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Yoga
mehr als nur Entspannung

Yoga besitzt als Übungssystem zur Entspannung einen hervorragenden Ruf. Doch Yoga ist und kann weit mehr. Gerade der integrale Yoga nach Swami Sivananda, einem der berühmtesten Yogis des 20. Jahrhunderts, dient auch zur Förderung körperlicher, energetischer, geistiger und spiritueller Aspekte. Seine ganzheitliche, harmonische Wirkung steigert Lebensqualität und Lebensgefühl. In Beruf, Familie und Freizeit.

Kräftig und beweglich lebt sich leichter

Der körperorientierte Hatha Yoga ist die im westlichen Kulturkreis bekannteste Yogarichtung. Das längere Halten der Körperstellungen, den so genannten Âsanas, kräftigt und dehnt je nach Stellung wichtige Muskeln vor allem in Rücken, Schultern, Becken und Beinen.

Gerade das liebevolle konstante Dehnen der Muskeln ermöglicht große Fortschritte. Und das in angenehmer Haltung. Auch das konstante Halten bei den kräftigenden Âsanas fördert Maximalkraft und Kraftausdauer schonend und schnell. Der Sonnengruß, die ideale Aufwärm-, Lockerungs- und Fitnessübung ist aus keiner guten Hatha Yoga Stunde wegzudenken.

Hatha Yoga wirkt so allen Muskel- und Gelenkbeschwerden, die durch verkümmerte, verhärtete oder verkürzte Muskeln entstehen, entgegen. Bei schon vorhandenen Beschwerden kann Yoga, auf die individuellen Bedürfnisse des Teilnehmers zugeschnitten, eine echte Wohltat sein.

Das Besondere am Hatha Yoga, so graziös und ästhetisch die Âsanas schon aussehen, ist die im Folgenden beschriebene geistige Einstellung während der Haltung.

Mit Selbstvertrauen und Zufriedenheit den Alltag meistern

Gelassenheit ist eine wichtige Voraussetzung für ein zufriedenes, glückliches Leben. Hatha Yoga fördert die Gelassenheit durch einen liebevollen Umgang mit sich selbst in der Yogastunde – egal wie fordernd die Âsana auch aussehen mag. Dieser liebevolle Umgang wird auch in den herausfordernden Situationen des Alltags weitergelebt.

Yoga

Die Kobra stärkt den oberen Rücken, dehnt den Brustbereich und verbessert die Haltung. Sie fördert Selbstvertrauen und innere Kraft. Beim Hatha Yoga geht der Schüler immer nur soweit, dass die Stellung für ihn angenehm bleibt. Vorraussetzung für schnelles Körperliches und geistiges Wachstum

Eine ruhige tiefe Bauchatmung – biologisch korrekt ist die Bezeichnung Zwerchfellatmung – ist der Hauptschlüssel zur Entspannung. Diese Atemtechnik versorgt den Körper effektiv mit viel Sauerstoff, harmonisiert und beruhigt den Geist, verbessert den Kontakt zum Körper, zu den eigenen Gefühlen und zur Umwelt. Am Anfang eines Yogakurses wird sie explizit geschult. Gerade in den Yogastellungen legt ein guter Lehrer einen großen Wert auf diese Atemtechnik. Eignet sich der Yogi eine ruhige, tiefe Atmung auch in den anstrengenden Situationen des Lebens an, erhöht er Gelassenheit, Stressfestigkeit, die Harmonie von Körper und Geist.

Die Bedeutung der Atmung auf Wohlbefinden, körperliche und mentale Energie ist so groß, dass die Yogis vor vielen Jahrhunderten spezielle Atemübungen zur Energielenkung, das Pranayama, entwickelt haben.

Mit viel Energie bleibt man gelassener

Pranayama ist von zentraler Bedeutung für die mentale Wirkung des Yoga und baut auf einer guten Bauchatmung.

Neben ruhigen, tiefen Atemzügen verwendet der Yogi im Pranayama auch Atemanhalten und rhythmische Elemente zur Förderung mentaler und energetischer Eigenschaften: allen Atemübungen ist eine verbesserte Konzentrationsfähigkeit gemeinsam. Darüber hinaus kann je nach Atemübung das geistige Wohlbefinden, Willensstärkung, Energieaufbau, Harmonisierung von Körper, Geist, Seele bei tiefer Gelassenheit gefördert werden. Pranayama kann uns mit unseren ureigenensten inneren Kräften in Berührung bringen. Allen Atemübungen ist gemeinsam, dass sie das „Sein Können, so wie man ist“ fördern. Atemübungen bereiten wunderbar auf die Meditation vor.

Die Popularität des Hatha Yoga verstellt ein wenig den Blick auf die effektiven, wirksamen Meditationstechniken des Raja und des Jnana Yoga (1). In einer aufrechten, möglichst bequemen Sitzhaltung verwendet der Yogi Konzentration oder Beobachtung, um eine mühelose, gelassene und wonnevolle Aufmerksamkeit zu entwickeln.

Affirmation, Visualisierung, bewusste Atmung und Konzentration auf Energiezentren des Körpers, die so genannten Chakras, sind übliche Hilfsmittel der Meditationspraxis. Auch die Beobachtung von Gedanken, Gefühlen und Körperreaktionen ist möglich. Diese Werkzeuge lassen sich zur Willensstärkung und zur Entwicklung von Charaktereigenschaften bis hin zu Schlüsselqualifikationen für den Beruf verwenden.

Eine positivere Lebenseinstellung mit großer Gelassenheit, verbesserte Aufmerksamkeit bei klarem Geist, Konzentration und Stressfestigkeit sind die Früchte eines regelmäßigen Übens. Die Erfahrung kann so tief gehen, dass sich eine völlig mühelose Aufmerksamkeit entwickelt. Sie kann deutlich länger als die eigentliche Meditationssitzung anhalten. Mit dieser mühelosen Aufmerksamkeit sind auch die herausfordernden Aufgaben in Alltag und Beruf einfach anzugehen.

 

Yoga

Eine kreuzbeinige Sitzhaltung ist ideal für Atemübungen und Meditation. Es muss nicht, wie hier abgebildet, der Lotussitz sein. Der Schneidersitz reicht völlig aus. Sitzkissen können das aufrechte Sitzen sehr erleichtern.

In der Meditation kann jeder sein Innerstes, sein wahres Wesen kennen lernen. Der Jnana Yoga sagt, dass unser wahrer Kern „Reines Sein, Wissen, Glückseligkeit“ ist: wir können sein, wie wir sind, ohne zu handeln und ohne uns ändern zu müssen, wir wissen um unsere eigene Natur und führen auch ohne äußeren Grund ein glückliches, freudvolles Leben.

Was ist für Sie dabei?

Der integrale Yoga nach Swami Sivananda hat, wie dieser Artikel zeigte, vielfältige Aspekte:

  • Körper- und Atemschulung
  • Entwicklung von Entspannung, Gelassenheit, Zufriedenheit und Stressfestigkeit
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Entwicklung von körperlicher und innerer Kraft sowie Selbstvertrauen
  • Schulung von Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Entwicklung der persönlichen Spiritualität

Über Kurs und Themenauswahl können Sie Ihren Vorlieben und Neigungen nachgehen. Zeitschriftenartikel haben immer den Nachteil, dass sie nur blanke Theorie sind. Swami Sivananda sagte nicht umsonst: „Eine Unze Praxis ist besser als 1000 Tonnen Theorie.“ Um die Praxis und die positive Auswirkung auf Ihren Alltag erleben zu können, sprechen Sie mit einem Yogalehrer Ihrer Wahl oder dem Autor dieses Artikels.

(1) = Raja Yoga: Yoga der Meisterung der Gedanken; Jnana Yoga: Yoga der Philosophie und der Erkenntnis

Dr. Thomas Probol, Yogalehrer BYV

weitere Informationen unter:

Fon 02163 / 888 44 44  · Fax 02163/ 888 44 45

www.empowerment-group.de

 

Quelle: BALANCE 2/2006

 

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