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Startseite > Editorial Ausgabe 4/2005 Editorial Ausgabe 4/2005Liebe Leserinnen, liebe Leser, wie die Bundestagswahlen ausgegangen sind, das weiß ich in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, noch nicht und schon gar nicht, was von den gemachten Versprechen gehalten werden wird. Die wirtschaftliche Situation in Deutschland war sehr schwierig in den letzten Jahren, und viele Arbeitnehmer und Selbständige standen plötzlich vor den Trümmern ihrer Existenz. Zwei gute Bekannte von mir mussten vor kurzem Konkurs anmelden, und in diesem Zusammenhang fiel mir etwas ein, das nicht nur Dr. Edward Bach (der „Erfinder der Bach-Blüten) sinngemäß einmal sagte, sondern auch schon Weise und Philosophen vor ihm: „Man kann die Ereignisse nicht beeinflussen, wohl aber seine Einstellung zu ihnen.“ Wie wahr diese Aussage ist, machten mir meine Bekannten mehr als deutlich. Beide waren in einer ähnlichen Situation, doch sie reagierten darauf, wie es nicht unterschiedlicher hätte sein können. Der eine blendete seine schwierige Situation zunächst ganz aus und lebte sein Leben weiter – frei nach dem Motto: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“ Er fuhr von Geld, das er eigentlich gar nicht mehr hatte, in Urlaub und gönnte sich häufige Restaurantbesuche ... bis ihn die Realität einholte. Seitdem hadert er mit dem Schicksal, sucht und findet Schuldige, die für sein Elend verantwortlich sind und missbraucht viele Menschen als Blitzableiter für seine Ohnmacht und Wut. Der andere Bekannte wehrte sich nicht gegen das Schicksal. Zwar hatte auch er sich bis zuletzt die größte Mühe gegeben, den Konkurs abzuwenden, doch als abzusehen war, dass ihm das nicht gelingen würde, fügte er sich das Unvermeidliche. Kaum hatte er aufgehört zu kämpfen, geschahen regelrechte Wunder: Innerhalb von nur zwei Tagen fand er eine günstigere – und wesentlich schönere! – Wohnung. Der Vermieter der alten Wohnung hatte sich gerade überlegt, Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, und entließ ihn daher sofort aus dem Mietvertrag. Freunde kamen, um ihm Geld zu leihen oder sogar zu schenken. Er hatte den Mut, dem Leben zu vertrauen und verzweifelte nicht an der Feststellung, dass er es nicht kontrollieren konnte. Er sah in seinem Schicksal eine Chance und nicht eine Strafe, gegen die er sich wehren musste. Und so ist er eher gestärkt denn geschwächt aus dieser Situation hervorgegangen. In zahlreichen Gesprächen haben mir BALANCE-LeserInnen erzählt, dass auch sie durch viele der hier vorgestellten Themen zu einer veränderten Einstellung gefunden hätten, und sowohl die hohen Zugriffe auf unsere Homepage als auch die wachsende Zahl unserer Abonnenten – seit man das Magazin auch online abonnieren kann – lassen vermuten, dass diese Meinung geteilt wird. In diesem Sinne hoffe ich, dass auch Sie durch die Lektüre dieses Heftes „gewinnen“ werden. Herzlichst
Ihre
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