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Editorial Ausgabe 4/2008 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zur ersten frühherbstlichen Ausgabe Ihrer Balance begrüße ich Sie ganz herzlich. Ihre Fertigstellung verlief dieses Mal ganz entspannt, und ich bin noch immer erstaunt darüber, dass ich die so nahe liegende Möglichkeit, den Erscheinungsturnus einen Monat vorzuverlegen, fast 10 Jahre lang einfach nicht sehen konnte. Zu sehr steckte ich in dem gewohnten Glaubensmuster fest, Arbeit müsse schwer sein. Noch viel ‚blinder‘ aber war ich davor. Beispielsweise weigerte ich mich unbewusst zu sehen, dass ich mir eine Beziehung lediglich ‚schön redete‘, obwohl sie schon längst vorbei war. Zu stark waren meine Ängste vor Ungewohntem, zu groß der Wunsch, an Vertrautem festzuhalten und sei es nur an schönen Träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Im Fahrwasser des Vertrauten hatte ich das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.

Heute weiß ich, dass ich mir lediglich etwas vorgemacht habe, und oft stelle ich mir die Frage, ob ich überhaupt jemals die Kontrolle über irgendetwas hatte. Ist es etwa mein Verdienst, dass ich nicht vom Auto erfasst wurde, als ich unachtsam die Straße überquerte? Oder dass ich gesund bin und dadurch arbeiten kann?

Es ist weder mein Verdienst noch selbstverständlich. Doch das konnte ich nicht immer so sehen. Oft musste mir erst etwas, das ich für selbstverständlich hielt, genommen werden, damit ich wach wurde und erkennen konnte, wie sehr ich mich selbst getäuscht hatte. Ich war dann enttäuscht und erkannte zunächst nicht, dass ich gerade ein ganz wertvolles Geschenk erhalten hatte.

Denn wenn wir ent-täuscht werden, wenn uns also etwas weggenommen wird, womit wir uns – oft viele Jahre oder gar Jahrzehnte lang – selbst getäuscht und uns etwas vorgemacht haben, dann kann uns gerade diese Ent-täuschung den Weg in ein glücklicheres Leben eröffnen.

Robert Betz zeigt uns in seinem Artikel „Raus aus den alten Schuhen“ eine ganze Sammlung solcher „alten Schuhe“ und damit unbewusster Selbsttäuschungen auf. Eine hervorragende Möglichkeit, uns zu hinterfragen und festzustellen, warum wir uns so verhalten, wie wir es tun.  Wenn wir das erkannt haben, können wir unser Verhalten ändern, damit uns das „Leben“ nicht ent-täuschen muss, um uns wieder auf den richtigen „Kurs“ zu bringen.

Das klingt nach Anstrengung, doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn wenn wir uns einfach nur auf das Leben einlassen und darauf vertrauen, dass es für uns sorgt, dann wird es auf einmal völlig mühelos und leicht, wie es auch Peter Dieckmann  in  seinem Artikel „Der Glücksmuskel“ beschreibt. Dann brauchen wir noch nicht einmal mehr „zu manifestieren“, sondern einfach nur darauf zu vertrauen, dass „das Leben“ genau das manifestiert, was das Beste für uns ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine genussvolle und inspirierende Lektüre.

Herzlichst
Ihre

Anke Schmitz

Anke Schmitz  

 

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