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Tantra

Der Weg der Liebe

Tantra ist ein spiritueller Weg. Tantra heißt „Ja" zu sagen: zu diesem Moment, zu dir selbst und zu der Begegnung mit dem anderen. – Die Wurzeln von Tantra liegen im Hinduismus. Weiterentwickelt und ständig neu definiert hat sich Tantra im Laufe der Jahrhunderte jedoch überwiegend im tibetischen Buddhismus. Heute sucht Tantra neue Wege, durch die Zusammenführung der uralten Traditionen und den neuen Einsichten der westlichen Psychologie.

Tantriker bewegen sich auf dem Weg der Liebe, der Annahme, der Akzeptanz. Einem Weg, der keine Spaltung zulässt in Gut und Böse, Spirituell und Materiell, Körper und Geist. Tantriker sehen die Sinneswelt nicht als negativ an, sondern benutzen diese, um zur Vereinigung mit dem Göttlichen zu gelangen. Das Ziel von Tantra ist die Einswerdung mit dem Absoluten und das Erkennen der höchsten Wirklichkeit.

Die Sexualität steht nicht im Widerspruch zur Spiritualität. Sexualität ist ein Aspekt der menschlichen Erfahrung. Sexuelle Energie ist pure Lebensenergie und die grundlegendste Energie des Menschen. Meditation und Bewusstheit sind die wichtigsten Aspekte, die Tantra nutzt, um Sexualität und Spiritualität zu verbinden.

Tantra Energetics ist eine Methode, die verschiedene traditionelle Weisheiten des Tantra mit Erkenntnissen der modernen Psychologie verknüpft. Tantra wird so für den westlichen Menschen leicht verständlich und anwendbar.

Das Wort Energetics deutet auf die zentrale Rolle hin, die die Energie in dieser Arbeit einnimmt. Die Anwendung von körperbezogenen, energetischen Übungen unterstützt uns, wieder in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen und uns in ihm und mit ihm wieder wohl zu fühlen. Dies ist die Basis, die uns erlaubt, wieder eins zu sein mit unserer Energie, unseren Gefühlen und unserer Sexualität. Tantra Energetics ist keine intellektuelle Theorie, sondern eine respektvolle achtsame Erfahrung deiner selbst.

Die Grundlagen von Tantra Energetics

Grundlegender als alle Methoden ist die Haltung (Einstellung), die du dem Leben gegenüber einnimmst. Es ist eine Haltung von Offenheit, Akzeptanz, Präsenz und Entspannung. Sie bestimmt die Begegnung mit dir selbst und mit dem anderen. Es gibt  kein Ziel, das es zu erreichen gibt. Es geht darum, im Hier und Jetzt präsent zu sein, dir selbst und dem anderen mit Neugierde und Offenheit zu begegnen.

Tantra Energetics lädt dich ein, deinen Körper, deine Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen und im Fluss zu bleiben, dich nicht zu verhaften und festzuklammern an Menschen und Situationen. Indem du diese Haltung verinnerlichst,  wird der Kontakt mit dir selber und mit dem anderen zu einer Begegnung in Bewusstsein und Meditation.

Die Methoden von Tantra Energetics

Nachdem wir uns mit der Haltung von Tantra vertraut gemacht haben, kann diese  Erfahrung durch verschiedene Methoden vertieft werden:

  • durch Körperübungen, bei denen der Atem- und der Energiefluss im Vordergrund stehen. Sie ermöglichen eine Katharsis, in der die Last der Vergangenheit abgeworfen werden kann, und sich festgehaltene Erinnerungen und Glaubensmuster freisetzen können. Dadurch entsteht Raum für Spontaneität, Offenheit, Erleichterung und Entspannung. Die Energie kann wieder frei fließen. Diese Übungen unterstützen dich in deiner Essenz und Ursprünglichkeit, deiner Stärke, deiner Liebe, deiner Fähigkeit zu verschmelzen und in deinem Willen.
  • durch die Präsentation bestimmter Themen, die das Verständnis fördern und einen weiteren Zugang zu Tantra bieten. Sie werden durch speziell ausgewählte Texte, Sutren oder Gedichte vorgestellt oder auch von den Teilnehmern selbst formuliert. Es entsteht eine Atmosphäre, die der Gruppe erlaubt, die vorgetragenen Erkenntnisse zu erfahren. 
  • Das Verständnis der Polarität von Leidenschaft und Hingabe. In der Hingabe finden wir die verschmelzende Liebe, die unsere Grenzen verschwinden lässt und Intimität ermöglicht. In der Leidenschaft finden wir die feurige, belebende Kraft der Erregung, die uns scharfe Konturen gibt. Entspannung und Erregung, Rezeptivität und Kraft wechseln sich in unserem Leben ab. Diese Spannung zwischen den beiden Polaritäten ist die Anziehung zwischen Mann und Frau.
  • Unsere Rolle als Mann und Frau sein: Tantra will nicht nur die Sexualität befreien; es geht darum, ein erfülltes Leben zu führen. Konflikte zwischen Mann und Frau weisen auf etwas Tieferes hin: die Angst, sich seiner wahren Natur hinzugeben. Sexualität verbindet uns mit unseren Wurzeln, ist ein Teil unserer Natur.
  • das Chanting, das Singen von Mantras, das Ritual der Maithuna und weitere Rituale sind Möglichkeiten, um das Göttliche in dir selbst und in den anderen zu ehren. Diese Rituale sind auch Methoden, um die Verkörperung deiner Essenz zu ermöglichen. Hierbei wird das Prinzip der Leere bewusst erfahren – in spontaner Poesie, Tanz, Gesang und gemeinsamen Tantra Energetics Übungen.

„Liebe gibt die größte Freude, denn sie überbrückt Gegensätze. Ohne Liebe fehlt etwas, man besteht nur zur Hälfte. In einer Person, die nie geliebt hat, bleibt immer eine Leere, und diese Leere wird wie eine Wunde sein. Sie kann nur durch Liebe geheilt werden, und Liebe bedeutet, die männliche und weibliche Energie verschmelzen zu lassen.

Es gibt zwei Arten, wie das passieren kann: entweder triffst du einen Mann oder eine Frau im Äußeren – das ist der übliche Weg... Die andere Art besteht darin, den Mann oder die Frau in dir zu entdecken, denn diese Polarität besteht auch in deinem Inneren. Jeder Mann hat eine innere Frau und jede Frau hat einen inneren Mann, und wenn diese sich treffen, ist das eine tantrische Begegnung.“

Osho

 

Subodhi (Schweizer)

ist ausgebildet in unterschiedlichen Massagetechniken, Counseling, Dynamischer Körpertherapie, Tantra und Somatic Experiencing nach Peter Levine. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit sind körperorientierte Therapien und Meditation. Sie gehört zum Therapeutenteam des Osho UTA Instituts, gibt Einzelsitzungen und leitet Gruppen und Trainings in Europa, Afrika und Asien. Zusammen mit Samarona entwickelte sie die Tantra Energetics Arbeit.

 

Samarona Buunk

Studierte Psychologie und Philosophie. Heilpraktiker für Psychotherapie. Ausgebildet in Counseling, DeHypnotherapie, Dynamischer Körpertherapie, Primärtherapie, Tantra und Rebalancing. Sannyasin seit 1980. Training in der Diamond Work bei A.H. Almaas und Faisal Muquaddam. Samarona leitet Seminare und Trainings in Dynamischer Körpertherapie, Tantra und humanistischer Psychotherapie und gehört zum Therapeutenteam des Osho UTA Instituts.

Weitere Informationen zu Seminaren und zum Jahrestraining in Tantra Energetics unter:
Osho UTA Institut,
www.oshouta.de

 

Quelle: Balance 04/2006

 

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