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Die Dorn-Breuss-Methode

Auf sanftem Weg zum gesunden Rücken

„Wunder dauern etwas länger.....“ so ein Buchtitel des Allgemeinmediziners und Dorn-Therapeuten der ersten Stunde, Dr. Michael Graulich

Eine Methode, die einst in Bayern ihren Ursprung fand, tritt nun ihren Siegeszug auch über die Grenzen Deutschlands hinweg an. Sie erreichte nach dem europäischen Ausland bereits Australien, Hawaii und die Philippinen!!!

Dieter Dorn

Die Geschichte ist so ungewöhnlich wie abenteuerlich: Dieter Dorn, ein bayrischer Landwirt und Sägewerksbesitzer, litt aufgrund der jahrelangen körperlichen Belastung unter chronischen Rückenbeschwerden. Er ging zu einem „alten Einrichter“, der ihm durch Mund-zu-Mund-Propaganda empfohlen wurde. Dieser „drückte an seinem Rücken herum“, und er konnte schmerzfrei wieder nach Hause gehen.  Begeistert von dieser, ihm bisher unbekannten Methode, erlernte Dorn erste Handgriffe von dem alten Mann, der aber bald darauf starb. Der Same war jedoch gesät, und Dorn entwickelte die spätere „Methode Dorn“ selbständig und mit Hilfe seines „gesunden Menschenverstandes“.  Zunächst diente das alternative Verfahren nur zur Selbsthilfe in der eigenen Familie. Seine Frau, die jahrelang an chronischer Migräne litt, konnte durch sanftes Einrichten der Halswirbel von ihren Beschwerden befreit werden. Die erstaunlichen Erfolge sprachen sich schnell herum. Bald hatte Dorn einen großen Zulauf von schmerzgeplagten Wirbelsäulenpatienten und Therapeuten, die diese besondere Methode von ihm lernen wollten.

Helmut Koch, Harald Fleig und Dr. Michael Graulich, Dorn-Therapeuten der ersten Stunde,  waren und sind an der Weiterentwicklung und Verbreitung der Dorn-Methode maßgeblich beteiligt.

Rudolf Breuss

Die Breuss-Massage wurde unabhängig von der Dorn-Methode von dem österreichischen Heiler Rudolf Breuss entwickelt. Harald Fleig besuchte Breuss (der schon zuvor durch seine 42-Tage Saft-Fastenkur für Krebspatienten bekannt geworden war) und erlernte die Wirbelsäulen-Massage. Somit fanden beide Methoden zueinander und werden seither auch gemeinsam angewandt und unterrichtet.

Die Dorn-Methode

Die Vorteile der Dorn-Methode liegen klar auf der Hand: sie ist schnell wirksam, ungefährlich und leicht zu erlernen. Darüber hinaus verfügt sie über eine Fülle von Selbsthilfeübungen, die jeder Patient an sich selbst anwenden und somit den Therapie-Erfolg noch erhöhen kann.

Grundsätzlich wird bei der Dorn-Methode in der Bewegung gearbeitet – was bedeutet, dass das Einrichten der Wirbel und Gelenke niemals ruckartig und gegen den Muskeltonus stattfindet. Gearbeitet wird mit dem Daumen an den Dorn-Fortsätzen der einzelnen Wirbel, während der Patient gleichzeitig mit dem Arm oder Bein eine Pendelbewegung ausführt. Dies bewirkt ein Nachlassen der Muskelspannung, und ein Verschieben des Wirbels in seine ursprüngliche Lage wird durch sanften Druck leicht und ohne Verletzungsgefahr möglich.

Offensichtlich kann der Körper diese sanfte Art der Reponation sehr gut annehmen – schon nach wenigen Behandlungen kann oftmals eine erhebliche Besserung der Beschwerden und eine geringe Rückfallquote festgestellt werden. Sogar starke Verformungen der Wirbelsäule können erfolgreich mit der Dorn-Methode behandelt werden – allerdings dauern Wunder, wie bereits oben erwähnt, etwas länger....

Bei sehr ängstlichen Patienten ist die Dorn-Methode eine echte Alternative zu brachialeren Verfahren, wie zum Beispiel der Chiropraktik. Besonders im Bereich der filigranen Halswirbelsäule, wo viele Nerven und Gefäße auf engstem Raum verlaufen, bietet sich eine risikoarme Form der manuellen Therapie an. Trotz ihrer Sanftheit ist jedoch auch die Dorn-Methode eine Behandlung, die nach geltendem Gesetz in Deutschland nur von Ärzten oder Heilpraktikern durchgeführt werden darf.

Behandlungsablauf

Zu Beginn wird bei jedem Patienten die Beinlänge kontrolliert. Oft liegt die Ursache für Beinlängendifferenzen und die sich daraus ergebenden Beckenschiefstände und Wirbelsäulenverformungen an einer Verschiebung im Hüftgelenk. Die Folgen der Ausgleichsversuche des Körpers sind eine statische Dysbalance sowie die Bildung von Schwachstellen, die dann prädestiniert für Wirbelblockaden sind. Die Basis der Dorn-Therapie bildet aus diesem Grund das Einrichten des Hüftgelenkes und das Einüben der entsprechenden Selbsthilfeübungen mit dem Patienten. Anschließend erfolgt die Kontrolle und das Einrichten des Kreuzbeins, der Lendenwirbelsäule, der Brustwirbelsäule und der Halswirbel – jeweils von unten nach oben. Viele Schmerzsyndrome können so einfach und schnell behoben werden.

Durch die aus der Wirbelsäule austretenden und oftmals bei einer Verschiebung mitbetroffenen Rückenmarksnerven jedoch kann sich eine Wirbelblockade auch durch funktionelle Organbeschwerden und chronisch-rezidivierende Zustände bemerkbar machen.

Indikationen sind unter anderem: Beinlängendifferenz, Beckenschiefstand, Skoliose,  Wirbelsäulenbeschwerden, Bandscheibenproblematiken, Schmerzsyndrome, Gelenkbeschwerden, Migräne, Tinnitus, chronische Sinusitis, funktionelle Beschwerden der inneren Organe wie Magen, Lunge, Herz, Menstruationsbeschwerden u.v.m.

Die Breuss-Massage

Die Breuss-Massage ist eine feine energetische Wirbelsäulenmassage, die ihre Anwendung vor oder nach einer Dorn-Behandlung, aber auch als selbständige Therapiemethode findet. Sie bewirkt eine sanfte Lockerung, Energetisierung und Streckung der Wirbelsäule und des Kreuzbeins und ist besonders angezeigt bei Bandscheibenleiden.

Breuss war der Überzeugung, dass es keine degenerierten, sondern lediglich unterversorgte Bandscheiben gibt. Durch die spezielle Massage und das in großer Menge einmassierte Johanniskrautöl, sollen das Gewebe und insbesondere die Bandscheiben wieder elastisch und geschmeidig werden. Wissenschaftlich bewiesen ist diese Theorie nicht, die Erfahrung in der täglichen Praxis bestätigt jedoch die Wirksamkeit. Das verwendete Johanniskrautöl als Träger der Sonnenenergie, wirkt auf die Nerven, gegen Schmerzen und Verspannungen, bei Verletzungen, Entzündungen und Schwellungen. Die Breuss Massage wirkt darüber hinaus auch allgemein entspannend, schmerzlindernd, vertrauensfördernd und wohltuend auf Körper, Geist und Seele.

Indikationen sind unter anderem: Bandscheibenleiden, Schlafstörungen, Schmerzsyndrome, Angstzustände, Depressionen, Verspannungen, Hyperaktivität bei Kindern, Berührungsängste u.v.m.

Therapeutensuche und Ausbildung

So wichtig die Verbreitung dieser einzigartigen Methode auch ist, leider bieten selbsternannte und wenig erfahrene „Seminarleiter“  immer häufiger Dorn-Seminare zu horrenden Preisen und mit unzulänglichen oder verfälschten Inhalten an. Da die Methode nicht gesetzlich geschützt ist, bietet sich gegen solche „Schwarzen Schafe“ leider keine ausreichende Handhabe. Schade nur, dass dadurch die Methode und auch der anständige Therapeut unter Umständen in Verruf gerät.

Eine gewisse „Qualitätskontrolle“ bietet zum Beispiel die Therapeuten-Liste, die vom Lindauer Seminarzentrum für Dorn-Methode und Breuss Massage (Helmut Koch) geführt wird und von Dieter Dorn autorisiert ist. Diese Therapeuten sind von einem autorisierten Ausbilder bzw. einem autorisierten Therapeuten ausgebildet und für die Liste empfohlen worden. Eine regelmäßig erscheinende Zeitung, das  „Dorn-Forum“, veröffentlicht darüber hinaus eine Liste von autorisierten Ausbildern.  Ein Wochenendseminar über 16 Stunden beinhaltet normalerweise die vollständige Dorn-Ausbildung, die Selbsthilfeübungen, die Breuss-Massage und viel Raum für praktisches Üben. Einige Therapeuten und Ausbilder bieten auch weiterführende Arbeitsgruppen zur Vertiefung der Methode an. Die Kosten eines solchen Seminars liegen bei 150 bis 200 Euro.

Zur Behandlung ist zu sagen, dass diese in der Regel ausschließlich mit den Händen und ohne Hilfsgerät durchgeführt wird. Es kommen keine ruckartigen Techniken oder Medikamente zum Einsatz. Natürlich ist die Kombination mit anderen Therapiemethoden – je nach Fachgebieten den Therapeuten – möglich und manchmal sogar unerlässlich. Ein wichtiges Kriterium ist es, ob der Therapeut dem Patienten die Selbsthilfeübungen an die Hand gibt oder nicht. Das Ziel der Dorn-Methode ist nämlich das Erreichen einer größtmöglichen Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Patienten, die Schulung der eigenen Körperwahrnehmung und die Selbstbehandlung. Eine dauerhafte und absichtliche „Abhängigmachung“ von Patienten ist unerwünscht und steht im deutlichen Gegensatz zur Philosophie der Methode. Die Kosten für eine solche Behandlung sind – auch regional bedingt – sehr unterschiedlich. Moderate Preise liegen zwischen 30 und 60 Euro für Dorn-Behandlung und Breuss-Massage bei einer Dauer zwischen 1 und 2 Stunden.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die sanfte manuelle Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss einen wichtigen Beitrag zur Volksgesundheit darstellt. Gerade bei Kindern sind eine ausgerichtete Wirbelsäule und gleich lange Beine die Grundlage für eine gesunde Entwicklung – im jugendlichen Alter sind Fehlstellungen noch gut zu beheben, und so kann späteren chronischen Leiden erfolgreich vorgebeugt werden.

Simone Weber, Heilpraktikerin

Autorisierte Ausbilderin für Dorn-Methode

 

naturheilpraxis.simone.weber@web.de

Therapeutenliste: www.dornmethode.com

Quelle: BALANCE 03/2004

 

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