und Gefühlen entstehen kann. Dies hat zur Folge, dass die Informationen schnell und richtig zum Gehirn weitergeleitet werden, was gerade für Kinder im Schulalter von großer Bedeutung ist. Lernen ist somit nicht mehr ein notwendiges Übel, sondern kann entspannt, effektiv und erfolgreich geschehen und sogar Spaß machen. Das heißt, dass wir nicht nur mit unserem Gehirn, sondern mit dem ganzen Körper lernen. Werden die Asanas und Pranayamas in Ruhe, konzentriert und achtsam ausgeführt, stellen sie eine sinnliche Unterstützung dar und helfen den Kindern, ganzheitlich zu lernen, was sich auf ihr körperliches und geistiges Wohl auswirkt. Regelmäßiges Üben hilft Kindern, modernen Krankheiten vorzubeugen, bzw. sie zu beseitigen. Jedoch reicht es, wenn Kinder einmal pro Woche üben. Teenager können dann genauso wie Erwachsene täglich üben. Praktizieren Kinder regelmäßig Yoga, so kann sich dies positiv auf folgende Aspekte auswirken:
Steigerung des Selbstbewusstseins: Durch die Asanas und Pranayama-Übungen lernt man, besser bei sich zu bleiben und sich nicht immer von äußeren Umständen überwältigen zu lassen. Das heißt, dass sich ein Kind nicht mehr so schnell ablenken lässt, was zu einer Verbesserung der schulischen Leistungen führt. Dadurch steigert sich natürlich auch gleichzeitig wieder das Selbstbewusstsein des Kindes und es wird wahrscheinlich wieder lieber zur Schule gehen. Die Entwicklung des knöchernen Bewegungsapparates im Überblick
© Silke Wilz, Juli 2003Kinderleichte ÜbungenBeim Kinderyoga sollte man darauf achten, dass die Kinder nicht unter den gleichen Leistungsdruck geraten wie in der Schule. Darum sollte der Unterricht immer etwas Spielerisches haben, ohne an Genauigkeit und Struktur einbüßen zu müssen. Auch die Namen der Übungen sollten bei den Kindern ebenfalls Neugierde und Freude hervorrufen. Kein Wunder, dass Tiernamen es den Kindern erleichtert, sich besser in eine Stellung hineinzugeben und zu brüllen wie ein Löwe oder zu summen wie eine Biene. Wie bei Erwachsenen sollte der Unterricht mit Kindern auch ein ausgewogenes Maß an Pranayamaübungen, Asanas und Entspannungsübungen enthalten (siehe dazu Literaturempfehlungen im Anhang), damit das Kind durch die äußere Balance der Übungen zu einem inneren Gleichgewicht gelangt und dem Stress der heutigen Zeit gelassener begegnen kann. Die Vorgaben für die Yogastunden mit Kindern sind im Prinzip die gleichen wie die Regeln für Erwachsene:
Eine Kinderyogastunde sollte nur so lange dauern, wie alle Spaß daran haben. Bei jüngeren Kindern reicht eine halbe Stunde. Bei älteren Kindern kann eine Yoga-Stunde 45 - 60 Minuten dauern, wobei die letzten zehn Minuten der Schlussentspannung gewidmet sind. Der Verlauf einer Stunde kann folgendermaßen aussehen:
Standübungen
Der Berg
Der Baum VierfüßlerübungenAusgangsstellung: Handflächen, Knie und Fußrücken liegen auf dem Boden auf. Arme und Beine sind parallel. Die Handgelenke und Arme sind dabei in einer Linie unter den Armen. Die Knie befinden sich unter den Hüftgelenken. Der Rücken ist gerade, parallel zum Boden. Der Nacken ist lang gestreckt und der Blick zum Boden gerichtet.
Die Katze
Der „pieselnde“ Hund
Brüllender Löwe
Mutterhaltung
Schmetterling Du kannst die Übung auch dynamisch ausführen, indem du mit den festgehaltenen Beinen schwingst, wie ein Schmetterling mit seinen Flügeln flattert. Doris Iding & Silke Wilz Weiterführende Literatur:Sabine Pilguj: Yoga mit Kindern. Übungen und Fantasiereisen zu Hause erleben. Ravensburger Verlag Berlin, 2002 Christina Gruber, Christina Krieger: Entspannung und Konzentration. Meditieren mit Kindern. Das praktische Handbuch für Kindergarten und Grundschule. Kösel Verlag München, 2002 Angeline Bauer: Heilende Märchen. Geschichten, die Kinder stark machen. Märchen gegen Kinderängste und -sorgen. Südwest Verlag München, 2002 Gerda und Rüdiger Maschwitz: Stille-Übungen mit Kindern. Kösel Verlag München, 1993 Rank, Christine: Der kleine Yogi. Kinderleichtes Yoga. Münster 1998
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