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Das authentische Ayurveda

die universale Perspektive

Seit über 20 Jahren scheint  Ayurveda den westlichen Industrienationen das Wellnesswerkzeug ihrer Wahl. So gibt es in Deutschland und der Schweiz mittlerweile mehr Ayurveda-Kliniken als in Sri Lanka, einer Heimat des traditionellen Ayurveda.

Was ist echtes Ayurveda

Woran lässt sich authentisches Ayurveda, das jenseits von touristengerechtem Luxus-Spa-Ambiente wirkt, erkennen? Gibt es Merkmale, die ein Ayurveda charakterisieren, das mit seinen lebendigen Quellen verbunden ist - gleich wieviel tausend Jahre sie auch zurückliegen mögen?

Der junge srilankische Ayurveda Arzt Jayanath Abeywickrama steht in der 31. Generation einer ungebrochenen Traditionslinie, die von Lehrer an Schüler durch mündliche Überlieferung und energetische Übertragung weitergegeben wird. Seit seinem 8. Lebensjahr hat Jayanath Abeywickrama die alten Texte in Pali und Sanskrit studiert und lebte ab seinem 12. Lebensjahr bei seinem Ayurveda-Meister, der ein langjähriger Berater des singhalesischen Staatspräsidenten war. Die Linie Abeywickramas lässt sich bis auf den srilankischen Ayurveda-Arzt und Rishi Pulasthi (2668-2616 v.Chr.) zurückverfolgen.

Als Absolvent der modernen Vidyodaya Ayurveda Faculty der Universität Colombo steht Dr. Abeywickrama, neben dem modernen, auch für ein Ayurveda, das tief mit seinen Wurzeln verbunden ist: „Der Ayurveda-Vaidya wohnt traditionell im Dorf, inmitten der Leute, denen er hilft. Er empfängt seine Patienten in seinem Behandlungszimmer, das entweder in seinem Wohnhaus selbst oder in einem Anbau hinter dem Haus liegt.“

So hat sich der 34-jährige Naturmediziner vor zwei Jahren bewusst entschlossen, seine direkt am Meer gelegene Ayurveda-Klinik in einem bekannten Luxushotel südlich von Colombo zu schließen und stattdessen in ein Dorf 14 km landeinwärts zu ziehen. Seine Klinik Rankema Ayurveda („Goldene Oase“) hat er  nach traditionellem Vorbild aufgebaut. Und obwohl einer der jüngsten Ayurveda-Ärzte Sri Lankas, zählen zu seinen Patienten der Gesundheitsminister von Sri Lanka und der ehemalige indische Premierminister.

„Wir behandeln bei Rankema maximal sechs Patienten zugleich. Meine Familie und meine Patienten sitzen zu Mittag alle zusammen an einem großen Tisch. Die Therapeuten, die die Ölanwendungen geben, bereiten das Mittagessen zu, abgestimmt auf die Konstitution der Patienten, die sie gerade behandeln. Sie sind es auch, die unter meiner Anleitung im Frühjahr die Kräuter an besonderen Plätzen der Insel sammeln und von Hand zu Ölen und Medizin verarbeiten. Diese jungen Menschen haben so die Gelegenheit, ihr Wissen und ihre Erfahrung des ayurvedischen Wissens beständig zu vertiefen."

Hier zeigt sich bereits ein zentrales Merkmal des authentischen Ayurveda: umfassende Verbundenheit. Der traditionelle Ayurveda-Arzt sieht sich als integraler Teil einer Gemeinschaft, in der er verantwortlich ist für das Gleichgewicht des ganzen Systems. Das System der Familiengemeinschaft, der Dorfgemeinschaft, der menschlichen Gemeinschaft. Aus dieser Verbundenheit erhellt sich auch der tiefere Sinn von Ayurveda.

Nach dem klassischen Ayurveda-Grundlagenwerk Samitha des indischen Arztes Charaka (ca. 600 v. Chr.) wurde den Menschen die Wissenschaft des Ayurveda für ein langes und gesundes Leben gegeben, damit sie ihren Ursprung erkennen. Hinter dem ayurvedischen Ansatz, durch Wiederherstellung des Gleichgewichts der drei Konstitutionsprinzipien (doshas) Vata, Pitta und Kapha den menschlichen Körper und Geist in natürlicher Balance zu halten, steht der Gedanke, dass nur ein balancierter Körpergeist dem Menschen die notwendige Grundlage gibt, seine wahre Natur zu erkennen.

Köper-Geist-Balance und Wohlbefinden der Patienten werden damit zur Basis für Selbsterforschung und Untersuchung, für Kontemplation und Meditation. Die Introspektion durch Meditation ist nicht schmückendes Beiwerk einer Ayurveda-Kur, sondern ihr zentraler Punkt!

So beginnt bei Rankema Ayurveda jede Pancha Karma Kur – nach Erstuntersuchung und Erstbehandlung – mit einem dreitägigen Meditationsretreat und abendlichen Vorträgen über die spirituellen Grundlagen des Ayurveda. Jayanath Abeywickrama: „Den Menschen, die zu mir kommen, geht es nicht um Wellness, sondern sie wollen ihr menschliches Potenzial entwickeln. Das heißt, sie wollen ihren Geist entwickeln. Meditation und Mantrarezitation sind dazu hervorragend geeignete Methoden.

Durch die heilenden Schwingungsfrequenzen des Mantra können wir in tiefe Verbindung mit uns selbst und letztlich mit dem gesamten Universum kommen. Und durch Meditation können wir die notwendige Klarheit und Kraft für unseren Weg und unser gesamtes Leben entwickeln."

So ist ein ursprüngliches Bild von Buddha das eines verständnisvollen Arztes, der den Hilfesuchenden dabei unterstützt, kraft seiner ihm innewohnenden Weisheit die seinem Problem angemessene Lösung zu erkennen. Und wo das gelang, sind dann auch Geschichten von Spontanheilungen überliefert, wie etwa die von Buddhas Schüler Girimananda, der durch Buddhas Rat erkannte, dass da gar kein eigenständiges „Ich“ ist, dass unter der Krankheit leiden und daran sterben kann.

Aus solchen Überlieferungen wird eine gelebte Spiritualität deutlich, die im traditionellen Ayurveda jenseits von religiösem Dogmatismus liegt. Um diesen Aspekt von Ayurveda  für seine Gäste erfahrbar zu machen, reist Jayanath Abeywickrama mit Interessierten an Orte der spirituellen Tradition und Kultur Sri Lankas.

„Sri Lanka wird im Westen als Drittweltland betrachtet, aber was die spirituelle Geschichte, Kraft und Entwicklung dieses Landes angeht, sind wir es, die den westlichen Ländern viel zu geben haben. Ich möchte meinen Gästen helfen, an besonderen Orten der Insel wieder mit ihrer ursprünglichen Natur in Kontakt zu kommen. Diese Natur ist letztlich nicht östlich oder westlich, sondern universal. Meine Gäste können ihr Wissen und Verständnis dann wieder in ihre eigene Kultur zurücktragen und so Einsicht und Heilung in die Welt bringen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns unserer spirituellen und universalen Wurzeln bewusst werden und die Verantwortung für unseren Geist und für diese Erde übernehmen!“

 

Ayurveda

 

Was ist Ayurveda?

Das Wissen um die Existenz.

Damit hat Ayurveda nicht nur mit Menschen zu tun.

 

In unserem Universum gibt es Menschen, Tiere, kleinere Tiere und Pflanzen.

Das ist unsere Welt.

 

Wenn eine Pflanze ungesund ist, kann sie ihrer Umwelt nicht viel schaden.

Sie kann nur absterben und zu Dünger werden.

Tiere, wenn sie ungesund sind, können keinen großen Schaden anrichten.

 

Der Mensch aber, wenn er krank, unruhig, unzufrieden ist, wird verrückt.

Er schadet Pflanzen und Tieren, er kann alles zerstören.

 

Mensch und Umwelt, Mensch und Universum stehen in ständigem Austausch.

 

Darum soll man, um die gesamte Existenz zu retten, zuerst den Menschen beruhigen.

Seine Energien ausgleichen.

 

Der Ayurveda Arzt schützt das ganze Universum.

 

aus: 60 Verse, Dr. Jayanath Abeywickrama

Ganz im Sinne von Ayurveda ist es das besondere Anliegen von Jayanath Abeywickrama, in den Menschen wieder ein Gefühl des Werts und der Wertschätzung für die unser Leben erhaltenden Prinzipien zu erwecken. Und so belässt er es nicht dabei, nur Menschen, die ihn in seinem Heimatland aufsuchen, diese Prinzipien nahe zu bringen. Jedes Jahr reist er für mehrere Monate nach Deutschland und in die USA, wo er Seminare in deutscher und englischer Sprache gibt. Von ihm publizierte Seminarbücher und philosophische Texte, die Menschen bei ihrer geistigen Entwicklung den Weg weisen und sie energetisch unterstützen, erscheinen in Deutschland bei Rankema Edition.

Ein Großteil der Einnahmen aus den Seminaren kommt wiederum der Restaurierung und Erhaltung wichtiger spiritueller Stätten auf Sri Lanka zu. So finanziert  etwa der Gesamterlös der im Sommer 2005 in Deutschland abgehaltenen Seminare die Weißelung des über 2000 Jahre alten buddhistischen Heiligtums Mahastupa in der alten Königsstadt Anuradhapura.

Damit erweist sich ethische Verantwortung als ein weiteres zentrales Merkmal des authentischen Ayurveda – eine Verantwortung allerdings, die nicht nur persönliche und nationale Grenzen überschreitet, sondern universal wirkt.

„Die modernen Menschen haben geistige Hilfe verloren, weil sie keine echte geistige Entwicklung haben. Wir leben nur für den Körper, für unseren körperlichen Genuss. Wenn wir uns geistig entwickeln können, können wir auch geistige Hilfe in Anspruch nehmen. Durch die Widmung der Seminargebühren für eine universale Ebene hat sich das Leben vieler Seminarteilnehmer verändert. Universale Energien begleiten und unterstützen jetzt ihren Weg.“

Es liegt letztlich in der Verantwortung jedes Einzelnen, die universale Verbindung herzustellen und aufrecht zu erhalten. Aus den geistigen Prinzipien des Ayurveda und des Buddhismus hat Jayanath  Abeywickrama ein systematisches Training entwickelt, das auf 37 geistigen Eigenschaften beruht. Dieses System ermöglicht dem Praktizierenden einen Weg, der von persönlichem Wohlstand an Körper und Geist zu einer weitreichenden spirituellen Entwicklung führen kann. Ab Januar 2006 wird es zum ersten Mal in Deutschland angeboten.

„Es reicht nicht, einmal pro Jahr eine Pancha Karma Kur zu machen und dann den Rest des Jahres so weiter zu leben wie bisher. Gesundheit ist ein Fließgleichgewicht, das von Moment zu Moment aufrecht erhalten werden will. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Achtsamkeit schulen, um destruktive geistige Funktionsmuster zu erkennen und durch heilsame zu ersetzen. Energie regiert Materie, unser Geist regiert unseren Körper. Unser natürliches Gewahrsein ist ein inneres Licht, mit dem wir in jeder Situation sowohl die Ursachen als auch die Wirkungen unserer Handlungen erkennen können. Damit halten wir den Schlüssel für unsere Gesundheit und für das Wohl unserer Umwelt in der Hand."

Und so zeigt sich ein weiteres Merkmal authentischen Ayurvedas: Durch Schulung des Geistes unsere innere Weisheit zu nutzen, die nur wir als Mensch – vor allen anderen Wesen dieser Schöpfung – bewusst entwickeln können.

„Das wahre, das heißt, das letztendliche Ziel meiner, unserer Arbeit, dem all unsere Anstrengung dient, ist, das Gute wieder in den Herzen der Menschen zu kultivieren. Um ein kraftvoller, fruchtbarer Mensch zu werden. Um kraftvolle, fähige Menschen hervorzubringen. Um die Kraft der Spiritualität zu nutzen für unser tägliches Leben, für unsere Arbeit, für unsere Gesundheit, für unsere persönliche Entwicklung, für Alles. Wir brauchen Weisheit, um diese Wahrheit zu sehen. Dann  müssen wir diese Bewusstheit und Kraft an andere weitergeben. Das ist der Herzpuls. Der Herzpuls ist deiner und ist zugleich der Puls der gesamten Welt. Er ist für dich. Er ist für alle und alles.“

Umfassende Verbundenheit, gelebte Spiritualität, ethische Verantwortung – erst diese Qualitäten erlauben es uns, eine wahrhaft universale Perspektive einzunehmen. Eine Perspektive, die dem echten, dem authentischen Ayurveda schon immer zu eigen war. Um Menschen zu dienen, die danach streben, ihre  innere Weisheit und Klarheit zum Wohl des Ganzen zu verwirklichen.

Dr. Alexia Meyer-Kahlen

 

Dr. Alexia Meyer-Kahlen ist Leiterin des UNI son Zentrums für körperliches Wohl und geistige Zufriedenheit in Erkrath bei Düsseldorf. Sie gründete UNI son im Dezember 2004 nach einem längeren Aufenthalt in Sri Lanka, wo sie Erfahrungen tiefer körperlicher und geistig-seelischer Regeneration machte.

Dr. Meyer-Kahlen arbeitet seit mehreren Jahren mit Dr. Jayanath Abeywickrama und hat das Herzpuls Training mit ihm zusammen entwickelt. Das Herzpuls Training wird ab Januar 2006 im UNI son Zentrum von ihr gelehrt und weitergegeben.

Nähere Informationen unter:

Tel. 0211-169 30 39

www.uni-son.de  info@uni-son.de

 

Quelle: BALANCE 1/2006

 

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