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Startseite > Themen > Alternative Therapien > Alexander-Technik F.M. Alexander-Technik„Es ist die Kunst des Denkens angewandt in alltäglichen Aktivitäten!“ sagte ein Schüler begeistert, als ein anderer sich beschwerte, die Alexander-Technik nicht beschreiben zu können. Er dachte vorher, dass sich die Alexander-Technik mit Körperhaltung und vom „richtigen“ Sitzen beschäftigt, doch sie ist viel zu komplex, um leicht kategorisiert zu werden. Für die Alexander-Technik liegt die größte Bedeutung darin, wie wir etwas tun; davon hängt ab wie gut (effizient und effektiv) wir eine gewohnte Tätigkeit ausführen oder wie leicht es uns fällt eine neue Tätigkeit zu erlernen. Es scheint banal zu sein, aber was immer wir auch tun, wir bewegen uns, ob es das Arbeiten am Computer oder Staubsaugen ist. Diese Methode ermöglicht uns, uns fortwährend auf allen Ebenen zu verbessern, einfach nur indem wir lernen wie wir uns bewegen und wie wir denken. Wir lernen, uns selbst so zu steuern, dass wir tatsächlich das (und nur das) tun, was wir uns vorgenommen haben. Wir lernen, überflüssige Anspannung aufzugeben und zusätzliche, oft störende Bewegungen zu unterlassen. Wir lernen, konstruktiv zu denken und die von uns geplanten Handlungen so auszuführen, dass sie unserer Planung entsprechen. „Meine ganze Methode besteht darin, herauszufinden, was Denken eigentlich
ist.“ Was Sie zuvor als Ihr Bestes angesehen haben, kann Ihr normaler Standard werden. Schüler sind oft überrascht, was für einen Unterschied so ein kleines bisschen verändertes Denken bewirkt. Mit ein wenig Offenheit und einer veränderten Denkweise an unsere Aktivitäten heranzugehen, bedeutet, dass wir viele Probleme wie Rücken- und Kopfschmerzen, Stress, Erschöpfung oder Konzentrationsschwächen verhindern – wenn bereits Probleme wie diese vorhanden sind, kann die Alexander-Technik Ihnen ermöglichen, sie aus Ihrem Leben zu verbannen. Wie würden Sie reagieren, wenn Ihnen jemand sagt, dass es „so etwas“ wie Anspannung nicht gibt? – Im Alexander-Technik-Unterricht sollten Sie mit solchen und ähnlichen Aussagen rechnen. Oft sind die Ideen im ersten Moment ziemlich herausfordernd oder – wesentlich häufiger – einfach nur ausgesprochen verwirrend. Wie kommen nun Alexander-Technik-Lehrer dazu zu behaupten, dass es „so etwas“ wie Anspannung nicht gibt? Sie sehen immer wieder die Resultate im Unterricht. Sie arbeiten mit Schülern, und von jetzt auf gleich ist der steife Hals nicht mehr ganz so steif. Anspannung ist kein Ding, das einfach da ist. Wenn der Hals angespannt ist, dann liegt es daran, dass wir ihn angespannt haben und nicht irgendeine unbekannte Macht. Wir ziehen die Schultern an die Ohren, pressen die Zähne aufeinander und machen den ganzen Körper durch Muskelarbeit so fest, dass Bewegung vor lauter Steifheit und Schmerzen nicht mehr möglich scheint. Die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmenViele Menschen fühlen sich ständig unter „Dauerstrom“. Stress ist zu einer Volksplage geworden. Wir versuchen dem Druck zu entkommen, aber kaum jemand kann genau nachvollziehen, was seine Ursache ist. Die Reizüberflutung, die zu bewältigende Fülle der Informationen, die tagtäglich auf uns einströmt, schneller wechselnde und steigende Anforderungen in Beruf, Familie und Freizeit, Termindruck, Lärm, Staus, abstürzende Computer, genervte Kollegen, Chefs, Kunden oder Nachbarn tragen dazu bei, dass viele von uns auf diese alltäglichen Anforderungen mit Unausgeglichenheit, Erschöpfung, Verspannung, Bewegungseinschränkung oder sogar Schmerzen reagieren. – Wir können meist den Situationen nicht entfliehen, aber wir können uns entscheiden, wie wir damit umgehen wollen. „Augen zu und durch“ ist nicht die Lösung. Anstatt uns ganz den Erfordernissen des Alltags zu widmen, beschäftigen wir unseren Körper noch mit unnötigen Zusatzaufgaben, wie überflüssiger Muskelarbeit oder Bewegungsabläufen, die für den jeweiligen Zweck ungeeignet sind . In der Regel sind wir uns allerdings nicht darüber bewusst. Erst, wenn die Auswirkungen nicht mehr zu übersehen sind und unsere Aktivitäten beeinträchtigt sind, merken wir, dass etwas nicht stimmt. Können wir nun nicht einfach aufhören, aufhören mit dem, was uns belastet? Wie wäre es, diese zusätzliche Arbeit einfach wegzulassen? Doch das ist gar nicht so einfach, denn für in der Regel verhalten und „gebrauchen“ wir uns so, wie wir es uns angewöhnt haben und es als „normal“ empfinden. Vor einer ähnlichen Situation stand auch Frederick Matthias Alexander (1869-1955). Er bekam kurz nach dem Beginn seiner Karriere als Schauspieler und Rezitator ein erhebliches Problem: Er begann unter Stimmschwierigkeiten zu leiden, die immer größer wurden und regelmäßig bei seinen Darbietungen auftraten. Nicht nur, dass die Karriere, in die er sein ganzes Herz gelegt hatte, in Gefahr geriet, ein jähes Ende zu finden, die Schauspielerei bedeutete auch sein Lebensunterhalt … also ein ernstes Problem. Untersuchungen ergaben, dass seine Stimmorgane in Ordnung waren, so dass er den Rat seines Arztes annahm, für eine Weile seine Stimme zu schonen und nicht zu sprechen sowie bestimmte Medikamente zu nehmen. Als er zu seinem nächsten wichtigen Auftritt ging, fand er allerdings, dass sein Problem schlimmer war als zuvor, denn er verlor seine Stimme während des Auftrittes beinahe völlig. – Aufgrund dieser Erfahrung überlegte Alexander, dass, wenn seine Stimme für eine Weile in Ordnung war, wenn er sie schonte und nur im alltäglichen Sprechen verwendete, aber er sie beim Rezitieren beinahe verloren hatte, er etwas tat, wenn er auf der Bühne steht, was das Problem verursachte. Sein Arzt stimmte ihm zu. Die nächste Frage, die Alexander stellte, war eine entscheidende. Er fragte seinen Arzt, was es war, das er tat, das das Problem verursachte, während er rezitierte. Sein Arzt wusste es nicht. Erst jetzt und nachdem alle medizinischen Maßnahmen und alles zusätzliche Sprechtraining keinen Erfolg versprachen seine Probleme zu lösen, entschloss er sich nachzuforschen, ob er sich selbst helfen könnte. Was er herausfand, war, dass er übermäßige und unnötige muskulären Anstrengungen nicht nur verwendete, wenn er rezitierte, sondern in allem, was er tat. Zuerst glaubte er, auf eine persönliche Eigenart gestoßen zu sein, aber dann stellte er fest, dass fast jeder in seiner Umgebung auf schwierige Situationen ähnlich reagierte. Bei seiner Suche nach einer Lösung fand Alexander etwas Außergewöhnliches heraus: Seine geistigen Prozesse und körperliche Aktivitäten waren unübersehbar verbunden; seine Ideen wirkten sich auf die Qualität seiner Bewegungen aus; die Art und Weise, wie er dachte, bestimmte, wie gut oder schlecht er „funktionierte“. Die praktische Tragweite dieser Entdeckungen war riesig. Indem Alexander lernte, seine geistigen Prozesse und körperliche Aktivitäten durch eine bewusstere Denkweise zu dirigieren, verfügte er über einen besseren Gebrauch und ein besseres Funktionieren nicht nur seiner Stimme, sondern auch in all seinen anderen Aktivitäten. Er überwand nicht nur seine Heiserkeit, sondern er genoss auch fortdauernde Verbesserung seiner gesamten Lebensqualität. Was ist die Alexander-Technik?Die Alexander-Technik ist eine wirksame Methode zu lernen, wie man sich die Beziehung zwischen Denken und Bewegung besser zunutze machen kann. Sie setzt dort an, wo die hartnäckige Blockade sitzt – im Kopf. Das wesentliche Werkzeug der Alexander-Technik ist unser Denken. Indem wir unser Denken trainieren und mehr und mehr in der Lage sind, die Ideen und Prinzipien Alexanders anzuwenden, erlangen wir die Kontrolle, die Spontaneität und Flexibilität unseres Denkens und unserer Bewegung zurück. „Wenn wir aufhören, das Falsche zu tun, geschieht das Richtige von selbst.“ Im Unterricht beschäftigen wir uns mit unseren Bewegungen und unserem Verhalten in Beziehung zu unseren Gedanken und Überzeugungen. Bewegungen und Verhalten sind zuverlässige Indikatoren für das Geschehen in unserem Kopf. Unsere Art zu denken hat uns zu dem gemacht, was wir sind und wie wir reagieren. Von Natur aus haben wir die Fähigkeit, uns gut koordiniert, einfach und harmonisch zu bewegen. Unser Körper kommt also eigentlich ganz gut auch ohne unsere Einmischung aus. Wenn wir aber tagtäglich mit der gleichen Kraft raubenden, anstrengenden Art mit uns umgehen, müssen wir uns nicht wundern, dass wir abends erschöpfter als nötig ins Bett fallen. Alexander hat in seiner Arbeit erkannt, dass es bei den Veränderungen unserer Handlungen häufig nicht darum geht, etwas „besser“ zu tun, sondern darum, Überflüssiges wegzulassen. Dabei geht es um den bewussten, angemessenen Einsatz unserer Energie. Es geht darum, die einfachen Dinge des Lebens wieder einfach auszuüben, und die komplexen Dinge des Lebens nicht kompliziert werden zu lassen. Wie lernt man die Alexander-TechnikDie Methode wird sowohl in Gruppen als auch in Einzelstunden gelehrt. Eine Unterrichtsstunde ist meistens eine Kombination von Darstellung der Ideen und Prinzipien Alexanders und der Beschäftigung mit selbst gewählten Aktivitäten. Hier geht es in der Regel um alltägliche Bewegungen, wie z.B. Sitzen, Gehen, Stehen, Schreiben, sich eine Jacke anziehen, Kartoffeln schälen oder ein Instrument spielen. Gemeinsam mit einem/er Lehrer/in und unter Einbeziehung der anderen Teilnehmer betrachten Sie, wie Sie diese alltäglichen Tätigkeiten ausführen (die meisten Menschen sind übrigens ziemlich überrascht, wie viel unnötige Anspannung sie bei diesen Aktivitäten einsetzen). Dadurch, dass der/die Lehrer/in durch leichte Berührung unzweckmäßige Bewegungsabläufe stoppt oder effizientere Bewegungsabläufe vorschlägt, haben Sie die Möglichkeit, diese neuen sensorischen Erfahrungen in Ihren Alltag zu integrieren. Es ist oft nicht leicht, die Erfahrung zu beschreiben, wenn auf diese Weise mit einem gearbeitet wird. Sie mögen sich irgendwie leichter fühlen, oder das Gefühl haben, im falschen Körper zu sein. Manchmal sind die Veränderungen subtil, eine Änderung beim Atmen oder einfach nur ein allgemeines Gefühl von Ruhe. Manchmal geschieht dann aber wieder etwas Spektakuläres: Sie gewinnen vielleicht mehrere Zentimeter an Länge in Armen oder Beinen, oder ihre Stimmlage verändert sich. Leichter ist es die angenehmen längerfristigen Folgen zu beschreiben, so u.a.: • spürbar verminderte Stresssymptome • besseres Konzentrationsvermögen • höhere Effektivität • größere Energiereserven • in der Lage sein, mehr in weniger Zeit zu schaffen • Verbesserung von durch unnötige Muskelarbeit hervorgerufenen Rückenproblemen oder anderen chronischen Zuständen • verbesserte Koordination • ein geringeres Risiko von Belastung und Verletzung • größere Geschicklichkeit im Umgang mit Werkzeugen • mehr Selbstvertrauen Jeder kann profitieren, der u.a. • Probleme im Bewegungsapparat hat und sich wieder mit Leichtigkeit und Mühelosigkeit bewegen möchte • auf die Funktionsfähigkeit seines Körpers Wert legt oder angewiesen ist (u.a. Redner, Lehrer, Musiker, Tänzer, Schauspieler, Sportler) • im Beruf körperlichen Belastungen ausgesetzt ist (u.a. Personen in Pflegeberufen; Handwerker; Menschen, die am Computer arbeiten; Menschen, die Hausarbeit machen) • in seinem Alltag wieder ruhiger, gelassener und bewusster werden möchte • nachhaltig etwas für seine persönliche Entwicklung tun möchte. Wie wäre es also, wenn wir eingefleischte Bewegungs- und Verhaltensmuster ändern könnten? Wie wäre es, wenn wir in der Lage wären, Schwierigkeiten, unangenehme Ereignisse und Widerstände in unserem Leben als (Lern-) Herausforderung zu betrachten? Als Möglichkeit, sich durch die Bewältigung anspruchsvoller Aufgaben persönlich weiterzuentwickeln? Alexanders Anliegen war es, den Menschen ein Werkzeug an die Hand zu geben, durch das sie in die Lage versetzt würden, im alltäglichen Umgang mit sich selbst, ihre Möglichkeiten besser zu nutzen und ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Keine starren Handlungsanweisungen wie: „Sitz gerade!“ oder „Brust raus, Schultern zurück!“. Keine Vorgaben für die letztlich „richtige“ Bewegung. Indem Sie Ihr Denken „umschulen“ und lernen undurchdachte Bewegungskonzepte und Verhaltensweisen auf eine bewusstere Ebene zu bringen, schulen Sie das Werkzeug, welches Ihnen schon immer zur Verfügung gestanden hat: IHR EIGENES BEWUSSTSEIN. Eine präventive MethodeDer Hauptaspekt der Arbeit ist darauf gerichtet herauszufinden, wie unser eigenes Verhalten unsere Schwierigkeiten (mit-) verursacht und dann so zu verändern, dass ihnen der Nährboden entzogen wird. Wir lernen unser Bewusstsein dazu zu nutzen, unsere Gewohnheiten und eingefahrenen Muster in Bewegung und Verhalten zu erkennen und zu verändern. Sie werden mehr und mehr in der Lage sein, die Ideen und Prinzipien Alexanders in jedem Moment Ihres Alltags anzuwenden. Es wächst die Bereitschaft, unabhängig von den bestehenden und bisher als allein gültig akzeptierten Regeln, Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Die Verantwortung für das eigene Handeln wird wieder bewusst selbst übernommen und nicht an äußere Instanzen abgegeben. Damit erlangen Sie die Kontrolle, die Spontaneität und Flexibilität Ihres Denkens und Ihrer Bewegung zurück. „Beim Unterrichten sollte das Wesentliche sein, den Gebrauch von Verstand und Körper zu kultivieren, und nicht, wie es so oft der Fall ist, das Instrumentarium des Nachdenkens und des logischen Denkvermögens durch die Einimpfung von festen Regeln, die nie überprüft wurden, zu vernachlässigen.
Unter Unterrichten verstehe ich [dem Kind] dem Schüler das Für und Wieder von Tatsachen auf solch eine Weise vor Augen zu führen, dass an sein Denkvermögen und an seine latenten Kräfte von Originalität appelliert wird.“ F. M. Alexander
Weitere Informationen bei: Regina Neuenhausen Alexander-Technik-Lehrerin e-Mail: rene.itm@gmx.de siehe auch: F.M. Alexander-Technik (1)
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