|
|
![]() |
![]() |
|
|
Startseite > Themen > gesund leben > Bulimie Bulimie und andere Ess-Störungen heilbarMan hört es im Radio, sieht es im Fernsehen, liest darüber in Zeitungen und kann es mehr als 127.000 Webseiten entnehmen, die in internationalen Suchmaschinen unter den Begriffen Eating Disorders, Ess-Störung, Bulimie, Magersucht, Fettsucht, etc., zu finden sind: die Zahl der Personen, die an Ess-Störungen leiden, steigt von Jahr zu Jahr. Bis 1980 war dieses Krankheitsbild in Deutschland der Allgemeinheit noch unbekannt. In den USA schon seit den 70er Jahren thematisiert, erschienen erste Publikationen über diese Krankheit hier erst seit 1982. Ging man 1990 noch davon aus, dass jede 40. weibliche Person im Alter zwischen 16 und 21 Jahren unter Ess-Störung leide, korrigierte man diese Angabe 1999 und ging nun von jeder 14. Frau zwischen 16 und 25 Jahren aus. Doch eine Internet-Statistik aus 2004 zeigt erst wirklich die verheerende Entwicklung dieses Krankheitsbildes auf: In Deutschland leiden derzeit ca. 12 Millionen Menschen an Ess-Störung, d.h. gut jede 4. Frau ab dem 8. Lebensjahr mit nach oben offenem Endalter und ein nicht genau bestimmbarer Anteil Männer, da hier die Dunkelziffer besonders hoch ist. Wie das drastische Ansteigen der Altersgrenze beweist, scheinen die klassischen Therapien nicht wirklich hilfreich zu sein. Denn bisher kam niemand auf die Idee, die bisher angewandten Therapie-Methoden in Frage zu stellen. Stattdessen schiebt man den „schwarzen Peter“ den ohnehin schon leidenden Betroffenen zu. Denn nach fünf Jahren der derzeit angebotenen Behandlungswege kann der Versicherer weitere Leistungen zur Behandlung von Ess-Störung mit dem Hinweis ablehnen: „Patient nicht kooperativ“, „Krankheit therapieresistent“. Und das ist die wirkliche Tragik. Denn eine Ess-Störung entsteht fast immer durch seelisches Leid: Mangel an Anerkennung, Liebe, Zuwendung, Entfaltungsmöglichkeiten u.v.m. Die Seele hungert nach Dingen, die mit Essen/Brechen (Bulimie) bzw. Essen verweigern (Anorexie) nicht zu kompensieren sind. Im Gegenteil, der Körper wird krank, die Probleme größer, scheinen immer unüberwindlicher.. und Selbstmordgedanken häufen sich. Bekennt sich ein Mensch trotz Scham zu seiner Krankheit und hat die gängigen Behandlungen erfolglos durchlaufen, raubt ihm die Diagnose „Patient nicht kooperativ, Krankheit therapieresistent“ den letzten Hoffnungsschimmer. Nun zieht er sich völlig entmutigt und hilflos in eine oft totale Isolation zurück – gefangen in seiner Krankheit. Betroffene leiden HöllenqualenUm dies besser nachvollziehen zu können, schildere ich hier das Leben einiger berufstätiger Frauen zwischen 30 und 45 Jahren, die zum Zeitpunkt meines Klinik-Aufenthaltes 1995 alle seit mehr als 15 Jahren unter Bulimie litten: sie sahen äußerlich gut aus, waren schlank, fit und sorgfältig gekleidet. Sie wurden wegen ihrer Leistungen im Beruf geschätzt, befördert, waren hilfsbereit, beliebt.. aber niemand ahnte, dass sie Tag für Tag Höllenqualen litten und Opfer ihrer Ess-/Brechsucht waren, die sie täglich zu Großeinkäufen zwang. Sie organisierten ihren Tagesablauf so geschickt, dass sie immer wieder Gelegenheit hatten, unbemerkt Unmengen von Essen in sich hineinzustopfen und dieses wieder zu erbrechen. Das Essen-Müssen, aber eigentlich nicht Essen-Wollen beherrschte ihr Leben ununterbrochen, und es kostete sie immer mehr Energie, ihre Krankheit vor ihrer Familie, ihren Kollegen und Freunden geheim zu halten. Einladungen zu privaten Feiern oder zu Restaurantbesuchen wurden zu Alpträumen und immer häufiger abgelehnt aus Angst, dem angebotenen Essen nicht widerstehen zu können und dann nicht in der Lage zu sein, es unbemerkt wieder zu erbrechen. Lebt also ein Betroffener am Anfang einer Ess-Störung noch einige Jahre „normal“ weiter, entwickelt er mit der Zeit immer subtilere Fertigkeiten, sich gesellschaftlichen Anlässen so oft als möglich zu entziehen. Mit der Zeit nimmt ihm dieser tägliche Kampf so viel Energie, dass er sich nur noch in seiner Wohnung wohl fühlt, wo er seiner Krankheit vollen Lauf lassen kann ohne Angst, entdeckt oder gar kritisiert zu werden. Selbst gewählte Isolation aus Scham und nicht aus mangelnder Kooperationsbereitschaft. Psychotherapie allein hilft oft nichtDie psychotherapeutischen Ansätze der klassischen Therapien sind mit Sicherheit richtig, denn sie setzen auf die Erlangung von mehr Selbstvertrauen, Selbstakzeptanz und Eigenliebe. Doch die beste Psychotherapie kann den Heilungsprozess nicht einleiten, wenn unerträgliche körperliche Schmerzen die Betroffenen immer wieder in ihre alten Verhaltensmuster zurückzwingen. Von den rund 30 Folgeerkrankungen und Nebenwirkungen nach langjähriger Ess-Störung sei hier vor allem das „Malabsorption-Syndrom“ genannt. Dabei handelt es sich um eine Insuffizienz im Resorptions- bzw. Verwertungsablauf der Nahrung. Die Verdauungs-Organe haben mit den Jahren ihre Arbeit verlernt. Die Nahrung bleibt deshalb meist 4-6 Stunden im Magen liegen und geht in Gärung über. Der Magen reagiert darauf mit Bildung einer äußerst scharfen Säure, die der Verdauung aber nicht nützlich ist. Im Gegenteil, die Nahrung wird zu einer giftigen Masse, die dem Körper keine Nährstoffe mehr liefern kann. Diese Masse erzeugt im Magen nach ca. 2 Stunden quälendes Sodbrennen und schmerzhaftes Aufstoßen, bei dem sich große Mengen übelst riechender Luft weithin hör- und riechbar entladen. Diese Schmerzen können Betroffene nur durch sofortiges Erbrechen beenden. Dies erklärt auch, warum viele Menschen, die lange Jahre magersüchtig waren, während eines Aufenthaltes in einer Kurklinik zu „magersüchtigen Bulimikern“ werden: sie müssen mit den Therapeuten am gemeinsamen Tisch im Speisesaal vorbestimmte Mengen essen, mit denen ihr Körper nicht in der Lage ist umzugehen ... die oben genannten Schmerzen treten ein und dem Betroffenen bleibt keine andere Wahl, als das Essen so schnell als möglich zu erbrechen. Der Körper muss wieder lernen zu verdauenIch litt selbst 15 Jahre unter Bulimie und habe während meiner „Therapie-Odyssee“ – besonders während eines 6-wöchigen Aufenthaltes in einer solchen Kurklinik – zahlreiche Leidensgenossinnen kennen gelernt und mit ihnen über ihre Probleme gesprochen. Unter dem Malabsorption-Syndrom litten fast alle und niemand verstand, warum in einer Klinik das Sodbrennen nur mit Tabletten gemildert, aber keine Heilmöglichkeit dafür angeboten wurde. Das Gegenteil war der Fall, denn: was in dieser Klinik so auf dem Speiseplan stand, ist schon für einen gesunden Organismus schwer verdaulich, für Ess-Gestörte aber reines Gift. Da gab es u.a. Curry-Wurst mit Ketchup, Schweinshaxe mit Sauerkraut, Grill-Hähnchen etc. und morgens natürlich viel frische Semmeln, Käse, Wurst. Niemand kümmerte sich darum, ob das Verdauungssystem der Patienten überhaupt in der Lage war, diese schwere Kost zu verdauen. Nahrung als MedizinZur Heilung des Malabsorption-Syndroms bei Ess-Störungen gibt es bisher kein „Medikament“. Als ich 1992 während einer Ayurveda-Kur in Sri Lanka erstaunliche Besserungen im Magen-Darm-Trakt erlebte, fiel mir das homöopatische Prinzip ein: „Gleiches mit Gleichem“ zu heilen. Und so begab ich mich auf den Weg zur Selbsthilfe. Nach jahrelangen Recherchen in Südindien fand ich dann endlich eine Ernährungsform, in der die Nahrung dank der darin enthaltenen Gewürzen und Heilkräuter zur täglichen leicht verdaulichen und wohlschmeckenden „Medizin“ wird. Durch diese „Medizin“ ist es nicht nur möglich, wieder zu essen und das Essen ohne Auftreten des Malabsorption-Syndroms bei sich zu behalten, darüber hinaus hilft sie dem kranken Verdauungssystem auch, seine Arbeit wieder zu „erlernen“. Ein weiterer Vorteil dieser Ernährungsweise ist, dass sie bei den verschiedenen Formen von Ess-Störungen hilft. Übergewichtige nehmen ab, Magersüchtige in einer für sie akzeptablen Form zu, und Bulimiker halten ihr Gewicht, ohne erbrechen zu müssen. Der Körper gesundet und mit ihm auch die Seele. Ayurveda an dieser Stelle in wenigen Sätzen zu beschreiben ist unmöglich. Interessierte finden aber in allen Buchhandlungen zahlreiche Bücher, die das Wissen dieser 5000 Jahre alten Medizin und Behandlungsmethode ausführlich beschreiben (vgl. auch BALANCE Ausgaben 04/02 und 03/04). Es dauerte 12 Jahre, bis ich in Süd-Indien eine Ernährungstherapie entwickelt hatte, mit der speziell die Heilung von Ess-Störungen möglich ist. Im Ayurveda existieren keine Behandlungsdaten zu diesem Krankheitsbild, und oft schämte ich mich, den Ärzten in Indien – einem Land, in dem noch immer unzählige Menschen hungern – meine Krankheit zu beschreiben. Erst ein Bericht im „The Hindu“ 1996 darüber, dass Lady Diana auch unter Bulimie litt, rehabilitierte meine Studien. Das Resultat meiner Arbeit habe ich in meinem Buch „Ess-Störung endgültig heilbar mit ahara-tattwa therapy nach Ayurveda Richtlinien“ veröffentlicht. Ahara-tattwa bedeutet in Sanskrit „heilende Ernährung“. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich alle Leser/innen per E-Mail betreue, ihre Fragen beantworte und sie auf ihrem langen und beschwerlichen Weg kostenlos begleite. Hannelore Prade Das Buch zum Thema: Hannelore Prade „Ess-Störungen endgültig heilbar mit ahara-tattwa therapy nach Ayurveda Richtlinien“ ISBN: 3-00-014522-2 Weitere Informationen unter:
|
BALANCE Heft-Abo aktuelles Heft
Copyright BALANCE ® online, 2001 - 2012 |