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Startseite > Themen > gesund leben > Anwendungen nach Kneipp Anwendungen nach KneippWer kennt sie nicht? Die „uralte“ Methode des Wassertretens, der kalten Güsse, der feuchten Wickel. So alt die Methode auch ist, so hat sie doch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt! Viele Anwendungsmöglichkeiten haben sich fest in unser „Haushaltswissen“ etabliert, so dass wir gar nicht mehr wissen, von wem eigentlich die ursprüngliche Idee stammt. In der Sauna befinden sich Schläuche für den kalten Guss und Becken für ein wohlig warmes Fußbad. Aber nicht immer wissen die Besucher dieser Kraft- und Ruheoasen, wann die Füße eher ein warmes Bad brauchen oder den Beinen eher kaltes Wasser gut tut. Viele handeln intuitiv oder, weil es einfach gut tut. Scheinbar unangenehme „Techniken“ werden gemieden und damit auch der positive Effekt. Dabei sind die Regeln für ein gesundheitsförderndes Verhalten leicht zu erlernen und der Erfolg stellt sich schnell ein. Aktive GesundheitspflegeViele der Anwendungen nach Kneipp arbeiten über eine positive Reiz-Setzung. So gibt es Reize durch kaltes, warmes oder wechselnd-temperiertes Wasser. Auch Heilpflanzenzusätze in Bädern, Wickeln, Auflagen oder Dampfbädern wirken als Reiz auf den Körper und beeinflussen unser Wohlbefinden. Das vegetative Nervensystem ist verantwortlich für die unbewussten Funktionen des Blutdrucks und steuert die Funktionen des Herzens, des Kreislaufes, des Wärmehaushaltes, des Stoffwechsels und des Hormonsystems. Gezielt beeinflussen können wir beispielsweise durch Kaltwasserreize die Gefäße und damit die kleinen Nervenpunkte in der Haut. Diese Signale werden zum Zentralnervensystem weitergeleitet. Die Wirkung ist direkt spürbar und auch gut sichtbar. Innerhalb von Sekunden reagieren die Blutgefäße und die Durchblutung wird aktiviert. Die Haut rötet sich und die Gänsehaut breitet sich aus. Ein billiges Gefäß-Training, das auch tieferliegende Organe erreicht. Die Sauerstoff-Verwertung und die Zellernährung wird nachhaltig verbessert. Ebenso wird die Stoffwechselfunktion und die Lymphtätigkeit angeregt. Schlackstoffe werden vermehrt ausgeschieden und damit das Herz-Kreizlaufsystem entlastet. Vielseitig einsetzbarViele unserer „Gesellschafterkrankungen“ können gelindert werden oder sogar vermieden werden. Wir haben uns so sehr mit zahlreichen Einschränkungen abgefunden, dass wir leicht die hohe Lebensqualität vergessen, wenn der Körper stark, energiereich und gesund ist. Für unzählige „Beschwerden“ von Abgeschlagenheit, Blasenschwäche, Darmschwäche über Fußpilz, Insektenstiche bis hin zu Übergewicht und Zellulitis gibt es einfache und effektvolle Tipps vom „Gesundheitspfarrer“ Sebastian Kneipp. Die steigenden Gebühren von Medikamenten, Arztbehandlungen und Mitgliedsbeiträgen von Fitnessstudios können mit konsequentem Einsatz der aktiven Gesundheitstipps vermindert bzw. gemieden werden. Manchmal bedarf es nur ein wenig Mut, das Neue auszuprobieren! Auch ungewöhnliche Tipps gibt es, die schon unsere Großmütter kannten und uns vielleicht anfangs schmunzeln lassen. „Das beste, was man gegen eine Krankheit tun kann, ist, etwas für die Gesundheit zu tun.“ (Sebastian Kneipp) Nasse Socken zur BeruhigungEin allgemeines Beruhigungsmittel und auch bestens geeignet für zappelige Kinder ist die „Technik“ der kalten, nassen Socken. Sie wirken schlaffördernd und wirken wie ein „Cool-down“. Auch bei Fieber eignen sie sich zur Senkung. Zu Beginn sollten die Füße wohlig warm sein. Ein temperiertes Fußbad oder eine Wärmflasche können dies leicht bewirken. Anschließend taucht man Leinensocken in kaltes Wasser, wringt sie aus, zieht sie an und streicht sie glatt. Darüber sollten Wollsocken (vielleicht von Oma selbstgestrickt) getragen werden. Der gesamte Körper wird anschließend gut zugedeckt. Sie werden staunen, wie schnell sich der gewünschte Schlaf einstellt. Die nassen Socken wirken entstauend nach langem Stehen oder in der Schwangerschaft, hemmen Entzündungen, senken den Blutdruck, entlasten das Herz und senken Fieber. Zwiebeln bei InsektenstichenBei Insektenstichen können Zwiebeln wahre Wunder wirken. Bekannt ist seit vielen Jahren, dass die Knolle eine reinigende und schmerzstillende Wirkung hat. Die Fahrt zur Apotheke wird durch den Griff ins Gemüseregal ersetzt. Die Zwiebeln werden grob zerhackt oder in Scheiben geschnitten. In einem dünnen Tuch aus Baumwolle werden sie zur Kompresse mit entzündungshemmender und desinfizierender Wirkung. Obendrein werden die unangenehmen Schmerzen gestillt. Die Anwendung kann sowohl kalt als auch warm erfolgen. In einem umgekehrten Pfannendeckel über kochendem Wasser oder mit etwas Öl in der Pfanne erhitzt, ist dies leicht möglich. Auch bei plötzlich auftretenden Ohrenschmerzen ist die Behandlung mit der Zwiebel ein wirkungsvolles Sofortmittel. Neben dem Bett wirken die Dämpfe der aufgeschnittenen Knolle als Mittel bei Schnupfen und bei Husten in Form einer Brustauflage. Hierbei wird der Schleim gelöst und sie können bald wieder frei durchatmen. Anzuwenden ist dieses günstige und vielseitig wirkende Mittel auch bei Kopfschmerzen, wenn die Kompresse im Nacken aufgelegt wird. „Wenn die Menschen nur halb soviel Sorgfalt darauf verwenden würden, gesund zu bleiben, als heute darauf verwendet wird, krank zu werden – die Hälfte der Krankheiten bliebe ihnen erspart.“ (Sebastian Kneipp) Kneippen mit KindernKinder sind meist begeistert von den Anwendungen nach Kneipp. Sie lieben Spiele mit Wasser. Der unkomplizierte Umgang mit einfachen Hausmitteln bewahrt sie oftmals vor dem Besuch beim Arzt und macht obendrein noch Spaß! Warum nicht einfach mal im Urlaub oder am Sonntag gemeinsam vom Bett auf die taunasse Wiese? Mit bettwarmen Füßen durch das feuchte Gras laufen, stärkt die Abwehrkräfte und bringt Fröhlichkeit in die Familie. Danach werden auch kleine Langschläfer hellwach und quicklebendig sein. Probieren Sie es aus! Nach dem Taulaufen empfiehlt sich zum Aufwärmen eine Guten-Morgen-Geschichte im noch warmen Bett oder ein Spaziergang in den Sonnenaufgang hinein! Auch Brustwickel bzw. warme Brustauflagen bei Kindern haben sich ausgezeichnet bewährt bei Erkältungskrankheiten, Entzündungen der oberen Atemwege, Halsweh und Blähungen. Bereits mit Säuglingen kann man dem Alter entsprechende Kneipp-Übungen machen. So kann das nackte Baby ab der sechsten Lebenswoche ruhig eine Minute strampeln, bevor es wieder in wärmende Kleidung gewickelt wird. Kleinkinder können im Waschbecken an Güsse und Waschungen herangeführt werden. Gesichts-, Arm- und Kniegüsse sind beliebt bei Kindern und dienen hervorragend der allgemeinen Abwehrstärkung. So wird das Plantschen zum Genuss für Kinder und stärkt nebenbei ihre Gesundheit. Warum nun also nicht am nächsten Sonntag dem Tau per pedes begegnen, um sich anschließend mit einer Wärmflasche ins Bett zu kuscheln? Dazu vielleicht eine Tasse Kräutertee? Der bevorstehende Herbst kann ruhig kommen, denn durch die Abhärtung kann uns der Sturm nicht mehr aus der Balance bringen. Henriette Höllnigk Buchtipps:
Kneipp, Sebastian: Pfarrer
Kneipps Hausapotheke. Kräuter, Tees, Tinkturen, Öle und Pulver aus Herrgotts
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