|
|
![]() |
![]() |
|
|
Startseite > Themen > Alternative Therapien > Das Herz öffnen Das Herz öffnen, damit es gesunden kannKein anderes Organ spiegelt im Sprachausdruck die enge Verbindung zwischen Körper und Seele so wider wie das Herz. Menschen, die wir lieben, schließen wir ins Herz. Wir schenken ihnen unser Herz. Wir drücken sie an unser Herz. Wir sind ihnen von ganzem Herzen zugetan. Herzen finden zueinander. Herzenswünsche sind uns ein besonderes Anliegen. „Hand aufs Herz“ appelliert an die unbedingte Aufrichtigkeit. Wir beherzigen etwas, was wir besonders wichtig nehmen. Wer mutig sein will, nimmt sein Herz in die Hand. Bei Angst rutscht es uns in die Hose. Bei großer Erleichterung fällt uns ein Stein vom Herzen. Gefühlslose, rücksichtslose Menschen haben ein kaltes oder verstocktes Herz. Sie sind herz-los, haben ihr Herz verloren. Man sollte an sie nicht sein Herz hängen, denn dann könnte das Herz brechen. Die Sprache des Herzens könnte beliebig weitergeführt werden. Sie findet sich in der Bibel, wo Gott fordert, dass die Menschen sich ihm von ganzem Herzen und nicht halbherzig zuwenden sollten, in philosophischen Schriften, in Märchen und in der Umgangssprache aller Kulturen. Immer, wenn die Sprache um das Herz kreist, werden tiefe Gefühle angesprochen: Liebe, Hass, Angst, Verzweiflung. Bei Gefühlen der Liebe wird das Herz weit und warm. Wir öffnen das Herz für einen geliebten Menschen. Es wird uns warm ums Herz. Bei Verzweiflung, Hass und Angst, wird das Herz eng, das spüren wir körperlich. Wir verschießen unser Herz, wir werden engherzig. Und nichts hilft gegen ein versteinertes Herz besser, als herzerweichend zu weinen. Die Symbolik der Sprache zeigt deutlich, was tatsächlich im körperlichen Bereich geschieht. Wer lange genug gekränkt wird, wird krank. Um Krankheiten des Herzens zu heilen, darf deshalb nicht nur der Körper behandelt werden. Um ganz gesund zu werden, müssen auch „Herzens“-Gefühle geheilt werden. Der wichtigste Schritt: Gefühle zulassen und innere Ruhe finden. Inner Ruhe finden durch YogaBei Stress reagiert der Körper auf vielerlei Weise. Die Muskeln kontrahieren, die Herzfrequenz steigt an, die Arterien verengen sich, das Blut gerinnt schneller usw. Das bedeutet auch Stress für das Herz. Unzählige Studien haben gezeigt, dass Yogaübungen, Meditation und Imaginationen als uralte Yogapraktiken heilende Wirkungen haben. In den dreißiger Jahren entdeckte Dr. Edmond Jacobson die Vorzüge der Tiefenentspannung wieder. In einer Studie an Examenskandidaten, die diese aus dem Hatha-Yoga abgeleiteten Entspannungstechniken regelmäßig praktizieren, konnte gezeigt werden, dass die Immunreaktionen gestärkt werden. Dr. H. Benson, ein bekannter Kardiologe der Harvard University, fand heraus, dass regelmäßige Yoga-Übungen den Blutdruck senken und die Häufigkeit unregelmäßiger Herzschläge herabsetzten. Andere Stressforscher kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Yoga ist keineswegs nur eine Anreihung von körperlichen Streckübungen. Es beinhaltet auch Atemübungen, Meditation, Visualisierung, progressive Entspannungstechniken, Selbstanalyse und eine altruistische Lebenseinstellung: wirkungsvolle Puzzleteile, die zur Wachheit des Bewusstsein führen. Und hier liegt der erste Schritt zur Heilung. Gefühle zulassenDas Gefühl der Isolation ist eines der stärksten Stress-Auslöser. Es entsteht aus einer bestimmten Wahrnehmungssicht, aus einer inneren Einstellung. Unsere Wahrnehmung von Menschen und Situationen kann bestimmend dafür sein, ob wir Isolation, chronischen Stress, Leiden und Krankheit erfahren oder Intimität, Entspannung, Freude und Gesundheit. Körperliche Berührungen, Massagen und Zärtlichkeit sind natürliche Wege, die Intimität zu verstärken und Gefühle in Fluss zu bringen. Auch die verbale Kommunikation befreit aus der krankmachenden Isolation, wenn sie das Gefühl auslöst, gehört und verstanden zu werden. Sich mit anderen verbunden zu fühlen, ist ein wichtiger Teil der Heilungsprozeses. Zur Kommunikationsfähigkeit gehört der kluge Umgang mit den eigenen Gefühlen und denen anderer. Gefühle zulassen heißt nicht, einfach Dampf abzulassen, denn Wut macht wütend und bewirkt eine feindselige Reaktion. Echte Kommunikation schafft Verbundenheit durch Gefühle, während Ideen, Meinungen und Urteile isolieren. Sie schaffen Verbundenheit auf der intellektuellen Ebene, während der Ausdruck der Gefühle die Herzen verbindet. Der Faktor Liebe in Form von Nähe und Zuwendung hat sich in der Therapie von Herzproblemen als unschlagbare Stärke erwiesen. Fehlen sie im Leben, wirkt sich das giftiger aus als Rauchen. Wer also eine größere Liebe für sich selbst und andere, wer Mitgefühl und Einfühlungsvermögen entwickelt, beeinflusst Heilungsprozesse auf spürbare Weise. Bittet, und es wird euch gegebenBitten und beten ist ein Weg der Öffnung. Ein amerikanischer Kardiologe machte einen interessanten Versuch über die Macht des Gebetes. Er teilte 393 Herzpatienten, die während eines Zeitraumes von zehn Monaten in der Intensivstation des General Hospitals in San Francisco aufgenommen wurden, in zwei Gruppen auf. Ihre Erkrankungen waren ähnlich schwer. Der Kardiologe suchte und fand im ganzen Land Menschen, die bereit waren, für einen der 192 im unbekannten Patienten täglich in irgendeiner Form zu beten. Die Patienten erfuhren nichts von diesem Experiment. Das Ergebnis war verblüffend: Nur drei Patienten aus dieser Gruppe musste mit Antibiotika behandelt werden im Vergleich zu sechzehn in der Kontrollgruppe. Nur sechs Patienten bekamen Probleme mit ihrer Lunge, aber achtzehn in der Kontrollgruppe. Sind wir nicht doch geistig sehr viel mehr verbunden als wir ahnen? Fasten und Yoga für ein gesundes HerzDies ist eine einzigartige Verbindung. Fasten befreit – nicht nur von Pfunden und Schlacken. In Verbindung mit Yoga scheint sich beim Fasten auch die Klammer um so manches Herz zu lösen. Die Gesichter werden weicher und offener. Das Herz auch. Kopfmenschen entdecken die wunderbare Welt der Gefühle oder so mancher findet unter seiner harten Schale einen weichen Kern. So kann man sich selbst nahe kommen, eingefrorene Gefühle wieder zum Leben erwecken und sein Herz entdecken. Dann ist man auf dem richtigen Weg. Öffnen wir also unser Herz und hören wir seine Botschaft. Das ist die beste Prophylaxe für ein gesundes Herz. Wer sein Herz öffnet, entwickelt soziale und emotionale Kompetenz sprich Beziehungsfähigkeit im emotionalen Bereich und kann sich einem höheren Selbst öffnen: Re-ligio im ursprünglichen Sinne. – Eigentlich ist die „Herzensheilung“ ein einfacher Weg gegen die Todesursache Nr. 1 in der westlichen Welt. Warum fällt es so schwer, ihn zu gehen? Ulla Scholten Literatur: Dean Ornish, Revolution in der Herztherapie, 1992; Dean Ornish, Die revolutionäre Therapie: Heilen mit Liebe, 1999; Rüdiger Dahlke, Herz(ens)-Probleme, 1990
|
BALANCE Heft-Abo aktuelles Heft
Copyright BALANCE ® online, 2001 - 2012 |